Bürgermeister-Kandidatin der Grünen spricht in Bokel auch über Ideen für Entwicklung von Ortsteilen
Storck: Wittes harte Kritik an der Stadtverwaltung

Halle-Bokel (SKü). Auf Einladung des Heimatvereins Tatenhausen-Bokel hat sich Bürgermeister-Kandidatin Dr. Kirsten Witte (Grüne) im Gemeindehaus Bokel vor knapp 20 Teilnehmern vorgestellt. Im Gespräch mit Bürgern hat die Kandidatin und leitende Mitarbeiterin der Bertelsmann-Stiftung ihre Ideen für eine Ortsteilentwicklung diskutiert.

Samstag, 15.08.2020, 09:44 Uhr aktualisiert: 15.08.2020, 09:46 Uhr
Diskussion in Bokel: (v.l.) Grünen-Wahlkreiskandidat Frank Winter, Dr. Kirsten Witte und Gastgeber Dr. Joachim Boidol vom Heimatverein Tatenhausen-Bokel. Foto: Küppers
Diskussion in Bokel: (v.l.) Grünen-Wahlkreiskandidat Frank Winter, Dr. Kirsten Witte und Gastgeber Dr. Joachim Boidol vom Heimatverein Tatenhausen-Bokel. Foto: Küppers

“Bla-Bla-Car” und digitale Tante-Emma-Läden

Als Beispiele nannte sie Tante-Emma-Dorfläden auf rein digitaler Basis, in denen Kunden quasi Tag und Nacht mit Chipkarte Waren kaufen könnten. So etwas rechne sich, wenn Personal zu teuer sei. Sie sprach Mobilitätsportale und Mitfahrer-Apps wie „Bla-Bla-Car“ an, bei der sich Bewohner auf lokaler Ebene miteinander vernetzen und zum Beispiel gemeinsam mit einem Auto nach Halle fahren. Witte: „Wenn zwei statt einer Person im Auto säßen, hätten wir schon viel weniger Verkehr in Halle.“ Und sie fügte hinzu: „Wir können aus unseren Ortsteilen mehr machen. Es hilft, wenn man dafür die Nase über den Altkreis hinaus gesteckt hat.“

Klage über “Mobbing-Ampeln” für Radfahrer

Witte betonte, dass das Bürgermeisteramt nicht der verlängerte Arm einer Partei sein dürfe. Eine Bürgermeisterin müsse überparteilich führen. „Ich will frischen Wind in die Verwaltung bringen.“ Heiterkeit gab es im Saal, als Witte aus den Reihen der UWG als „Frau Bürgermeisterin“ angesprochen wurde. Kurz wurden die Versickerungsbeete in Bokel diskutiert, die Witte als gute Alternative zu getrennten Abwassersystemen bezeichnete. Radverkehr kam ebenfalls zur Sprache, wobei sich Wahlkreiskandidat Frank Winter über die für Radfahrer schlechten Bedingungen speziell zwischen Bokel und Halle beklagte. Bei den Einstellungen an den an der Wegstrecke liegenden Ampeln verlören Radfahrer auf wenigen hundert Metern vier Minuten. Winter sprach von „Mobbingampeln“.

“Provinziell” und “unsäglich”: Wittes scharfe Kritik

Angesprochen auf das Thema Storck hat Kirsten Witte deutliche Kritik an der Stadtverwaltung formuliert. Deren Verhalten sei „provinziell“, was sie auf die fehlende Möglichkeit von digitaler Übertragung der Beratung in andere Räume beim jüngsten Umweltausschuss bezog. Außerdem sei das Verfahren „unsäglich“. Denn bisher habe die Haller Politik noch keine Gelegenheit gehabt, über die Pläne zu diskutieren.

Nachdem vom BUND zwei herangezogene Gutachter sich kritisch mit dem von Storck vorgelegten Gutachten zum Wasserantrag auseinandergesetzt hätten, sehe sie nicht, wer hier Recht habe, so Witte. Sie empfahl die Hinzuziehung der Oberen Wasserbehörde bei der Bezirksregierung. Das Wasserantragsverfahren liegt derzeit bei Unteren Wasserbehörde des Kreises Gütersloh. Für den landschaftspflegerischen Begleitplan mit Umlegung des Laibaches sieht Witte noch viel Gestaltungs- und Handlungsspielraum. „Das geht aber nur, wenn man miteinander redet.“ Nichts sei bisher entschieden. Es werde aber viel Druck gemacht, „dass wir entscheiden“, kritisierte Witte. Außerdem bedauerte sie, dass bei den von der „Fridays for Future“-Bewegung organisierten Spaziergängen im Storck-Wald keine Vertreter der Stadtverwaltung dabei gewesen seien.

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