Politik diskutiert in Hörste mit Bürgern die Anbindung der Ortsteile an Halle
Zum Einkaufen nach Steinhagen?

Halle-Hörste (WB). „Wir freuen uns, dass wir heute Vertreter von allen politischen Parteien hier haben. Die Bürger sollen sich eine Meinung bilden können“, sagt Peer Kranz, der den Bürgertreff am Freitagabend vor dem „Hörster Markt“ stellvertretend für die „Bürgerinitiative Alleestraße“ moderiert. Es ist der zweite von insgesamt fünf Terminen der Veranstaltungsreihe „Bürger und Politik vor Ort“, der diesmal nicht so stark besucht war wie die Auftaktveranstaltung zum Thema Straßenausbaubeiträge in Halle.

Dienstag, 25.08.2020, 11:02 Uhr aktualisiert: 25.08.2020, 11:04 Uhr
Kamen in Hörste zum Bürgertreff zusammen: (von links) Dr. Kirsten Witte (Grüne) , Heinz Schulte-Brochterbeck (SPD), Karl-Heinz Wöstmann (UWG) , Andreas Lüdecke (Bürgerinitiative Alleestraße), Harald Stützlein (FDP) und Thomas Tappe (CDU). Foto: Krammenschneider
Kamen in Hörste zum Bürgertreff zusammen: (von links) Dr. Kirsten Witte (Grüne) , Heinz Schulte-Brochterbeck (SPD), Karl-Heinz Wöstmann (UWG) , Andreas Lüdecke (Bürgerinitiative Alleestraße), Harald Stützlein (FDP) und Thomas Tappe (CDU).

„Wocheneinkäufe erledigt man nicht mit dem Fahrrad“

Zentrales Thema im Hörster Dorfkern ist die Anbindung des Ortsteils, die laut Peer Kranz von zentraler Bedeutung sei. „Wir müssen hier ein Konzept entwickeln, dass alle Einwohner das Gefühl haben, dazuzugehören. Aus unserer Sicht reicht ein guter ÖPNV nicht aus. Wocheneinkäufe erledigt man eben nicht mit dem Fahrrad. Deswegen ist es nach wie vor wichtig, Halle gut mit dem Auto erreichen zu können“, verdeutlicht Kranz zu Beginn die Sichtweise der Bürgerinitiative. Die befürchtet nämlich, dass Bewohner der Ortsteile wegen der Verkehrsproblematik die Haller Innenstadt zunehmend meiden und stattdessen einfach und schnell über die A33 Steinhagen für ihre Einkäufe ansteuern.

Nach den einleitenden Worten von Kranz ergreift zunächst die Bürgermeisterkandidatin der Grünen, Dr. Kirsten Witte, das Wort, die den Ortsteilen ihre Unterstützung zusichert. „Ortsteile müssen ihr Eigenleben haben. Hilfreich können hier zukünftig auch digitale Modelle sein wie Läden, die man nur mit Kundenkarte betreten kann, Car-Sharing oder der Ausbau des beliebten Sammeltaxis“, so Witte, der es wichtig sei, dass alle Verkehrsteilnehmer Halles Innenstadt gut erreichen können.

 

Erreichbarkeit der Innenstadt diskutiert

Thomas Tappe, der für die CDU das Bürgermeisteramt anstrebt, betonte derweil, dass viele, vor allem ältere Bürger mit diesen digitalen Lösungen wenig anfangen könnten. Deshalb sei es wichtig, Ortsteile unter anderem mit neuen Baugebieten und der Ansiedlung von Familien zu stärken, die einen Erhalt der dortigen Infrastruktur mit Schulen und Kitas oder eben einem kleinen Dorfladen ermöglichen. Er hält die Erreichbarkeit der Haller Innenstadt mit dem PKW für sehr wichtig, befürwortet ebenfalls den Ausbau des erfolgreichen Sammeltaxis und wirbt für Bürgerbussysteme.

Harald Stützlein (FDP) indes hebt hervor, dass neben der Erreichbarkeit mit allen Verkehrsmitteln auch genügend Parkplätze in der Haller Innenstadt angeboten werden. Jörg Witteborg, seines Zeichens Ortsvereinsvorsitzender der SPD, möchte, dass Autofahrer nicht gegen Fahrradfahrer ausgespielt werden. „Es ist immer eine individuelle Frage und abhängig von der Situation, welches Verkehrsmittel ich benötige. Es geht aber nicht nur um die Verkehrsanbindung. Auch die Unterstützung der Vereine ist wichtig“, so Witteborg. Karl-Heinz Wöstmann von der UWG hat an diesem Abend in Hörste wie Tappe ein Heimspiel. Wöstmann betont, dass die Unabhängigen sich schon immer für die Belange der Ortsteile und das Wohlergehen ihrer Bewohner eingesetzt hätten.

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