Reiter freuen sich, dass das Turnier in Tatenhausen eingeschränkt stattfinden konnte
Corona-Hindernisse gut übersprungen

Halle-Tatenhausen (WB). Sie sind zwar nicht die ersten und auch nicht die einzigen. Doch die Turniergemeinschaft Tatenhausen traute sich als eine der wenigen, zumindest Teile ihres traditionsreichen Reitturniers zu veranstalten und das sogar mit Zuschauer-Erlaubnis.

Montag, 21.09.2020, 19:31 Uhr aktualisiert: 21.09.2020, 19:34 Uhr
Bis zum letzten Sprung legt sich beim Reitturnier in Tatenhausen Florian Niermann vom RFV Ravensberg auf Cassina Quinar voll in den wettbewerb, so wurde er schon vor dem Stechen Erster und hielt den Platz bis zum Schluss. Fotos: Eische Loose

Gleich am Anfang des Turniergeländes gegenüber des Schlosses Tatenhausen merkt der Besucher an Identifikationsblatt und Eintrittsband, dass dieses Jahr manches anders ist. Das Turniergelände erscheint zwar zunächst unverändert bunt und gut gefüllt. Getränke- und Imbissstände stehen am Rande, Zuschauer fiebern mit. Doch es gibt keinen Alkohol und kein großes Zelt, in dem man den Kuchen im Sitzen verzehrt; und die Gäste sind vorwiegend Mitarbeiter der Reiter. Dennoch sind Besucher erlaubt, 300 Personen. Und die erscheinen auch und füllen die Bänke und Stühle, die ausschließlich im Freien und nur um den großen Platz herum gestellt sind.

Dressur-Prüfungen fielen Corona zum Opfer

Die verstärkten Hygiene-Maßnahmen haben den Umfang des Turniers stark geschrumpft. Die Dressur-Prüfungen mussten gänzlich ausfallen. »Die Reiter sollen ja anderthalb Meter Mindestabstand haben und Abreiteplatz und Aufwärmbereich sind auch streng getrennt«, erzählt Friederike Falkenreck. Doch auch Sponsoren zu finden, wurde unter diesen Umständen schwer. »Letztlich sind wir aber großartig unterstützt worden«, meint Friederike Falkenreck zu diesem Aspekt.

Doch auch die Reiter und ihre Mitarbeiter selbst haben sich ausgiebig gemeldet. Erstmals wurden 82 Prozent der Nennsicherheit erlangt - sonst sind es maximal 70 Prozent. Dabei nutzten viele der insgesamt 240 Teilnehmer die Möglichkeit, mit mehreren Pferden an mehreren Prüfungen teil zu nehmen. Es waren insgesamt zwölf in den Qualitätsstufen von E bis M, samt einigen Reitwettbewerben.

»Die Nenn-Frist reichte bis zum vergangenen Montag, das ist sehr kurzfristig. Insgesamt haben wir nur rund sechs Wochen lang geplant«, berichtet Friederike Falkenreck.

Florian Niermann vom RFV Ravensberg im M-Springen erfolgreich

Viel Zeit zum Üben und Vorbereiten hatten die Reiter also nicht. Zwar stand das Tierwohl bei den Corona-Maßnahmen im Vordergrund und bedeutete, dass alle Tiere bewegt wurden. Doch so ein Turnier hat eben seine eigenen Gesetze. Reiterin Semja El Khaoula vom RFV Ravensberg erfuhr das schmerzhaft am eigenen Körper. Im M*-Turnier startete sie zweimal mit unterschiedlichen Pferden Coppa del Rey und Cenny McCormick und scheiterte doch mit beiden Tieren am selben Hindernis mit unfreiwilligem Abstieg.

Allerdings setzten sich einige auch mit viel Durchsetzungswillen schnell an die Spitze. Das waren beispielsweise Florian Niermann und Cassina Quinar vom RFV Ravensberg, die sich noch vor dem Stechen im letzten M*-Turnier mit null Fehlern und unglaublichen 61,83 Sekunden an die Spitze setzten. Dort verblieben sie auch mit null Fehlern und 42,62 Sekunden. Sie setzten sich damit vor Lena Biermann und Collin 99 vom RV Lippische Rose Oerlinghausen mit 43,71 Sekunden und Maik Bessmann mit Cordobes 14 vom RFV Harsewinkel mit 51,83 Sekunden durch. Beide blieben ebenfalls fehlerlos.

Weitere Ergebnisse auf der Seite von equi-score (https://www.equi-score.de/index.php?mod=mod_halle-tatenhausen2020&url=&lng=de) nachgelesen werden.

Wann der beliebte Züchterpreise Rosella wieder vergeben wird, ist noch fraglich. Im Prinzip denkt man an den Oktober und das Turnier in Herzebrock. Doch bleibt auch anderes ohne Antwort: So die Frage nach der Dressur, den kombinierten Prüfungen und den Sammelturnieren, die aus mehreren Wettbewerben die Noten ziehen. Dennoch freuen sich alle Reiter über die Möglichkeit, sich miteinander zu messen und ihre Tiere wieder zu fordern, auch wenn es dazu mehr Planung braucht.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7595625?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516076%2F
Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann ist tot
Thomas Oppermann zog 2005 in den Bundestag ein. Von 2013 bis 2017 war der Jurist Vorsitzender der SPD-Fraktion.
Nachrichten-Ticker