Was hinter den Kulissen am Wahlabend passierte und was jetzt ansteht
Mehr als ein Sieger bei der CDU

Halle (WB). Über Monate ist wegen der Kommunalwahl manche Sachfrage in Halle auch besonders aufgeregt diskutiert worden war. Am Tag nach dem Abschluss und Höhepunkt der Wahlen, nämlich dem Stichentscheid über die Besetzung des Bürgermeisteramtes, jedoch war es politisch weitgehend still. Das mag auch daran gelegen haben, dass die Akteure von den Ereignissen am Sonntag beziehungsweise von den persönlichen Anstrengungen der letzten Wochen und Monate ziemlich erschöpft waren.

Dienstag, 29.09.2020, 09:22 Uhr aktualisiert: 29.09.2020, 09:24 Uhr
Glückwunsch der SPD: Wolfgang Bölling und Jörg Witteborg sprechen mit Wahlsieger Thomas Tappe. Foto: Krammenschneider
Glückwunsch der SPD: Wolfgang Bölling und Jörg Witteborg sprechen mit Wahlsieger Thomas Tappe. Foto: Krammenschneider

Tappe muss nach 30 Jahren der Stadtverwaltung Versmold Ade sagen

Die CDU jedenfalls hatte was zu feiern und tat dies am späten Sonntagabend noch an der Theke im Restaurant Hollmann. Wahlsieger Thomas Tappe, der zum 1. November das Amt des Bürgermeisters von Anne Rodenbrock-Wesselmann übernehmen wird, dankte nochmals den engagierten Wahlkämpfern aus dem CDU-Stadtverband, ohne deren Mittun ein Spitzenkandidat kaum erfolgreich hätte bekannt gemacht werden können. Bevor Tappe sein neues Amt in Halle antreten wird, will er in der Stadtverwaltung Versmold noch etwas Urlaub abbauen und zugleich auch Voraussetzungen für einen reibungslosen Übergang für eine Nachfolge schaffen. Immerhin hat der 49-jährige Thomas Tappe in seiner aktuellen Funktion als Fachbereichsleiter Bürgerdienste insgesamt 30 Jahre im Versmolder Rathaus zugebracht.

Peter Goldbecker aus Hörste rückt für CDU in den Rat nach

Die Wahllobby, die die Stadt Halle zum zweiten Mal im geräumigen Eventcenter eingerichtet hatte, sodass die Einhaltung von Corona-Regeln und Abständen gewährleistet war, war mit deutlich mehr als 100 Gästen abermals gut besucht. Und die Veranstaltung hatte mit Thomas Tappe, der sich bekanntlich mit 60,8 Prozent gegen Edda Sommer (SPD) mit 39,2 Prozent der Stimmen durchsetzen konnte, nicht nur einen Sieger. Denn da Tappe bekanntlich auch das Direktmandat für den Stadtrat in seinem Heimatort Hörste gewonnen hatte, war mit dem Erfolg bei der Bürgermeisterwahl sein Wahlkreissitz quasi frei geworden. Für diesen Fall hatte die CDU schon bei der Aufstellungsversammlung im Juni Vorsorge getroffen. Der Postbeamte und Hörster Löschzugführer Peter Goldbecker war für genau diesen Erfolgsfall als sogenannter Sternchenkandidat nominiert worden. So sollte sichergestellt werden, dass die Interessen Hörstes weiterhin direkt von einem CDU-Vertreter wahrgenommen werden können. Die CDU hat sowohl bei der Rats- als auch bei der Bürgermeisterwahl die beiden Hörster Wahlbezirke hoch gewonnen.

Das von der CDU bewusst gewählte Verfahren führt freilich dazu, dass Sternchenkandidat Goldbecker auch vor weiteren Kandidaten auf der CDU-Reserveliste in den Rat einzieht. Bekanntlich ist unter anderem der bisherige CDU-Fraktionschef Hendrik Schaefer nicht mehr im neuen Rat vertreten, weil wegen vieler gewonnener Direktmandate die CDU-Reserveliste nicht mehr zog.

Diskrete Gespräche im Hintergrund

Was in den nächsten Tagen passieren wird und womöglich auf politischen Tummelplätzen wie einer Wahllobby vorfühlend bereits passiert ist, ist eine eher diskrete Angelegenheit. Parteien führen Gespräche miteinander und loten aus, ob gegebenenfalls in den kommenden Jahren gemeinsame politische Projekte im Rat durchgesetzt werden könnten. Auch das Personaltableau in den Fraktionen wird sortiert, angefangen von den künftigen Chefs oder Chefinnen der Fraktionen über die Besetzung der stellvertretenden Bürgermeister bis hin zu der Frage, welche Ausschüsse in welcher Größe gebildet werden und wer diesen Gremien vorsitzen soll. Spätestens bis zur Konstituierung des neuen Stadtrates Anfang November werden diese Entscheidungen gefallen sein.

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