Torflinsen und Schutt im Untergrund der Sportanlagen an der Masch in der Hall3e machen Neubau teurer.
Stadt laufen die Kosten weg

Halle (WB). Die elastische Laufbahn rund um dem grasgrünen neuen Kunstrasenplatz federt unter den Füßen. Dass es beim Bau mehr böse Überraschungen gegeben hat als erwartet, davon ist nichts mehr zu sehen. Doch im Haller Rathaus guckt man dennoch mit Sorge auf den zweiten Bauabschnitt für die Anlage an der Masch: Schutt und Torflinsen im Untergrund machen den Bau der Wettkampfanlage Typ C und Großspielfeld samt Nebenanlagen viel teurer als geplant.

Mittwoch, 29.07.2020, 05:00 Uhr
Bis auf kleine Reste und Pflasterarbeiten für die Parkplätze ist der erste Sportplatz an der Masch fertiggestellt. Wenn die Politiker die Mehrkosten absegnen, rücken Mitte September weitere Baufahrzeuge an. Dann geht es los mit dem zweiten Sportplatz an der Masch. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen
Bis auf kleine Reste und Pflasterarbeiten für die Parkplätze ist der erste Sportplatz an der Masch fertiggestellt. Wenn die Politiker die Mehrkosten absegnen, rücken Mitte September weitere Baufahrzeuge an. Dann geht es los mit dem zweiten Sportplatz an der Masch. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Der Haupt- und Finanzausschuss muss am Mittwoch, 19. August, über eine überplanmäßige Ausgabe von 1,1 Millionen Euro für das Haushaltsjahr 2020 beraten. Fachbereichsleiterin Regina Bresser: „Eingeplant waren bis 2021 insgesamt 4,35 Millionen Euro. Jetzt werden es knapp 5,2 Millionen Euro“. Die reinen Mehrkosten belaufen sich auf 840.000 Euro. Dazu kommt, dass durch die Bauverzögerungen wegen Gutachten, zusätzlicher Bodenarbeiten und Trafo-Verlegung erst verspätet Rechnungen im Rathaus eingegangen sind. Das sorgt noch 2020 für einen um gut 552.000 Euro höheren Finanzbedarf.

Kein normaler Mutterboden

Grund dafür sind vor allem die Bodenverhältnisse an der Masch. Allerdings macht nicht das hoch stehende Grundwasser die Probleme, wie in Halle schon vermutet worden ist. „Wir haben hier keinen normalen Mutterboden“, sagt Regina Bresser. Denn bei den punktuellen Probebohrungen durch das Erdbaulabor Schemm habe niemand feststellen können, dass der Boden aufgefüllt worden sein muss. Denn erst als der Oberboden entfernt, gesiebt und gelagert worden war, haben die Bauarbeiter beim Befahren mit schwerem Gerät festgestellt, dass Bagger & Co. an verschiedenen Stellen einen halben Meter tief absackten. Verantwortlich dafür waren Torflinsen unterschiedlichen Ausmaßes. Und im zweiten Bauabschnitt wird es nicht anders, wie eine Bodenuntersuchung gezeigt hat. 467.000 Euro Mehrkosten muss die Stadt für zusätzliche Bodenarbeiten aufwenden.

Das ist nicht alles. Denn der zweite Bauabschnitt (vor allem ein zweiter Rasenplatz) wird teurer als der erste. Nur eine Firma hat ein Angebot abgegeben. Ihr Angebot liegt auch wegen coronabedingten Preissteigerungen beim Baumaterial um elf Prozent höher als erwartet. Das macht weitere 185.000 Euro. Aber die Stadt hat wenig Auswahl.

„Kaltstart“ im August

Sparen lassen sich nur rund 60.000 Euro durch die Mehrwertsteuersenkung, bei der Überdachung der Fahrrad-Abstellanlagen und bei den Spielerkabinen. Wenn die Politiker in den sauren Apfel beißen und die 1,1 Millionen nachträglich bewilligen, dienen diese insgesamt 165.000 Euro als Puffer. Regina Bresser: „Wir hoffen auf Beschlüsse, damit wir weitere Aufträge erteilen können, jetzt, wo man schon sieht, wie schön es wird.“

 „Kaltstart“ auf dem ersten Sportplatz ist direkt nach den Ferien. Im September, wenn schon die Bagger nebenan anrollen, soll es eine kleine Einweihung geben.

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