Stefan Kuntze wird im März 2021 Nachfolger von Hartmut Heinze
Neuer Leiter für die „Lady VHS“

Halle (WB). Wenn sich Hartmut Heinze im März 2021 nach zehn Jahren an der Spitze der Volkshochschule Ravensberg in den Ruhestand verabschiedet, hat sein Nachfolger bereits die ersten Kontakte im Altkreis Halle geknüpft. Der 65-jährige Pädagoge gibt nach 30 Jahren als Hauptamtlicher die Aufgabe an einen erfahrenen Mann weiter: Stefan Kuntze aus Bielefeld kommt von der VHS Paderborn, wo er nach einem „nicht ganz geradlinigen Lebenslauf“ 15 Jahre lang gearbeitet hat.

Freitag, 03.07.2020, 05:00 Uhr
Stefan Kuntze (2. von rechts) soll Nachfolger von VHS-Leiter Hartmut Heinze (rechts) werden. VHS-Verbandsvorsteher Dirk Speckmann (links) und Anne Rodenbrock-Wesselmann als Vorsitzende der Verbandsversammlung stellten ihn vor.    Foto: Klaudia Genuit-Thiessen
Stefan Kuntze (2. von rechts) soll Nachfolger von VHS-Leiter Hartmut Heinze (rechts) werden. VHS-Verbandsvorsteher Dirk Speckmann (links) und Anne Rodenbrock-Wesselmann als Vorsitzende der Verbandsversammlung stellten ihn vor.     Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Der 58-Jährige, den Verbandsvorsteher Dirk Speckmann und Anne Rodenbrock-Wesselmann als Vorsitzende der Verbandsversammlung am Donnerstag vorgestellt haben, hat sich unter 25 Mitbewerbern durchgesetzt. Drei aussichtsreiche Kandidaten haben sich persönlich vorgestellt. Dirk Speckmann: „Mehrere Bewerber haben uns gespiegelt, dass die Aufgabe durchaus interessant ist, weil man im Vergleich zu großen Kommunen hier doch viel gestalten kann.“ Anne Rodenbrock-Wesselmann fügt mit Blick auf das Auswahlverfahren hinzu: „Nur eine oder einer konnte es werden.“

„Kulturschock“ in Nepal

Der Neue an der Spitze der Volkshochschule Ravensberg, die im nächsten Jahr ihren 45. Geburtstag feiert und dann ihren fünften Leiter bekommt, ist durchaus bodenständig: ein gelernter Landmaschinentechniker aus Ostwestfalen, aber einer mit Blick auf die Welt und Sinn für Ästhetik. Er hat in Frankreich gelebt und fast drei Jahre in Nepal. „Die Zeit in Nepal, einem der ärmsten Länder der Welt, hat mich stark geprägt“, erinnert er sich an den „Kulturschock“. Er hat Sprachkenntnisse von dort mitgenommen, ein anderes Menschenbild als zuvor und ein Faible für die asiatische Küche schlechthin (nicht unbedingt die von Linsen und Reis geprägte nepalesische).

Die Institution Volkshochschule, die kürzlich ihren 100. Geburtstag gefeiert hat, sieht Stefan Kuntze nicht als „unbewegliche, alte Lady“, sondern als dynamische Einrichtung, die mit der Zeit gehen muss. Das gelte im Hinblick auf die Digitalisierung ebenso wie bei der Demokratisierung. „Unsere Aufgabe ist es, den Menschen ein demokratisches Verständnis zu geben, damit sie politische Entscheidungen treffen können“. Grundsätzlich sieht der Weiterbildungs-Experte, der verheiratet ist und in seiner Freizeit gern läuft und wandert, die VHS Ravensberg gut aufgestellt für die Zukunft. „Durch die Corona-Krise stehen viele Menschen vor Veränderungen. Da kann die VHS bei der Daseinsfürsorge vielleicht helfen.“

„Systemische Brille“

Als Chef von 14 hauptamtlichen Voll- und Teilzeitkräften, die gemeinsam mit 250 Kursleitern für die VHS tätig sind, will er demnächst erst einmal „auf Sicht fahren“. Zugute kommt ihm dabei sicherlich die „systemische Brille“, sind auch Dirk Speckmann und Anne Wesselmann überzeugt. Stefan Kuntze: „Man nimmt als systemischer Coach eine Gruppe wahr und nicht nur einzelne Personen. Ansonsten brauche die VHS im Altkreis Halle mit ihren „Eye-Catcher-Veranstaltungen“ den Vergleich mit anderen VHS’ nicht zu scheuen, ist er überzeugt. Erstmals in ihrer Geschichte wird die VHS Ravensberg für das neue Semester kein gedrucktes Programm herausgeben. „Wir haben befürchtet, dass es schon im September nur Makulatur sein könnte“, begründet Hartmut Heinze das reine Online-Angebot.

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