Gesundheitsdienstleister will mit neuen Ideen vor allem ältere Kunden zurück gewinnen
Wie Saluto gegen Folgen der Corona-Krise kämpft

Halle (WB). In Fragen der Gesundheit ist Saluto in Halle in vielerlei Hinsicht ein Spezialist. Doch wie man als Unternehmen mit 30 Mitarbeitern gesund aus der Corona-Krise herauskommen kann, diese Frage beschäftigt Saluto-Chef Prof. Dr. Elmar Wienecke und seine Frau Marion, die die kaufmännische Geschäftsleitung des seit 27 Jahren im Sportpark ansässigen Unternehmens inne hat, immer mehr mit einem gewissen Bangen um die Zukunft.

Mittwoch, 23.09.2020, 06:00 Uhr
David Lipke, Master of Science in Sportwissenschaft, und Marion Wienecke, kaufmännische Leiterin bei Saluto, hoffen sehr, dass insbesondere ältere Kunden Corona-Ängste überwinden und an Trainingsgeräte in Räumen im Sportpark zurückkehren. Fotos: Küppers

Sportmediziner warnt insbesondere ältere Kunden vor Folgen des Nichtstun in der Krise

Und es zeigt sich dabei vor allem auch eines: Die Angst vor dem Virus insbesondere in der Gruppe der älteren sogenannten Corona-Risikogruppe hat massive wirtschaftliche Auswirkungen zum Beispiel auf Unternehmen wie Saluto. Viele dieser Ängste jedoch sind in erster Linie Kopfsache, und genau an diesem Punkt wollen die Wieneckes und Saluto ansetzen. Die wichtigste Aussage des Professors und promovierten Sportwissenschaftlers: Wer als älterer oder auch kranker Mensch aus Angst vor Corona damit aufhört, sich zum Beispiel durch Muskeltraining gesund zu erhalten, der wird durch seine (Über-)-Vorsicht am Ende mehr gesundheitlichen Schaden als Nutzen erleiden. Wienecke will die, wie er es nennt, Immun-Kompetenz der Patienten und Kunden stattdessen stärken und „mit gut trainierten Muskeln den Körper quasi impfen“.

Zwei Lockdowns treffen Saluto wirtschaftlich heftig

Der ungemein innovative und umtriebige Elmar Wienecke, der über sein Spezialgebiet unter dem Titel „Mikronährstoffe - Meilensteine der Gesundheitsmedizin“ in den vergangenen Corona-Monaten ein weiteres Buch geschrieben hat, setzt auf die Überzeugung von Menschen. Und das ist auch bei vielen Saluto-Kunden aufgrund der Entwicklungen seit Beginn der Pandemie nötig. Denn seit vergangenem März hat das Unternehmen im Sportpark mittlerweile zwei Schließungsphasen überstehen müssen. Die erste Phase ging von Mitte März bis Mitte Mai. Dann folgte im Juni ein zweiter Lockdown im Kreis Gütersloh aufgrund der Corona-Vorfälle bei Tönnies. Das alles traf insbesondere den Bereich Physiotherapie und Rehasport bei Saluto heftig. Aber auch Saluto-Dienstleistungen wie betriebliches Gesundheitsmanagement, unter anderem bei großen Unternehmen wie Claas oder Gerry Weber, brachen plötzlich weg, weil auch Unternehmen in der Pandemie noch ganz andere Sorgen haben.

Corona-Soforthilfe kann Verluste nicht annähernd abfedern

Für die Mehrzahl der 30 Mitarbeiter musste Kurzarbeit angemeldet werden. Die Corona-Soforthilfe des Staates in Höhe von 25.000 Euro konnte zwar auch Saluto in Anspruch nehmen. Doch die Verluste des Unternehmens, die durch massive Einnahmeausfälle bei gleichzeitig fortlaufenden Kosten entstehen, summieren sich laut Elmar Wienecke auf mehr als das Zehnfache der Soforthilfe, wenn man es aufs ganze Jahr rechnet. Um so wichtiger sind Perspektiven. Und dazu gehört eben auch, dass Saluto-Kunden in die Kurse oder individuellen Anwendungen wieder zurückkehren. Von 980 Verträgen vor der Corona-Krise sind von Kunden 210 ruhend gestellt worden, informiert Marion Wienecke. Das ist mehr als jeder fünfte Vertrag. Und es sind vor allem ältere Menschen, die fern bleiben. Denn rund sechs von zehn Saluto-Kunden seien älter als 60 Jahre, informieren die Wieneckes.

Das Ehepaar freut sich natürlich über viele Kunden, die ihre Verträge auch im Lockdown gehalten haben oder auch sogenannte Corona-Gutscheine für beitragsfreies Training in späteren, besseren Zeiten erwarben. Doch die Wieneckes wollen auch weitere Kunden davon überzeugen, dass in den Saluto-Räumen im Sportpark ein Corona-sicheres und vor allem gesundes Training möglich ist. Das Fachpersonal jedenfalls haben die Wieneckes auch in der Krise unter schweren Bedingungen bewusst gehalten. „Man findet in unserem Bereich sonst kaum noch qualifizierte Mitarbeiter“, sagt Marion Wienecke.

Hygieneauflagen werden streng beachtet

Den Hygienevorgaben der Behörden werde gewissenhaft mit hohem Aufwand entsprochen, wird betont. Das reiche von gründlichen Desinfektionen der Spinde und Gerätschaften über regelmäßiges Lüften dank großer Fenster bis hin zum Abstand halten. Ist das eine Gerät besetzt, kann das benachbarte nicht benutzt werden. „Und wenn sich Kunden dann über die Woche an allen Tagen verteilen, gibt es noch mehr freien Platz“, weiß Marion Wienecke.

Kräftigung der Muskeln soll auch vor Pflegeheim schützen

David Lipke, der als Master of Science in Sportwissenschaft seit Juni als Studioleiter neu bei Saluto ist, begleitet zum Beispiel ältere Kunden bei neu konzipierten Geräten, die speziell auf ein Fitness-Training in der Corona-Pandemie abgestimmt sind. Was unter „Immunity Boost“ läuft, soll das Immunsystem und eine sanfte Kräftigung der Muskulatur fördern. Das wird in einem Zirkeltraining in mehreren Stationen hintereinander durchgeführt.

Prof. Dr. Elmar Wienecke ist davon überzeugt, dass ältere und auch kranke Menschen auf eine Stärkung ihrer Muskeln und damit auch ihres Immunsystems nicht verzichten sollten. „Joggen allein reicht nicht“, sagt der Sportmediziner und beruft sich auf reputierte Ärzte an Universitäten. „Eine gute Muskulatur ist wie ein Jungbrunnen und ein Schutzfaktor gegen Pflegeheime“, sagt der 60-jährige Wienecke. Keine Frage: Bei Saluto gilt es in mehrfacher Hinsicht Muskeln gegen die Corona-Krise aufzubauen.

 

 

 

 

 

 

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