Sigrid Ellerbrake übernimmt Leitung des Palliativpflegedienstes im Altkreis Halle
Wertvolle Hilfe am Lebensende

Halle (WB). „Es ist eine seelische Belastung und gleichzeitig ein erfüllender Beruf“ – dass das kein Widerspruch sein muss, betonen die Mitarbeiter des Palliativpflegedienstes. Als Angestellte der Diakonie im Kirchenkreis Halle stehen zehn Fachkräfte den Menschen zur Seite, die unter einer fortgeschrittenen oder nicht heilbaren Erkrankung leiden.

Dienstag, 22.09.2020, 04:15 Uhr aktualisiert: 22.09.2020, 04:20 Uhr
Das Palliativ-Team mit Mitgliedern der Diakonieleitung: (von links) Marliese Lampert, Hedwig Brockmeyer, Ulrike Buchholz, Margrit Hanke, Theo Füssmann, Ingo Hansen (Diakonie-Geschäftsführung), Sigrid Ellerbrake, Bärbel Werner-Pleitner, Olaf Lingnau (Bereichsleitung Pflege) und Irmtraud Müller. Auf dem Foto fehlen Yvonne Seefeld und Jenny Klemm. Foto: Volker Hagemann
Das Palliativ-Team mit Mitgliedern der Diakonieleitung: (von links) Marliese Lampert, Hedwig Brockmeyer, Ulrike Buchholz, Margrit Hanke, Theo Füssmann, Ingo Hansen (Diakonie-Geschäftsführung), Sigrid Ellerbrake, Bärbel Werner-Pleitner, Olaf Lingnau (Bereichsleitung Pflege) und Irmtraud Müller. Auf dem Foto fehlen Yvonne Seefeld und Jenny Klemm. Foto: Volker Hagemann

In der Leitung der Gruppe gibt es jetzt einen Wechsel: Margrit Hanke (62) will sich im Hinblick auf ihren nahenden Ruhestand zurückziehen und übergibt das Zepter an Sigrid Ellerbrake (52). Hanke bleibt dem Palliativpflegeteam aber noch weiter erhalten.

Erfüllende Aufgabe

„Denn die Begleitung und Unterstützung schwerstkranker und sterbender Menschen liegt mir am Herzen. So anstrengend das für alle Beteiligten ist, so erfüllend ist es“, weiß Margrit Hanke: „Denn wir versuchen, Patienten in deren verbleibender Lebenszeit möglichst viel Lebensqualität zu geben. Oft leiden sie in dieser Zeit unter Unruhe und Schlaflosigkeit, haben Angst, Luftnot oder Gesprächsbedarf. Als ausgebildete Fachkräfte unterstützen wir nicht nur die pflegerische Grundversorgung, sondern dürfen den Menschen auch bei ihnen zu Hause Medikamente zur Linderung geben, ermöglichen eine Schmerztherapie“, erklärt die 62-Jährige. „Immer geht all das mit der psychosozialen Betreuung einher. Ziel ist, dass die Menschen so lange wie möglich zu Hause in vertrauter Umgebung bleiben können – und dort im Kreise ihrer Angehörigen sterben dürfen.“

Margrit Hanke und ihre Kollegin Sigrid Ellerbrake wissen: „Diese Begleitung kann für alle Beteiligten zu einer sehr wertvollen, beziehungsintensiven Lebenserfahrung werden. Es ist ein anstrengender 24-Stunden-Dienst.“ Der gleichzeitig sehr erfüllend sei: „Weil wir helfen können. Es gibt immer wieder schöne Erfahrungen. Etwa die Dankbarkeit des zu betreuenden Menschen. Und oft entwickeln Angehörige bei Pflege und Hilfestellung Kompetenzen, die sie selbst nicht für möglich gehalten hätten“, berichtet Ellerbrake. „Es haben auch schon die Freunde eines Sterbenden einen ‚Dienstplan‘ erstellt, wer ihm wann zur Seite steht. So etwas rührt auch uns.“

Es haben auch schon die Freunde eines Sterbenden einen ‚Dienstplan‘ erstellt, wer ihm wann zur Seite steht. So etwas rührt auch uns.

Sigrid Ellerbrake

Der Palliativpflegedienst ist rund um die Uhr erreichbar. „Der Erstkontakt erfolgt aber immer erst über den Hausarzt“, betont Ellerbrake. Resultat der Anstrengungen vergangener Jahre: 1996 begannen sowohl Margrit Hanke als auch Sigrid Ellerbrake bei der Diakonie. Hanke absolvierte zuvor in Bethel ihre Ausbildung zur Krankenpflegerin bei den Sarepta-Schwestern, arbeitete später in leitender Funktion in der Bielefelder Petri-Gemeinde. 1996 übernahm sie die Pflegedienstleitung für die fünf Diakoniestationen im Altkreis Halle, vier Jahre später die Leitung der Haller Station. „Nicht zuletzt durch ihr Engagement wurden ab 2001 in jeder der fünf Diakoniestationen spezielle Palliativpflegekräfte ausgebildet“, erinnert sich Diakonie-Geschäftsführer Ingo Hansen. Inzwischen gibt es eine Reihe an Kooperationspartnern im Palliativpflegenetz, etwa mit ehrenamtlich tätigen Hospizgruppen.

Sigrid Ellerbrake absolvierte ihre Krankenpflegeausbildung in Gilead, leitete von 1996 bis 2006 die Diakoniestation Werther. Die Pflegedienstleiterin schloss 2011 ihre Palliativausbildung ab. Was sie sich für die Zukunft wünscht? „Dass – auch durch unsere Unterstützung – im Bewusstsein das Sterben zum Leben dazu gehört. Das ist als Außenstehender leicht gesagt. Wenn man dann aber etwa sehr junge Todkranke begleitet, hat man schon sehr zu schlucken“

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