Kommunalwahl 2020: 17.231 Haller dürfen wählen. In Zeiten von Corona werden zunehmend Briefwähler erwartet.
Wahlparty im Rathaus fällt aus

Halle (WB). Auf den Kopf dürfen in Halle genau 17.231 Wähler ab 16 Jahre am Sonntag, 13. September, von 8 bis um 18 Uhr an die Urnen gehen. In der Praxis steigt jedoch die Zahl der Briefwähler. Bis zum Freitag vor der Wahl erwartet man im Haller Rathaus durchaus 6000 Bürger, die ihr Kreuzchen per Post schicken oder in letzter Minute im Briefkasten im Rathaus einwerfen (im nachgewiesenen Krankheitsfall noch am Wahltag bis 15 Uhr).

Freitag, 31.07.2020, 05:00 Uhr
„Corona hält uns nicht auf“: Das Wahlamt in Gestalt von Olaf Sorge und Ina Schmal steckt mitten in den Vorbereitungen für die Kommunalwahl am 13. September. Beide erwarten eine weitere Zunahme von Briefwählern. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen
„Corona hält uns nicht auf“: Das Wahlamt in Gestalt von Olaf Sorge und Ina Schmal steckt mitten in den Vorbereitungen für die Kommunalwahl am 13. September. Beide erwarten eine weitere Zunahme von Briefwählern. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

„3000 bis 4000 Briefwähler waren es immer schon. Der Trend hält an, und wir haben die Briefwahlvorstände erstmals verdoppelt: von drei auf sechs“, berichtet Olaf Sorge. Die Briefwahlunterlagen sollen Anfang der 33. Kalenderwoche zugestellt werden. Mit der Wahlbenachrichtigung erhalten die Bürger einen Wahlscheinantrag – auch für die eventuellen Stichwahlen am 27. September.

Diese Wahl hat Zugkraft

Gemeinsam mit Ina Schmal bildet Olaf Sorge für Halle das Wahlamt, das den Ablauf und die Organisation in Absprache mit dem Kreis und den anderen Kommunen vor Ort managt. Ein erfahrenes Team, das sich für diese Wahl eine höhere Beteiligung erhofft als vor sechs Jahren. Damals lag sie bei gut 54 Prozent. Olaf Sorge: „Jetzt könnten wir über 60 Prozent kommen. Denn diese Wahl für die nächsten fünf Jahre hat in dieser besonderen gesellschaftlichen Zeit schon Zugkraft“.

Gewählt werden auf einem weißen Blatt Papier der Stadtrat, auf hellgrün geht es um das Bürgermeisteramt, auf rot um den Kreistag und auf blau um den Titel des Landrates. Kreisweit einheitlich ist ein Dienstleister beauftragt.

Halle können sich entscheiden zwischen Bewerbern aus vier Parteien und einer Wählergemeinschaft. Drei Kandidaten für den Chefsessel im Rathaus treten an. Alle Papiere sind vorgeprüft und werden amtlich bekanntgemacht.

Wahlbezirksgrenzen neu gezogen

Einige Grenzen der 19 Haller Wahlbezirke sind übrigens neu gezogen, damit es künftig nicht mehr als höchstens 15 Prozent Abweichungen bei der Größe der Wählerschaft gibt. In Außenbezirken wie Hesseln, Bokel und Kölkebeck kann sich dadurch womöglich auch eine andere Zuordnung zum Kreiswahlbezirk ergeben. „Wir haben einiges entzerrt und hoffen jetzt, dass das nicht erst Aha-Erlebnisse gibt, wenn jemand im Wahllokal steht“, sagt Olaf Sorge.

Apropos Wahllokal: In Zeiten von Corona gibt es natürlich ein geprüftes und vom Kreisgesundheitsamt abgesegnetes Hygienekonzept. Es sieht Maskenpflicht vor, Einbahnstraßenregelungen, transparente Schutzvorkehrungen und Gratis-Kugelschreiber. Die Hausmeister der Schulen, die als Wahllokale dienen, aber auch die neuen Rathaus-Hausmeister Marco Hoffmann und Katja Guszahn, die mit ihrem Vorgänger Volker Ernst ein Team bilden, sorgen für die Beschilderung und Markierung sowie die Logistik.

Wahallokale ohne Barriere

„Unser Anspruch sind barrierefreie Wahllokale, die auch für Menschen mit allen denkbaren Handicaps erreichbar sind“, macht Olaf Sorge auf die Service-Telefonnummern aufmerksam. Sie stehen auf den Wahlbenachrichtigungen.

188 Wahlhelfer sind eingesetzt, acht pro Wahlvorstand. Ausgezählt wird in den Wahllokalen sowie (für die Briefwahl) in der Remise. Im Rathaus selbst gibt es keinen Wahlabend – auch wenn dort demnächst ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin für Anne Rodenbrock-Wesselmann Einzug halten wird – nach 18 Jahren im Amt.

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