Erster Entwurf für Halles neues Jugendzentrum an der Ecke Alleestraße/Wasserwerkstraße vorgestellt
Zeitloser Holzbau mit „Chill-Area“

Halle (WB). Eigentlich sollte es ja ein optisch markantes, mehrgeschossiges Gebäude am südlichen Einfallstor der Haller Innenstadt werden. Zumindest ein Hingucker. Jetzt wird sich das neue Jugendzentrum doch eher zurückhaltend und nicht so hoch wie ursprünglich vorgesehen in die Umgebung an der Alleestraße/Ecke Wasserwerkstraße einfügen. Das wurde am Mittwoch im Haller Ausschuss für Soziales, Jugend und Senioren deutlich. Eine Wendung, die bei den Politikern gut ankam.

Freitag, 07.08.2020, 05:00 Uhr aktualisiert: 07.08.2020, 17:42 Uhr
Viel Holz: So oder ähnlich könnte das neue Jugendzentrum aussehen. Geplant ist eine Holzrahmenbauweise.

Statt „Eyecatcher“ oder Designobjekt plant das Architekturbüro Banz + Riecks aus Bochum dort einen Neubau „aus dem konkurrenzlos vernünftigen Werkstoff Holz”, wie Planer Dirk Riecks sagte. Gleichwohl solle es „als Adresse wahrnehmbar sein“ und eine eigene Identität, einen eigenen Charakter bekommen. Ein Haus, das weder wie ein Elternhaus noch wie eine Schule aussieht.

Team ins Boot geholt

Das soll vor allem durch die ganz speziellen Ansprüche und Bedingungen in Halle garantiert werden. Die hat der Planer bei der Raumplanung mit Beteiligung des Jugendzentrum-Teams erarbeitet. Die künftigen Nutzer sehen ihre Wünsche und Vorstellungen jedenfalls berücksichtigt. Diplom-Pädagoge Martin Göbel: „Für unsere Jugendlichen ist das Haus ein großes Thema. Wir als Team hoffen auch, dass Architektur und Pädagogik nicht erst ganz am Ende zusammengeführt werden.“ „Das Raumkonzept deckt genau das ab, was wir in den nächsten zehn bis 15 Jahren brauchen“, unterstrich auch seine Kollegin Wibke May die Zeitlosigkeit.

Der Neubau soll nachhaltig, klimafreundlich und „schlank“ werden. Ein Gebäude, das Richtung Null-Emission geht, aber kein Passivhaus ist. „Alles, was daran so teuer ist, das machen wir ganz konventionell“, schlug Dirk Riecks für das gerade einmal zweigeschossigen, simpel rechteckiges Gebäude in Holzrahmenbauweise vor. Vor allem sei an eine „ganz, ganz einfache Technik“ gedacht.

Budget bei höchstens 2,5 Millionen Euro

Sein Vorentwurf sieht im Erdgeschoss einen zentralen und noch teilbaren Multifunktionsraum vor, der sich großzügig nach außen öffnet. Angegliedert sind Kreativräume und Küche, Eingang, Büro, ein separater Mädchenraum sowie einer für Streetworker und Medien (gegebenenfalls Tonstudio). Auf der zweiten Ebene soll es neben einer „Chill-Area“, Teeküche, Technik- und Sozialräumen auch kleinere Büros geben sowie Lager und Beratungsraum. Die offene Dachkonstruktion aus Holz soll Atmosphäre in das Gebäude bringen. Das Dach selbst wird für eine Photovoltaikanlage ausgelegt, die unter Umständen auch später nachgerüstet werden kann.

Die Baukosten dürfen ein Budget in Höhe von 2,5 Millionen Euro nicht überschreiten. Wie berichtet, hat die Stadt das Büro baa Projektmanagement als Projektsteuerer hinzugezogen. Ein Zuschuss des Kreises ist auf 50.000 Euro gedeckelt. „Wir wünschen uns natürlich mehr“, sagte Fachbereichsleiterin Regina Bresser. Weitere Fördermittel können aus dem ISEK-Programm fließen. „Für beide qualifizierte Anträge brauchen wir die Entwurfsplanung bis Ende September“, unterstrich Abteilungsleiter Hermann Bußmeyer.

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