Andrea Linkmeyer hat Hofladen bei Meyer zu Theenhausen in Werther übernommen
Ein Fachgeschäft für bewussten Genuss

Werther (WB) Das Restaurant für den beliebten Mittagstisch ist immer noch geschlossen. Hier hat Andrea Linkmeyer vorübergehend ihr Büro eingerichtet. Im Februar hatte sie die Geschäftsführung des Hofladens Meyer zu Theenhausen übernommen. Dann kam Corona, und alles wurde anders.

Dienstag, 20.10.2020, 13:25 Uhr aktualisiert: 20.10.2020, 13:36 Uhr
Andrea Linkmeyer hat den Hofladen bei Meyer zu Theenhausen übernommen. Seitdem heißt das Geschäft für Naturkost „Grünzeit“. Sie hat viele Pläne, die sich Corona bedingt allerdings nur nach und nach umsetzen lassen. Foto: Johannes Gerhards
Andrea Linkmeyer hat den Hofladen bei Meyer zu Theenhausen übernommen. Seitdem heißt das Geschäft für Naturkost „Grünzeit“. Sie hat viele Pläne, die sich Corona bedingt allerdings nur nach und nach umsetzen lassen. Foto: Johannes Gerhards

Dennoch hat sich die Agrarwissenschaftlerin und ausgebildete Groß- und Außenhandelskauffrau sich entschieden, im Juli Nägel mit Köpfen zu machen. »Die Räume habe ich gepachtet, Ware und Inventar gehören mir«, sagt die Inhaberin von »Grünzeit Naturkost«, wie der Laden für »sinnvolles Einkaufen und bewusstes Genießen« jetzt heißt. Andrea Linkmeyer will mit dem neuen Namen bei aller Beständigkeit und Tradition auf eigene Ideen aufmerksam machen und einen Ort schaffen, an dem man gerne Zeit verbringt und sich über achtsamen Lebensstil austauschen kann. Sie denkt dabei an generationenübergreifende Vorträge und Workshops, denn gerade in dieser Zeit bestehe ein besonders großes Bedürfnis nach Gemeinschaft.

Bistro soll Außenbereich bekommen

Inwieweit die Unternehmerin ihre Pläne angesichts steigender Infektionszahlen bereits in diesem Jahr verwirklichen kann, gehört zu den inzwischen zum Tagesgeschäft gehörenden Unsicherheiten. Niemand weiß genau, ob gemeinsames Kürbisschnitzen oder die Gestaltung von Adventskränzen und -kalendern ohne Weiteres möglich ist. Mittelfristig soll das Bistro verlegt und mit einem Außenbereich kombiniert werden. Neben Mittagstisch, Kaffee und Kuchen sollen zusätzliche Snacks und Kleinigkeiten das Angebot bereichern.

Im Gegenzug zieht die »Drogerieabteilung« ins jetzige Büro, diverse Trennwände sollen weichen, um die Erlebnisqualität auf den 260 Quadratmetern Verkaufsfläche zu erhöhen. Gegenwärtig wird die Zahl der Kunden, die sich gleichzeitig im Laden aufhalten, coronabedingt auf sechs bis acht beschränkt. Wer am Eingang keinen Einkaufswagen mehr findet, muss sich gedulden. Allerdings verteilt sich die Kundschaft in der Regel so über den Tag, dass Wartezeiten eher die Ausnahme sind.

Die starke Einbindung ins operative Geschäft hat eine offizielle Neueröffnung bisher verhindert. Das Kühlhaus musste kurz nach Übernahme erneuert, bestehende Pläne immer wieder an die aktuelle Lage angepasst werden. Also entschied sich Andrea Linkmeyer, die Veränderungen Schritt für Schritt umzusetzen. Dabei kommt sie derzeit ohne Fremdkapital aus und ist nach eigenen Angaben schuldenfrei.

Leidenschaft für vegane und vegetarische Küche

»Meine Leidenschaft ist die vegane und vegetarische Küche«, sagt die Expertin für Gemüseveredelung. Solange das Bistro nicht betrieben werden kann, werden derzeit pro Woche 50 bis 60 Portionen Mittagessen außer Haus verkauft, sämtliche Gerichte bereitet sie eigenhändig zu. Der Aufbau eines Onlineshops sitzt ihr dagegen »total im Nacken«, wie sie sagt. Das gesamte Sortiment digital auf dem aktuellen Stand zu halten, rechtfertigt den damit verbunden Aufwand nur bedingt. Nach wie vor stehen die Produkte vom Biohof Meyer zu Theenhausen im Mittelpunkt des Warenangebots. Brot hat weiterhin einen hohen Stellenwert, der durch neue Lieferanten abgesichert wird. Dazu wird das Non-Food-Angebot durch Kooperation mit regionalen Betrieben ständig ausgebaut und erweitert. Als Beispiele nennt Andrea Linkmeyer die Seifen Manufaktur St. Annen und CreamyCare Naturkosmetik aus Osnabrück.

Nach der ersehnten Fertigstellung der Ortsdurchfahrt Theenhausen soll auch ein neues Hinweisschild an der Durchgangsstraße und weitere Marketingmaßnahmen auf Grünzeit Naturkost hinweisen. Mitarbeiterin Julia Wetzlar hat extra ein neues Logo für den Hofladen entworfen. Die in Bissendorf beheimatete Inhaberin Andrea Linkmeyer genießt jedenfalls den Kontakt zu ihren Kunden, die sie und ihre sechs Beschäftigten montags bis freitags zwischen 10 und 18 Uhr und am Samstag von 9 bis 13 Uhr bei Grünzeit in der Theenhausener Straße 3 antreffen können.

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