Erhebliche Wasserschäden in der Johanniskirche
Unterm Gewölbe blättert der Putz ab

Halle -

Erst sind Stockflecken im Flur zur Sakristei sichtbar geworden, die jetzt langsam abtrocknen. Dann bröckelte der Putz über dem Gewölbe oberhalb der Kanzel und der Empore ab: Wasserschäden an der Haller Johanniskirche machen eine größere Renovierungsaktion erforderlich.

Freitag, 04.12.2020, 17:58 Uhr
Das Wasser hat sich seinen Weg gesucht, oberhalb der Kanzel bröckelt der Putz in der Johanniskirche ab. Kirchbaumeister Jürgen Deichsel zeigt eine Stelle.
Das Wasser hat sich seinen Weg gesucht, oberhalb der Kanzel bröckelt der Putz in der Johanniskirche ab. Kirchbaumeister Jürgen Deichsel zeigt eine Stelle. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

 

„Nach den Bach-Tagen müssen wir die Kirche wohl zumachen, um innen ein Gerüst aufzubauen und neu zu verputzen“, sagt Kirchbaumeister Jürgen Deichsel. Und das ist nicht alles: In absehbarer Zeit muss die Gemeinde zudem einen Sachverständigen zu Rate ziehen, um die Statik des Gebälks von Dachstuhl und Turm zu überprüfen. Jürgen Deichsel: „Da ist auch einiges ganz dünn geworden. Wir sind deshalb mit dem Hauptamtlichen beim Kirchenkreis im Gespräch“.

Zurück zum Wasserschaden: Weil es schon 2019 auf der Nordostseite durchgetropft ist, wurde das Kupferdach erneuert. „Das Metall war im Laufe der Jahre schon dünn wie Papier geworden und mehrfach geflickt“, schildert der Kirchbaumeister. Gut 10.000 Euro hat die Sanierung gekostet. Doch der Ärger ist nicht abgerissen: Das Wasser suchte sich weiter seinen Weg. Lötstellen hatten sich wohl gelöst, Bleianschlüsse zum Dach waren abgerissen. Falzbleche und Kupferdachrinnen hielten nicht mehr dicht. Das Wasser spülte die Fugen im Sandsteingesimse aus. „An einer Stelle war es so tief, dass man die ganze Hand reinstecken konnte“, berichtet Jürgen Deichsel. Mehr als 12.000 Euro muss die Kirchengemeinde jetzt für Dachdecker- und Steinmetzarbeiten hinblättern, die natürlich mit der Denkmalbehörde in Münster abgestimmt sind.

Sichtbar geworden sind die Lecks erst so richtig erst im November, als der Kirchbaumeister mit Handwerkern des Haller Dachdeckerbetriebes Marschner per Autokran und Wasserschlauch die Kirche von oben geflutet hat. Vom Dachboden aus war bestens zu sehen, dass sich in einer Ecke des Mauerwerks an der Kuppe Wasser sammelte und die Wand durchfeuchtete. Deichsel: „Das ist nicht von jetzt auf gleich passiert. Aber jetzt gibt es eine Dringlichkeitsstufe.“

Während die beiden Kupferdächer auf der Südwestseite noch in Ordnung sind, muss auch außen weiter gearbeitet werden. Vor allem am Sockel sind noch weitere Fugen zu schließen.

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