Von Stefan Küppers
Entscheidende Fragen

Es hat sich im Eventcenter nicht jeder anmerken lassen. Aber wenn man genau hinhörte, konnte man bei vielen die Kinnlade herunterklappen hören. Denn das, was da von unabhängigen Experten zu zentralen Fragen der Haller Stadtplanung zu vernehmen war, dürfte mancher wie einen Urknall empfinden. Nach dieser (zum Glück öffentlichen) Sitzung des LWL-Baukulturbeirates und seinen eindeutigen Empfehlungen sollte in Halle wenig so weiterlaufen wie bisher.

Samstag, 29.08.2020, 05:05 Uhr aktualisiert: 29.08.2020, 17:12 Uhr
Die Mitglieder des Baukulturbeirates des LWL haben zu wesentlichen Projekten der Haller Stadtplanung kritisch Position bezogen. Foto: Küppers
Die Mitglieder des Baukulturbeirates des LWL haben zu wesentlichen Projekten der Haller Stadtplanung kritisch Position bezogen. Foto: Küppers

Eine bislang komische Debatte

Seit zwei Jahren läuft die Debatte, wie es nach der A33 in Halle weitergehen soll. Es war und ist eine bis heute komische Debatte. Stück für Stück werden Einzelteile betrachtet. Das gilt für den Verkehr, und das gilt für zukunftsweisende Stadtquartiere wie eben die Ortsdurchfahrt B68 oder auch die „rechte Herzkammer“, in der sogar schon ein Aldi geplant war. Die Stadt hat Grundstücke und 300 Jahre alte Häuser aufgekauft, um dann schon mal Abrisslisten kursieren zu lassen.

Was sind eigentlich eure Ziele?

Und auf einmal passiert etwas, was die Wir-müssen-auch-mal-fertig-werden-Macher bisher nicht zugelassen haben: Es gibt den Blick von außen, von Fachleuten. Und die stellen die entscheidenden Fragen: Was sind eigentlich eure Ziele? Warum können wir die nicht erkennen? Warum habt ihr keinen Masterplan, der alles zusammen betrachtet und die großen Chancen wirklich nutzt? Und warum organisiert ihr Haller keine Architektenwettbewerbe, um möglichst viele Ideen vorgelegt zu bekommen, gerade bei der Bedeutung für die nächsten 100 Jahre?

Wer auch immer die Ratswahlen gewinnt oder Bürgermeister wird, lässt hoffentlich die mahnenden Worte und guten Ratschläge der Experten auf sich einwirken. So könnte es sich noch als Glücksfall erweisen, diesen Klartext-Beirat eingeladen zu haben.

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