Bezirksregierung und Landesbetrieb lehnen SPD-Antrag aus dem Altkreis Halle ab
A33 bleibt ohne Tempolimit

Steinhagen (WB/anb). Eine Temporeduzierung auf 100 Stundenkilometer wird es auf der A33 im Altkreis Halle nicht geben. Die Ablehnung der Bezirksregierung Detmold und des Landesbetriebs Straßen NRW hat Bürgermeister Klaus Besser im Bauausschuss der Gemeinde weitergegeben.

Samstag, 10.10.2020, 03:51 Uhr aktualisiert: 10.10.2020, 15:48 Uhr
Die A33 in Steinhagen und auf den Abschnitten durch Halle und Borgholzhausen bleibt ohne Tempolimit: Die Behörden sehen keine ausreichenden Gründe. Foto: Bluhm-Weinhold
Die A33 in Steinhagen und auf den Abschnitten durch Halle und Borgholzhausen bleibt ohne Tempolimit: Die Behörden sehen keine ausreichenden Gründe. Foto: Bluhm-Weinhold

Wie berichtet, hatten die SPD-Ortsvereine von Steinhagen, Halle und Borgholzhausen, den A33-Anrainerkommunen im Altkreis, im Mai einen gemeinsamen Antrag auf „Tempo 100“ formuliert – in der Hoffnung, dies möge auch zur Lärmreduzierung beitragen. In Steinhagen, wegen der Nähe zur Autobahn bekanntlich besonders betroffen, hatte der Gemeinderat am 18. Juni 2020 mehrheitlich Bürgermeister Klaus Besser beauftragt, sich bei den zuständigen Behörden, dem Landesbetrieb und der Bezirksregierung Detmold, für das Tempolimit einzusetzen.

Der Landesbetrieb begründet die Ablehnung nun damit, dass der A33-Abschnitt durch den Altkreis Halle nicht als unfallhäufig in Erscheinung getreten sei. Auch die Lärmreduzierung scheidet aus Sicht des Landesbetriebs als Begründung aus, zumal sie an bestimmte Voraussetzungen geknüpft ist, die laut Straßen NRW nicht gegeben sind, da durch die Lärmschutzwände und -wälle eine Bebauung, die durch ein Tempolimit zu schützen wäre, für die Autofahrer auf der A33 nicht sichtbar ist, somit „keine Akzeptanz für eine Beschränkung der Geschwindigkeit zu erwarten ist“.

Lärmreduzierung nur ein dBA

Auch müssten durch die Temporeduzierung Lärmminderungen von mindestens drei dBA erreicht werden, damit ein Effekt überhaupt hörbar ist, heißt es bei Straßen NRW weiter: „Eine Beschränkung der zulässigen Geschwindigkeit auf 100 km/h würde tagsüber zu einer Minderung des Lärmpegels um lediglich 1 dBA führen. Aufgrund des hohen, den Lärmpegel dominierenden Lkw-Anteils wären im Nachtzeitraum nur 0,6 dBA erreichbar. Selbst bei einer Reduzierung auf 80 km/h wäre keine effektive Wirkung zu erzielen“, heißt es.

Auch von der Bezirksregierung heißt es, dass weder aus Sicht des Immissionsschutzes über den Planfeststellungsbeschluss noch aus Sicht der Verkehrssicherheit derzeit Handlungsbedarf bestehe. Denn es sei nicht feststellbar, dass die Verkehrs- und Lärmprognose fehlgeschlagen sei. Vielmehr wird laut Bezirksregierung der Prognosewert aus dem Planfeststellungsbeschluss von 37.000 Kraftfahrzeugen pro 24 Stunden noch deutlich unterschritten. Ebenso wie Straßen NRW sieht auch die Bezirksregierung auf der A33 keinen Unfallhäufungspunkt.

Gleichwohl wird nun die Verkehrsbelastung gemessen. Straßen NRW will laut Bezirksregierung eine Dauerzählstelle einrichten, so dass die Verkehrszahlen permanent beobachtet werden.

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