In die Pläne für einen Badesee in Sandforth kommt neue Bewegung
Seeeigentümer haben eigene Ideen

Halle (WB). In das Projekt Badesee in Halle ist jetzt neue Bewegung gekommen. Erstmals haben sich die Eigentümer des Sandforther Sees von der sogenannten Seegesellschaft grundsätzlich positiv zu dem Vorhaben geäußert. Allerdings haben die Eigentümer deutlich andere Vorstellungen von der Lage und Dimension der geplanten Freizeiteinrichtungen am Sandforther See, wie sie zuletzt in einer Machbarkeitsstudie für die Stadt Halle vorgestellt wurden.

Sonntag, 11.10.2020, 08:00 Uhr
Der Sandforther See mit der skizzierten Badebucht, wie sie sich die Seegesellschaft vorstellt. Diese Pläne unterscheiden sich deutlich von denen, die bisher in einer Machbarkeitsstudie als Varianten vorgelegt worden waren.

Seegesellschaft wünscht, dass die Stadt Halle Kosten und auch Haftungsrisiko übernimmt

Im jüngsten Haupt- und Finanzausschuss hat Christoph Ordelheide namens der Seegesellschaft einige Punkte vorgetragen, von denen erwartet wird, dass sie von der Stadt Halle berücksichtigt werden. Ebenso dass die Eigentümer an der Planung direkt beteiligt werden. Zum einen soll die geplante Badebucht nicht am Nord-, sondern am Südufer angelegt werden. Sie wäre mit einer Dimension von 200 Meter Breite und 70 Meter Tiefe deutlich kleiner als die bisher diskutierten Lösungen am Nordufer. Ein Vorteil der Verlagerung wäre aus Sicht der Eigentümer, dass die im Nordbereich liegenden Fischteiche unberührt blieben und auch der Künsebecker Bach nicht umgelegt werden müsste. Weiterhin möchten die Eigentümer auch keinen großen Campingplatz am See, wie er in einer Variante der Machbarkeitsstudie vorgeschlagen wurde.

Auch das in der Studie vorgeschlagene Verkehrskonzept wird laut Christoph Ordelheide von der Seegesellschaft nicht unterstützt. Stattdessen sollten alle Zufahrtstraßen zum See (Dahlbreede, Im Hagen) während der Badesaison für den Kraftverkehr grundsätzlich gesperrt werden. Ausnahmen solle es nur für Anwohner, Menschen mit Gehbehinderung und Angler geben, die mit ihrer Ausrüstung zum See wollten. Überhaupt sollten die Einschränkungen für den 1. Haller Sportfischerverein so gering wie möglich sein, da dieser Verein für die Eigentümer immer ein verlässlicher Partner gewesen sei. Für alle anderen gebe es während der Badesaison die Anreise entweder mit dem Fahrrad oder aber auch mit einem Shuttle-Service, den die Stadt einrichten könnte.

Eigentümer wünschen Wochenendhäuser am Sandforther See

Überhaupt haben die Eigentümer bestimmte Vorstellungen, welche Aufgaben die Stadt übernehmen sollte. So sei die Kommune als Betreiber des entstehenden Strandbades mit Übernahme sämtlicher Haftungsrisiken „unabdingbar“, wie es in einem Positionspapier heißt. Auch müsse die Stadt die Veränderungen im Bereich Infrastruktur sowie die Kosten der Planung tragen. Die Seegesellschaft, die einer Gastronomie im Bereich nicht abgeneigt ist, schlägt die Nutzung des Umfeldes mit einem Lernort Natur sowie einem „Grünen Klassenzimmer“ für Kinder und Jugendliche vor. Das sei auch als Gebäude denkbar. Zudem bringen die Eigentümer das Ermöglichen von Wochenendhäusern und selbstgenutztem Wohneigentum ins Gespräch.

Die Diskussion im Haupt- und Finanzausschuss, die am Ende zu dem Auftrag führte, dass die vorliegende Machbarkeitsstudie überarbeitet werden soll, ergab ein gemischtes Meinungsbild. Karl-Heinz Wöstmann lehnt für die UWG wegen der Eingriffe in die Natur einen Badesee ab. Mit Aufsicht und Haftung bedeute dies zu hohe Folgekosten für die Stadt. Auch Klaus-Peter Kunze (FDP) ist vom Badesee-Konzept nicht überzeugt. Dies sei keine Alternative zu einem Freibad.

Grüne sehen „deutliche Fragezeichen“

Wolfgang Bölling (SPD) meinte, dass das Konzept der Eigentümer mit eher naturnaher Entwicklung des Bereiches der SPD sehr entgegenkomme. „Wir hatten nie die Vorstellung, dass Bielefelder über die A33 an den Haller Badesee heranrauschen. Es darf nur ein Konzept für die Bevölkerung vor Ort geben“, sagte Bölling.

Jochen Stoppenbrink (Grüne) hingegen setzte „deutliche Fragezeichen“ hinter Wünsche wie Wochenendhäuschen oder gar selbst genutztes Wohneigentum. Axel Reimers erinnerte daran, dass die CDU sich in erster Linie für ein neues Freibad positioniert habe. Ein Badesee solle aber privat betrieben werden. Somit könne es auch keine Haftungsübertragung an die Stadt geben, mahnte Reimers. Bölling erinnerte abschließend daran, dass in Sachen Badesee eine qualifizierte Stellungnahme für die Änderung des neuen Regionalplanes bis Frühjahr 2021 erarbeitet werden müsse.

 

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