Erfahrungsbericht: Corona hatte die Familien- und Erziehungsberatung in Werther und Halle kalt erwischt
Hilfe war und ist weiter stark gefragt

Werther (WB). „Lieber fünf Minuten vor als nach Zwölf zur Hilfe greifen“, rät Monika Causemann. Im Wertheraner Familienzentrum „Famos“ erklärte sie nun, wie die Beratung der Haller Diakonie zu Familie und Erziehung jetzt funktionieren soll. Denn Corona hat in beiden Institutionen deutliche Spuren hinterlassen.

Freitag, 12.06.2020, 09:00 Uhr
Niemals geschlossen und dennoch ein Neuanfang: Monika Causemann (links) und Marion Jensen raten dringend dazu, ihre Hilfsangebote auch in Anspruch zu nehmen. Foto: Eische Loose
Niemals geschlossen und dennoch ein Neuanfang: Monika Causemann (links) und Marion Jensen raten dringend dazu, ihre Hilfsangebote auch in Anspruch zu nehmen. Foto: Eische Loose

Wie fast überall hat Corona die Beratungen aus Halle und Werther kalt erwischt. Zunächst lag alles brach. Doch schnell zeigte sich, dass es weitergehen musste. So berichtete Marion Jensen vom Familienzentrum „Famos“, dass das Team auch weiterhin Beratungen durchführte, vor allem am Telefon, per Video-Konferenz und nach Terminabsprache. „Das war gerade bei Flüchtlingsgesprächen recht schwierig, weil sich nicht alles kontaktlos machen ließ.“

Vor allem organisatorisch war viel mehr zu tun als sonst.

Monika Causemann, Leiterin der Familien- und Erziehungsberatung

Ähnlich sah es bei Monika Causemann aus, die als Leiterin der Familien- und Erziehungsberatung der Diakonie Halle nur jeweils einmal die Woche am Dienstag zwischen 14 und 15 Uhr  in Werther zu Gast ist. Auch ihre Hilfeleistungen waren schnell wieder erwacht, nutzten Telefone und Videokonferenzen. Gleichzeitig regte sie umfangreiche Hygiene-Maßnahmen an, die sich vor allem jetzt nach der Lockerung auswirken werden. „Vor allem organisatorisch war viel mehr zu tun als sonst“, erinnert sie sich. Monika Causemann hat dabei vor allem zwei Gruppen kennengelernt: In der einen raufen sich die Familienmitglieder zusammen, berufen sich auf ihre Stärken und Kompetenzen und wachsen zu neuer Größe. In der anderen überwiegt die Angst sowohl bei Eltern als auch bei Kindern. Sie sind oft überfordert, fühlen sich allein gelassen und entwickeln Probleme aus Kleinigkeiten.

Gerade in solchen Fällen fühlt sie ihre große Verantwortung. Allerdings müssen sich die Betroffenen auch selbst melden; und das am besten, solange sie noch mitein­ander reden. Sie macht dabei Mut: „Hilfe zu suchen, ist kein Zeichen der Schwäche – im Gegenteil.“ Gerade wenn die Schwierigkeiten gewalttätig werden, sollte man sich schnell kümmern. Zum Glück hat es in dieser Hinsicht bislang keine große Zunahme gegeben.

Belastung und Bedürfnis sind hoch

Causemann warnt dennoch vor dem Zusammensein-Müssen. So warten schon jetzt einige Menschen voller Ungeduld auf die Beratung, Belastung und Bedürfnis sind hoch. Beide Institutionen setzen daher auf größere Räumlichkeiten und neue Methoden. So soll beispielsweise Spielzeug selbst mitgebracht werden. Für einige niedrigschwellige Angebote, wie in Kitas, kommen die Beraterinnen und ihre Helfer auch wieder hinaus und sind vor Ort. Das ist durchaus nachgefragt und erwünscht, haben sie erfahren und freuen sich auf die Normalisierung nach neuen Regeln.

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