Schnelles Internet in den ländlichen Haller Ortsteilen kommt erst sechs Monate später als geplant
Corona bremst Glasfaserausbau

Halle (WB). Die Arbeiten für das Glasfasernetz in den ländlichen Teilen Halles kommen gut voran. Das meldet die hallewestfalen.net GmbH in ihrem aktuellen Quartalsbericht: 62 von etwa 100 Kilometern Rohr sind bereits verlegt, bei 120 von rund 750 Gebäuden liegen bereits die Rohrleitungen zu den Anschlusspunkten im Haus. Allerdings bringt die Corona-Krise auch einige Verzögerungen mit sich.

Montag, 04.05.2020, 05:00 Uhr
Noch sind hier viele Kilometer „aufgewickelt“: Die Kabeltrommeln für den Breitbandausbau warten derzeit auch an einem Betriebs­gelände an der Voßheide zwischen Hörste und Kölkebeck auf ihren Einsatz. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen
Noch sind hier viele Kilometer „aufgewickelt“: Die Kabeltrommeln für den Breitbandausbau warten derzeit auch an einem Betriebs­gelände an der Voßheide zwischen Hörste und Kölkebeck auf ihren Einsatz. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Im Rahmen des Projekts sollen auf einer Fläche von rund 52,7 Quadratkilometern etwa 750 Gebäude angeschlossen und damit insgesamt mehr als 1000 Haushalte und Gewerbebetriebe im ländlichen Bereich mit schnellem Internet versorgt werden. Gefördert wird das Ganze vom Bundesprogramm Breitbandausbau und vom NRW-Wirtschaftsministerium. Darüber hinaus richtet hallewestfalen.net 26 Anschlüsse für die Haller Bildungsinstitutionen ein. Bei weiteren 300 Gebäuden wird im Zuge der Bauarbeiten mit sogenannten „PassedBy-Anschlüssen“ ein nachträglicher Zugang zum Glasfasernetz ermöglicht.

Arbeiten erfolgen in fünf Abschnitten

Die Bauarbeiten für das neue Glasfasernetz erfolgen abschnittsweise in fünf „Losen“. Für Ascheloh, Eggeberg, Hesseln und Künsebeck ist die Lüders Dienstleistungs GmbH aus Soltau zuständig. In Kölkebeck und Hörste werden die Bauarbeiten von der SPIE SAG GmbH aus Wallenhorst ausgeführt. Mit insgesamt sechs Baukolonnen haben die beiden Bauunternehmen inzwischen bereits 62 Kilometer Rohr verlegt. Die Erdarbeiten für Los 1 in Eggeberg, Berghagen, Hesseln und Ascheloh sind zum größten Teil durchgeführt und werden im Mai abgeschlossen. Auch in Los 2 in Stockkämpen sind die Rohre bereits größtenteils verlegt.

Für Verzögerungen sorgt allerdings die Corona-Krise: „Weil die Gespräche mit den Hauseigentümern wegen des Infektionsrisikos nur eingeschränkt geführt werden können, stockt die Verlegung der Rohre zu den Gebäuden“, berichtet Bauleiter Lothar Jung von der BIB TECH GmbH aus Rodenberg, der die Arbeiten koordiniert.

„Im Prinzip arbeiten wir uns beim Bau des Glasfasernetzes vom Kleinen zum Großen vor, also von den Hausanschlüssen zu den Knotenpunkten“, erklärt er. Dafür legten die Bauunternehmen im ersten Schritt die Rohrleitungen an den Straßen und von da zu den einzelnen Häusern. Im zweiten Schritt würden danach die Datenleitungen eingeblasen und die Übergabeanschlüsse in den Häusern installiert. „An diesen ‚Abschlusspunkten Linie‘ (APL) endet das Netz des Netzbetreibers.“

 

Auch wenn die Übergabepunkte in den Häusern schon längst installiert sind, kann das schnelle Internet erst nach Abschluss der Baumaßnahmen genutzt werden.

Bauleiter Lothar Jung

Von den Gebäuden laufen die Leitungen zu insgesamt 50 Kabelverteilstationen, die schließlich mit fünf Knotenpunkten, sogenannten POP-Stationen, verbunden werden. Standorte dieser Netzverteilerhäuschen sind Hörste, Kölkebeck, Künsebeck, Halle Nord an der Lindenschule und Halle Süd an der Wasserwerkstraße. „An diesen fünf Knoten wird die Telekom als Netzpächter später das Signal einspeisen“, kündigt Lothar Jung an. „Auch wenn die Übergabepunkte in den Häusern schon längst installiert sind, kann das schnelle Internet also erst nach Abschluss der Baumaßnahmen genutzt werden.“

In diesen Tagen werden nun im Bauabschnitt 1 die ersten Kabelverteilerschränke (KVS) aufgestellt. Anschließend beginnt das Einblasen der Datenkabel zu den Häusern. Für Anfang Juli ist die Installation der ersten Anschlusspunkte in den Häusern geplant. Im August startet dann der Aufbau der POP-Stationen. „Der ursprünglich für Ende 2020 geplante Abschluss des Projekts wird sich durch die Corona-Krise voraussichtlich um ein halbes Jahr verzögern“, schätzt Jung. „Die ersten Dienste im neuen Netz stehen deshalb wohl frühestens im Frühjahr 2021 zur Verfügung.“

Städtische Tochtergesellschaft springt ein

Als 100-prozentige Tochter der Stadt Halle soll die hallewestfalen.net GmbH in den – vorwiegend – ländlichen Bereichen Halles überall da maximal schnelles Internet bereitstellen, wo die privaten Anbieter aus wirtschaftlichen Gründen nicht in den Ausbau der Technik investieren.

Das Projekt wird im Rahmen des Bundesförderprogramms Breitbandausbau durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (50 Prozent) und das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (40 Prozent) gefördert. Zehn Prozent der Investitionen bringt die Stadt Halle ein.

 

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