Fehlende Gäste aus Kreis Gütersloh bescheren bis zu 20.000 Euro Verlust die Woche
Carpesol ist ein großer Lockdown-Verlierer

Altkreis Halle/Bad Rothenfelde (WB). Der Schaden, der durch den Corona-Shutdown im Kreis Gütersloh einerseits sowie die anhaltende Spannung durch scharfe Verfügungen des Nachbarlandkreises Osnabrück entstanden ist, lässt sich in diesen Tagen besonders eindrücklich bei der großen Therme Carpesol in Bad Rothenfelde nachvollziehen. Dort lässt sich ein Corona-Schaden in gleich zweierlei Weise beziffern; ideell und finanziell mit Verlusten von 15.000 bis 20.000 Euro pro Woche.

Freitag, 03.07.2020, 07:18 Uhr aktualisiert: 03.07.2020, 10:16 Uhr
Weil insbesondere auch die Gäste aus dem Kreis Gütersloh fehlen, verliert das Carpesol in Bad Rothenfelde bis zu 20.000 Euro die Woche.

Frustrierte Gäste aus dem Westfälischen

Auf der Facebook-Seite des Carpesol mehren sich die Stimmen frustrierter Gäste aus Westfalen, die die beliebte Therme mit großer Sauna-Landschaft, Spa-Bereich und Restaurant nicht aufsuchen dürfen. Grund ist eine Verfügung des Landkreises Osnabrück, die festgelegt hat, dass die Lockdown-Regeln im Kreis Gütersloh für dessen Bürger in gleicher Weise in Kreis und Stadt Osnabrück fortwirken. Soeben ist diese Verfügung auf niedersächsischer Seite bis zum 7. Juli verlängert worden. Das bedeutet für Menschen aus dem Kreis Gütersloh nicht nur ein Besuchsverbot in Theater, Museen oder dem Zoo Osnabrück, sondern eben auch im Carpesol.

„Da schiebt man nur Frust vor sich her“, ist nur eine von vielen kritischen Stimmen aus dem Altkreis Halle auf der Facebook-Seite der Therme. Zwar gibt es Gäste, die durchaus Verständnis zeigen, andere hingegen kündigen an, keinen Fuß mehr ins Carpesol setzen zu wollen. Solche Aussagen schmerzen den Inhaber und Geschäftsführer Dennis Spellbrink, der das Unternehmen zum 1. November vergangenen Jahres übernommen hat. Seinerzeit war nach rund einem halben Jahr Schließung die Sanierung des Saunabereiches nach einem großen Brand abgeschlossen worden.

Mehr als die Hälfte der Gäste kommen sonst aus Westfalen

Das Therme-Geschäft ist saisonabhängig. Im Winterhalbjahr kommen Spellbrink zufolge 1100 bis 1200 Gäste täglich, an Wochenenden auch mal 1500. In heißen Sommern hat das Carpesol aber immer auch noch 550 bis 600 Gäste am Tag begrüßen können. Und 50 bis 60 Prozent von diesen kommen aus NRW, besonders stark aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf. Wenn täglich 300 bis 400 Gäste fehlen, weil die Lockdown-Regeln auch über eine Landesgrenze hinaus wirken, summiert sich das schnell auf. „Das sind 15.000 bis 20.000 pro Woche“, rechnet der Geschäftsführer vor. Hinzu kommt, dass wegen des Ferienbeginns in NRW gerade jetzt besonders viele Gäste aus dem Kreis Gütersloh zu erwarten wären. Spellbrink ist froh, dass seit dieser Woche wenigstens die Warendorfer wieder kommen dürfen. Damit sich alle sicher fühlen können, ist die Zahl der Badegäste bewusst begrenzt und im Saunabereich eine Dampf- sowie Infrarotsauna abgeschaltet worden.

Carpesol-Betreiber fragt beim Landkreis wegen Schadenersatz nach

„Wir als Menschen brauchen einen Ausgleich wie baden und saunieren. Die permanenten Beschränkungen fördern leider diese gereizte Stimmung“, sagt Spellbrink. Beim Landkreis Osnabrück hat er nachgefragt, ob dieser seinen Schaden, der durch Verfügungen entstanden ist, übernehmen wird. Doch der Kreis sieht sich laut Spellbrink juristisch nicht in der Pflicht, was womöglich noch zu klären sei, der Kreis verweise vielmehr auf das Konjunkturpaket der Bundesregierung. In normalen Jahren hat das Carpesol Spellbrinks Angaben zufolge einen Umsatz von 4,2 Millionen Euro. Doch erst die lange Pause durch den Brand, dann durch die Pandamie. Ohne Hilfe wird es da schwer.

 

 

 

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7478691?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516076%2F
Arminia und der Karten-Ärger
Zu 20 Prozent darf die Schüco-Arena am Samstag ausgelastet werden. Die Registrierung für die etwa 5400 Karten sorgt für Probleme. Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker