Ausschuss zu Storck wegen zu großem Andrang vertagt – Neuer Termin im Eventcenter
„Wir wollen rein!“

Halle (WB). Der Ausschuss für Umwelt- und Klimaschutz hat am Mittwochabend die Beratungen zum Themenkomplex Storck gar nicht erst aufgenommen und stattdessen auf einen neuen Termin vertagt. Der Grund war ein zu großes öffentliches Interesse, dem die Stadt Halle unter den Bedingungen der Corona-Schutzverordnung nicht nachkommen konnte. Denn viele Interessierte bekamen bereits etliche Minuten vor Sitzungsbeginn keinen Einlass mehr in die Mensa der Gesamtschule an der Masch.

Donnerstag, 13.08.2020, 07:02 Uhr aktualisiert: 13.08.2020, 07:04 Uhr
Zu Sitzungsbeginn warteten geschätzt knapp 50 Besucher, die keinen Zutritt mehr zur Sitzung in der Mensa der Gesamtschule erhielten. Der Ausschuss kam nach kurzer Beratung überein, dass das große Storck-Thema vertagt werden soll. Foto: Stefan Küppers
Zu Sitzungsbeginn warteten geschätzt knapp 50 Besucher, die keinen Zutritt mehr zur Sitzung in der Mensa der Gesamtschule erhielten. Der Ausschuss kam nach kurzer Beratung überein, dass das große Storck-Thema vertagt werden soll. Foto: Stefan Küppers

Vor den Türen eskaliert der Unmut

Um die Abstandsregeln einzuhalten, waren letztlich viel zu wenige Stühle in der Mensa selbst und auch auf der Empore aufgestellt, um dem Andrang einigermaßen gerecht werden zu können. Bis dahin hatten geschätzt zwischen 20 und 30 Besucher, die nicht zu den Ausschussmitgliedern, Verwaltungsmitarbeitern oder Gästen wie Unternehmensvertretern und Gutachtern gehörten, einen Platz finden können. Vor den Türen der Mensa aber standen knapp 50 weitere Bürger, deren Unmut mit anrückendem Sitzungsbeginn um 17.15 Uhr immer lauter wurde. Unter rhythmischen Sprechrufen wie „Wir wollen rein“ oder „Ihr kommt raus“ drohte eine Eskalation und eine normale Sitzung nicht mehr möglich zu sein. Nach kurzer Beratung mit dem Ausschussvorsitzenden Dieter Jung (Grüne) und Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann (SPD) beschloss das Gremium schließlich einstimmig, die vorgesehenen Tagesordnungspunkte Wasserantrag von Storck sowie die mit der Storck-Erweiterung geplante Umlegung des Laibaches zu vertagen.

Neuer Termin im Eventcenter der OWL-Arena

Dieter Jung und die Bürgermeisterin traten vor die Tür und teilten die Vertagung an einen größeren Tagungsort mit. Jung sprach von einem Beschluss „für Bürgernähe und Transparenz”. Die Sitzung wurde mit Beratungen unter anderem über ein gefordertes Tempolimit von 100 km/h auf der A33 schließlich fortgesetzt. Am Schluss der Sitzung deutete die Bürgermeisterin an, dass der Umwelt- und Klimaausschuss nunmehr am Mittwoch, 26. August, im Eventcenter an der OWL-Arena tagen soll. Unklar blieb gestern Abend, wo der Haupt- und Finanzausschuss tagen soll, der sich am Mittwoch. 19. August, 15 Uhr mit der Storck-Thematik befassen soll. Als Tagungsort war hier das Bürgerzentrum Remise angedacht, das aber für den gestrigen Andrang ebenfalls zu klein dürfte.

Im Vorfeld der gestrigen Sitzung hatte es im Hintergrund viele Diskussionen gegeben. So wurde nach einem Modus gesucht, wie Vertreter des BUND und die von ihm dazu gerufenen Gegengutachter zu der Storck-Planung zu Wort kommen könnten. Es sollten deshalb Sitzungsunterbrechungen organisiert werden. Andererseits wären dann viele andere Träger öffentlicher Belange nicht zu Wort gekommen.

Fachbehörden wollen derzeit bei Sitzung noch nicht dabei sein

Wie das WB erfuhr, hätten Vertreter der zuständigen Fachaufsichtsbehörden, nämlich die Untere Wasserbehörde sowie die Untere Landschaftsbehörde beim Kreis Gütersloh, nicht an der Sitzung in Halle teilgenommen. Vom Kreis war zu hören, dass die Verfahren noch nicht weit genug gediehen seien, um bei einem regulären Erörterungstermin die teils unterschiedlichen Aussagen von Fachleuten und Gutachtern miteinander auszutauschen. Es ist üblich, dass bei solchen Erörterungsterminen versucht wird, fachliche Konflikte wie bei Laibach oder Wasserförderung unter Beteiligung der Fachbehörden zu klären. Dafür jedoch dürfte die Zeit bis zur Kommunalwahl dem Vernehmen nach kaum ausreichen.

 

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