Aufwändiger und langwieriger Einsatz im Haller Steinbruch
Feuerwehr rettet Hund von Felsvorsprung

Halle (WB). In einem aufwendigen und langwierigen Einsatz hat die Haller Feuerwehr am Mittwochabend einen Hund aus einer bedrohlichen Lage befreit: Der Schäferhund-Labrador-Mischling war auf einem Felsvorsprung im Steinbruch an der Industriestraße gefangen. „Aus eigener Kraft hätte er von dort nie entkommen können“, sagte Christian Herden, der den Einsatz des Löschzuges Halle leitete.

Donnerstag, 11.06.2020, 14:12 Uhr aktualisiert: 11.06.2020, 14:40 Uhr
Erfolgreiche Rettung: Der Höhenretter der Feuerwehr Gütersloh hat den Hund fest im Griff und im Geschirr und ist selbst gut durch ein Seil abgesichert. Foto: Feuerwehr Halle
Erfolgreiche Rettung: Der Höhenretter der Feuerwehr Gütersloh hat den Hund fest im Griff und im Geschirr und ist selbst gut durch ein Seil abgesichert. Foto: Feuerwehr Halle

Wie der Mischling, der bereits seit dem vergangenen Samstag vermisst worden war, in die missliche Lage geraten ist, ist unklar: „Wir wissen nicht, wann und von wo er abgestürzt ist“, so Christian Herden. In den Tagen vorher sind Sprengarbeiten im Steinbruch vorgenommen worden. Am Mittwochabend hörten Spaziergänger ein Bellen aus dem Steinbruch und verständigten die Feuerwehr. Gegen 22.30 Uhr rückte der Löschzug Halle mit 20 Einsatzkräften aus. Den Hund fanden sie auf einem zehn bis 15 Meter langen Felsvorsprung vor, der etwa drei bis vier Meter aus der Steilwand hervorragt. Vom Weg oberhalb des Steinbruches sind es bis zu dem Vorsprung etwa 25 Meter in die Tiefe, nach unten sind es weitere 45 Meter bis zur Sohle des Steinbruchs.

45 Meter in die Tiefe

45 Meter, das ist auch für die Drehleiter der Feuerwehr Halle zu hoch: Ihr Ausleger erreicht nur 30 Meter. Die Feuerwehr musste die Rettung also von oben versuchen. Das erwies sich als sehr schwierig und langwierig. Halle stellvertretender Wehrführer Ralph Heermann spricht deshalb auch von einer „außergewöhnlichen und aufwendigen Tierrettung“ – obwohl die Feuerwehr öfter mal Tiere auch aus der Höhe befreien muss.

Doch in diesem Fall war bereits die Anfahrt mit den normalen Feuerwehrfahrzeugen nicht möglich. Nur ein kleines geländegängiges Fahrzeug, ein Ford Ranger, schaffte es bis zur Abbruchkante, so dass Beleuchtung und das Equipment zum Einsatzort geschafft werden konnte. Obwohl auch Haller Feuerwehrleute in Höhenrettung geschult sind, wurden die Spezialisten von der Höhenrettungsgruppe der Feuerwehr Gütersloh angefordert.

Hund unversehrt gerettet

Sechs Höhenretter waren vor Ort, zwei von ihnen seilten sich mit Spezialgerät zu dem Hund ab. Das Seil war an zwei Bäumen befestigt. Auch von unten, vom Steinbruch aus sicherte die Feuerwehr ab und beleuchtete den Einsatzort hoch oben in der Felswand. Durch die Sprengungen in den Vortagen war zudem auf viel loses Material zu achten. Die Höhenretter schafften es, dem Hund ein Rettungsgeschirr mit Rettungsleine anzulegen, und ihn nach oben zu bringen. Verletzungen hat er bei seinem Absturz und der Gefangenschaft in luftiger Höhe nicht davon getragen: Der Hund war unversehrt, wie auch der herbeigerufene Amtstierarzt Dr. Volker Janssen feststellte. Und auch die Familie, aus der der Hund entlaufen war, war verständigt worden und zum Steinbruch gekommen.

Ein langwieriger Einsatz: Erst nach drei Stunden, gegen 1.30 Uhr rückte die Feuerwehr im Steinbruch wieder ab.

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