Schulzentrum Masch in Halle: Photovoltaik-Anlage spart jede Menge Kohlendioxid ein
Selbst gemachter Strom für die Mensa

Halle (WB). Zwei große Sporthallen mit je 40 Mal 20 Metern Spielfläche und Umkleideräumen, dazu die Mensa, in der täglich einige hundert Mahlzeiten auf Temperatur gebracht werden. Der nördliche Gebäudetrakt des Schulzentrums Masch verbraucht jährlich 174.000 Kilowattstunden (kWh) Strom. Etwa 39.700 – also knapp ein Viertel – werden künftig selbst gemacht. Die Stadt Halle und ihre Energieversorgungs-Tochter TWO haben jetzt die neue Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Sporthalle Masch I vorgestellt.

Dienstag, 14.07.2020, 06:00 Uhr
270 Quadratmeter Sonnenkollektoren fangen auf dem Sporthallendach das Licht ein: Johannes Wiese (TWO), Jürgen Keil (Fachbereichsleiter der Stadt Halle), Klaus-Martin Scholz (KMS - Neue Energie) und Melanie Schulz (Klimaschutzmanagerin der Stadt Halle) begutachten die neue Anlage am Schulzentrum Masch. Foto: Gunnar Feicht
270 Quadratmeter Sonnenkollektoren fangen auf dem Sporthallendach das Licht ein: Johannes Wiese (TWO), Jürgen Keil (Fachbereichsleiter der Stadt Halle), Klaus-Martin Scholz (KMS - Neue Energie) und Melanie Schulz (Klimaschutzmanagerin der Stadt Halle) begutachten die neue Anlage am Schulzentrum Masch. Foto: Gunnar Feicht

158 monokristalline Sonnenkollektoren fangen künftig auf einer Fläche von 270 Quadratmetern das Tageslicht ein. Damit kann die Anlage jährlich rund 41.720 Kilowattstunden umweltfreundlichen Strom erzeugen. Nach drei Wochen Bauzeit mit bis zu fünf Mitarbeitern hat Klaus-Martin Scholz (Firma KMS - Neue Energie) das System im Auftrag der TWO in Betrieb genommen. Die Anlage auf dem Sporthallen-Dach ist die bisher größte von nunmehr fünf, die Stadt und TWO inzwischen gemeinsam in Halle betreiben. Weitere sind auf dem neuen Anbau der Kita Beckmannshof, am Bürgerzentrum Remise, an der Künsebecker Kita Hochstraße und auf dem Flüchtlingsheim am Gartnischer Weg in Betrieb.

„Diese neue Anlage ist besonders, weil der hier erzeugte umweltfreundliche Strom zu fast 95 Prozent gleich vor Ort verbraucht wird“, erklärte TWO-Geschäftsführer Johannes Wiese bei der Vorstellung des Projekts. Die Stadt als Schulträger und der Energieversorger hätten auf den Dachflächen gerne noch mehr Photovoltaik-Module verbaut, um die Kapazität zu erhöhen. „Das lässt die Statik auf dem Dach der zweiten Sporthalle jedoch leider nicht zu“, erläuterte Wiese. Und über dem Spielfeld der alten Masch I verhindern die Oberlichter, dass hier noch mehr Dachfläche genutzt werden konnte.

Die Voraussetzungen für Photovoltaik in künftige Gebäudeplanungen einzubeziehen dürfte sich lohnen – Stichwort: Klimawandel. Für das aktuelle Projekt haben die Experten der Technischen Werke Osning ausgerechnet, dass die Anlage durch den Eigenverbrauch des erzeugten Solarstroms im Lauf ihrer Lebensdauer von mindestens 25 Jahren insgesamt etwa 463 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen vermeidet. Das entspricht einer Einsparung von jährlich 82.000 gefahrenen Kilometern eines Pkw.

Aus Sicht der Stadt Halle hob Klimaschutzmanagerin Melanie Schulz hervor, dass dies ein weiterer Schritt sei, um den enormen Energieverbrauch einer Gesamtschule mit derzeit etwa 700 Schülerinnen und Schülern und rund 70 Lehrkräften so umweltschonend wie möglich zu meistern: „Wir setzen hier zunehmend moderne Technik und auch andere erneuerbare Energiequellen wie Solarthermie, Geothermie und ein Blockheizkraftwerk ein.“

Was die Photovoltaik-Anlage angeht, zahlt die Stadt Halle eine jährliche Pacht an ihren Energieversorger, der über das so genannte TWO-Energie-Dach die regelmäßige Wartung und etwaige Reparaturen während der gesamten Nutzungszeit des Systems garantiert. Dass früher einige Nutzer von Sonnenkollektoren die mit der Zeit nachlassende Effizienz von Photovoltaik-Modulen kritisierten, gehöre der Vergangenheit an, betont Solarenergie-Experte Klaus-Martin Scholz: „Das ist mit dem heutigen Stand der Technik absolut nicht mehr der Fall.“

Das Pacht-Modell des TWO-Energie-Dachs steht auch privaten Hausbesitzern offen, die ihr eigener Stromerzeuger werden wollen, ohne selbst zu investieren. Das Konzept kann sich – abgesehen vom Umweltaspekt – durch Energiekosteneinsparung und Einspeisung überschüssiger Strommengen ins öffentliche Netz lohnen.

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