Helga Lange: „Wir wollen Interessen aus Halle stärker durchsetzen“
Grünes Quintett will in den Kreistag

Halle (WB). Drittstärkste Kraft im Gütersloher Kreistag sind die Grünen schon seit der letzten Kommunalwahl. Aus Halle war Fraktionschefin Helga Lange, die seit 1987 im Kreistag sitzt, jedoch bisher die einzige grüne Politikerin. Das soll sich ändern: Die Haller ziehen jetzt als Quintett in den Wahlkampf auf Kreisebene. Neben den Direktkandidaten Helga Lange (70) für den Wahlbezirk 122 und Jochen Stoppenbrink (60) für den Wahlbezirk 123 treten auch Christina Wieda, Uwe Krögerrecklenforth und Ingrid Diekmann-Vemmer an. Ein Ziel: grüne Interessen aus Halle künftig stärker in Güterloh durchsetzen.

Samstag, 08.08.2020, 05:00 Uhr
Grüne Bewerber mit Bürgermeisterkandidatin: (v.l.) Uwe Krögerrecklenforth, Ingrid Diekmann-Vemmer, Dr. Kirsten Witte mit Jochen Stoppenbrink, Christina Wieda und Helga Lange. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen
Grüne Bewerber mit Bürgermeisterkandidatin: (v.l.) Uwe Krögerrecklenforth, Ingrid Diekmann-Vemmer, Dr. Kirsten Witte mit Jochen Stoppenbrink, Christina Wieda und Helga Lange. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Das Quintett will sich im Kreistag für mehr Nachhaltigkeit, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit einsetzen. „Im Kreis ist vieles von einer Übermacht der CDU geprägt und vieles läuft über ihre Kanäle“, sieht die ausgebildete Lehrerin Helga Lange Potenzial für eine starke, grüne Haller Mannschaft in dem einschließlich Landrat 61-köpfigen Gremium.

Umweltverträglichere Lösungen

Finanzen, Kitas, Schule, Verkehr – obwohl die Kreistagswahl eher wenig wahrgenommen werde, spiele sie doch für alle Kommunen eine zentrale Rolle, erinnert die Frontfrau der Partei. Wer mit dem Fahrrad von Halle in die Lindenstadt radeln will, sei bisher auf den Randstreifen an der viel befahrenen L 782 angewiesen. Ein Alltags-Radwegnetz müsse auch zwischen den Städten einen sicheren Radweg zur Arbeit ermöglichen. „Der Ausbau des Hengeberges, der jetzt eher eine Jet-Landestrecke ist, sähe sicher anders aus, wenn wir das hätten entscheiden können“, unterstreicht Jochen Stoppenbrink, dass man bei Ausbau und Sanierung von Kreisstraßen viel stärker Umwelt- und Naturschutz berücksichtigen müsse. „Auch der Ausbau des Hapkenberges und der tiefe Einschnitt für den Grünen Weg nach Werther passen nicht in die Zeit“, unterstreicht der Landwirt und Hausmann aus Ascheloh, der seit sechs Jahren in Halle Fraktionsvorsitzender ist. „Für den zweiten Bauabschnitt des Hengeberges gibt es gruselige Pläne. Wir setzen uns für eine verträglichere Lösung ein“.

30-Minuten-Takt fördern

Alternative Konzepte fordern die Grünen auch für den ÖPNV. Statt leere Linienbusse fahren zu lassen, brauche es preiswerte Mobilitätsketten. Im Haller Interesse sei es auch, für den Haller Willem einen 30-Minuten-Takt nach Osnabrück durchzusetzen, ist Helga Lange überzeugt. „So könnte man auch Storck besser anbinden“. Wie ihre Mitstreiter hofft sie, dass Dr. Kirsten Witte am 13. September die Wahl in Halle gewinnt. „Mit einer grünen Bürgermeisterin hätten wir einen Anker in der derzeit von CDU und SPD dominierten Bürgermeisterkonferenz.“

Über den Listenplatz 7 will Christina Wieda in den Kreistag einziehen. Die 50-jährige Projektmanagerin bei der Bertelsmann-Stiftung sieht ihr „Herzensthema“ in der Kinder- und Jugendarbeit. Im heutigen System werde die Betreuung von Kita- und Schulkindern „in Scheiben geschnitten“ und gerade Kinder, die mit Nachteilen zu kämpfen haben, gingen in den Systemen oft verloren, ist sie überzeugt von einem eher ganzheitlichen Ansatz.

Ein Polit-Neuling ist Uwe Krögerrecklenforth. Der 55-jährige selbstständige Kaufmann will sich auf dem Gebiet Verkehr einsetzen. Im Bereich Jugend und Soziales sieht Ingrid Vemmer-Diekmann ihre Aufgabe. Der 55-jährigen Küsterin aus Künsebeck geht es um die Versorgung vor Ort. „Und der Flächenfraß muss ein Ende haben“.

Das ist ein Stichwort für Helga Lange, die die Volksinitiative Artenvielfalt der Naturschutzverbände unterstützt. „Die Fläche am Berufskolleg muss insektenfreundlicher entwickelt werden. Und wir unterstützen die Stadtpark-Initiative statt die Flächen des Kreises als Bauland an die Stadt Halle zu verkaufen.“

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