Sa., 23.05.2020

Haller Klinikum-Pflegedienstleiterin Maria Heckmann geht in den Ruhestand Voller Einsatz für „ihr“ Haus

33 Jahre lang hat Maria Heckmann am Krankenhaus, dem heutigen Klinikum Halle, gearbeitet, nun geht die 63-Jährige in den Ruhestand – und bleibt „ihrem“ Haus dennoch erhalten: als Mitglied im Förderverein.

33 Jahre lang hat Maria Heckmann am Krankenhaus, dem heutigen Klinikum Halle, gearbeitet, nun geht die 63-Jährige in den Ruhestand – und bleibt „ihrem“ Haus dennoch erhalten: als Mitglied im Förderverein.

Von Malte Krammenschneider

Halle (WB). Eigentlich sollte bereits der 30. April Maria Heckmanns letzter Arbeitstag gewesen sein. Aufgrund von Corona wurde die Pflegedienstleiterin des Haller Klinikums jedoch gebeten, noch einen Monat dranzuhängen. Für die 63-Jährige eine Selbstverständlichkeit. „Man lässt seine Leute dann nicht im Stich“, sagt Maria Heckmann und bringt damit einmal mehr zum Ausdruck, wie sehr ihr das Haller Krankenhaus in den vergangenen drei Jahrzehnten ans Herz gewachsen ist.

In die Welt der Pflege tauchte Maria Heckmann bereits Mitte der 1970er Jahre ein. Damals absolvierte die aus Osterfeine am Dümmer See stammende junge Frau eine Ausbildung zur Krankenpflegerin im Oldenburger Pius-Hospital. Für sie eine prägende Station in ihrem Leben, denn während dieser Zeit lernte sie auch ihren späteren Ehemann kennen, mit dem sie anschließend für sechs Jahre nach Hamburg ging. Dort arbeitete sie am Evangelischen Amalie-Sieveking- Krankenhaus, bevor im Jahre 1985 der letzte große Umzug folgen sollte.

Kraft getankt

„Mein Mann hat damals eine Stelle hier in Halle im Marienheim angenommen. Außerdem sollten unsere zwei Töchter in einer Kleinstadt aufwachsen“, erzählt Maria Heckmann. Als zwei Jahre später am Haller Krankenhaus die Intensivstation umgebaut und eine Stelle frei wurde, nutzte Maria Heckmann die Gunst der Stunde. Aufgrund der noch kleinen Kinder arbeitete sie zunächst 15 Stunden in der Woche, doch mit den Jahren wurde immer mehr aufgestockt. „Ich hatte am Anfang schon ein bisschen Bammel, konnte mich dann aber schnell einarbeiten. Während der Arbeit konnte ich komischerweise auch Kraft für meine Familie tanken. Ich wollte nie nur Hausfrau sein“, sagt Maria Heckmann.

Kontinuierlich hat sie sich weitergebildet und 2002 die Leitung der Intensivstation übernommen. 2006 folgte der Rückzug aus der Intensiv-Pflege, um sich voll auf ihre neue Position als Pflegedienstleitung konzentrieren zu können. „Das war schon ein schwerer Schritt, denn wir hatten ein ganz tolles Intensiv-Team“, sagt die 63-Jährige, die in den darauffolgenden Jahren auch die strukturellen Veränderungen des Haller Standortes begleitete. Zunächst die nur zwei Jahre andauernde Kooperation mit dem Versmolder Krankenhaus und schließlich im Jahr 2010 die Fusion mit dem Klinikum Bielefeld.

Gerne Intensiv-Schwester

„Ich war zu dieser Zeit Schnittstellenmanagerin und gehörte zur Pflegedirektion. Es wurden viele Stellen abgebaut, aber mir kam zugute, dass ich das Haus so gut kannte. Ohnehin war es ja irgendwo ‚mein‘ Haus. Ich wollte, dass es hier schön ist und die Leute sich wohlfühlen“, sagt Maria Heckmann. Zuletzt war das Telefon ihr ständiger Begleiter, denn als Pflegedienstleiterin muss sie nicht nur 130 Mitarbeiter koordinieren. „In einem kleinen Haus hat man eigentlich mit allen Bereichen zu tun. Gerade im Winter, wenn wir ausgelastet sind, steht das Telefon nicht still“, so Heckmann

Die stressfreie Zeit in Zukunft möchte sie nutzen, um Fahrrad zu fahren, ihre Garten zu pflegen und sich an ihren drei Enkelkindern zu erfreuen. „Es ist ein Teil meines Lebens, den ich nun aufgebe. Es war eine schöne Zeit“, sagt Maria Heckmann, die mit dem Haller Klinikum noch über den Förderverein verbunden sein wird. Dort möchte sie sich weiterhin für „ihr“ Haus einsetzen. Dieses hätte gerade in Zeiten von Corona bewiesen, wie wertvoll kleinere Krankenhaus-Standorte für die Menschen seien.

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