Storck-Erweiterung: Hartmut Lüker nimmt zur geplanten Verlegung des Laibaches ausführlich Stellung
BUND sieht in Laibach-Planung keinen tragfähigen Kompromiss

Halle -

Die Verlegung des Laibaches im Zuge der geplanten Erweiterung des Storck-Werksgeländes stößt weiterhin auf scharfe Kritik und Widerstand der BUND Kreisgruppe. Nach Auskunft des BUND-Sprechers Hartmut Lüker, der eine längere Stellungnahme zum Laibach-Thema verbreitete, werde der Naturschutzverband prüfen, ob gegen den erwarteten Planfeststellungsbeschluss der Unteren Wasserbehörde beim Kreis Klage eingereicht wird.. Lüker erklärte auf Nachfrage weiterhin, dass er jüngst einen Brief an Storck-Chef Axel Oberwelland geschickt habe, um einen Alternativvorschlag zu erläutern.

Donnerstag, 21.01.2021, 09:20 Uhr
Im Zuge der Debatte um die Verlegung des Laibaches war im Sommer 2020 eine Planung auf den Tisch gekommen, die den vorhandenen Wald stärker schont und auch einen Teil der bisherigen Teiche erhält (blassgrün die alte Planung). Dennoch hält sie der BUND für keinen tragfähigen Kompromiss und kritisiert das Vorhaben scharf,
Im Zuge der Debatte um die Verlegung des Laibaches war im Sommer 2020 eine Planung auf den Tisch gekommen, die den vorhandenen Wald stärker schont und auch einen Teil der bisherigen Teiche erhält (blassgrün die alte Planung). Dennoch hält sie der BUND für keinen tragfähigen Kompromiss und kritisiert das Vorhaben scharf, Foto: Brokmann

 

Der BUND ist als Verband ein offizieller Beteiligter in dem wasserrechtlichen Verfahren. In dieser Eigenschaft hat der BUND laut Lüker eine 21-seitige fachliche Stellungnahme an den Kreis Gütersloh geschickt. Wer in Person mit welcher Fachlichkeit daran beteiligt, teilte Lüker nicht genau mit. Es seien aber Fachleute aus dem Landesbüro der Naturschutzverbände, der GNU und des BUND-Kreisvorstandes. Lüker: „Namen sind nicht das Entscheidende. Wichtig ist, was als Substanz auf dem Tisch liegt.“

Laibach sollte laut BUND weiter durchs Werksgelände geführt werden

Die Hauptkritik des BUND richtet sich gegen die Bachverlegung an sich. Die bisherige Verrohrung aufzuheben, sei natürlich richtig. Aber um den Waldbestand optimaler zu schützen, sollte laut BUND das verrohrte Stück im Bereich der Storck-Villa geöffnet und dort mäandrierend geführt werden. Schließlich soll im weiteren Verlauf der Laibach nicht um das erweiterte Werksgelände herum parallel zur Westumgehung geführt werden, sondern in seinem bisherigen Verlauf weiter durch das Storck-Gelände laufen unter Erhaltung eines geschützten Biotops (Erlenbruchwald). Auch der Steinhausener Weg könne erhalten bleiben. Eine Brücke für den Werksverkehr könne so gestaltet werden, dass Fußgänger und Radfahrer queren können. Durch den neuen Verlauf müsse der Laibach teilweise tief ins Gelände eingeschnitten werden und er gehöre nicht an eine viel befahrene Straße. Naturnaher Gewässerausbau sehe anders aus.

Auf die Frage des WB, warum der BUND der Bachverlegungs-Argumentation von Storck nicht folgen wolle, dass nämlich ein Bach als Lebensraum für zum Beispiel Nager sich nicht mit den Sicherheitserfordernissen einer Lebensmittelproduktion vertrage, legte Lüker seine Sicht dar. Erstens mache Storck bereits seit Jahrzehnten seine Erfahrungen mit dem geöffneten Ruthebach auf dem Werksgelände. Auf den Hinweis, dass Storck seinen Aufwand zum Beispiel durch Fallen für Nager dargelegt hat, meinte Lüker: „Auch andere Betriebe aus der Lebensmittelproduktion haben Probleme mit Nagern. Die Nager zieht es dort hin, wo sie Nahrung vermuten.“ Ein Unternehmen könne sich keine sterile Natur schaffen.

Den Laibach an die Peripherie des Werksgeländes zu verlegen, hält Lüker wegen der morphologischen Aue für falsch. Dort wo der Laibach jetzt entlang laufe, sei im Wesentlichen auch sein ursprünglicher Verlauf. „Warum lässt man den Bach nicht dort, wo er am einfachsten fließen kann?“

Fachaussagen zur ökologischen Aufwertung des Laibaches zweifelt der BUND an

Die Aussage der Fachgutachter, dass der Laibach durch verschiedene Maßnahmen in der neuen Führung ökologisch erheblich aufgewertet werde, bezeichnete Lüker als Behauptung, die durch nichts belegt sei. Zu dem Hinweis, dass Fachgutachter und Behörden diesen Nachweis durch sogenannte Ökopunkte führen, sagt der BUND-Mann:“Man kann viel rechnen. Ich glaube diesen Rechnungen nicht und zweifele die Darstellung an.“ Auf die Frage, warum die jüngsten waldschonenderen Umplanungen der Laibach-Verlegung nicht zu Kompromissbereitschaft führe, antwortete Lüker: „Die Verbände haben eine schwere Lobby für die Natur zu bilden. Und in der Regel zieht die Natur den Kürzeren.“

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass nach Lükers Darstellung der neue Regionalplan den Laibach in seinem bisherigen Verlauf an der östlichen Werksgrenze zumindest schriftlich festgeschrieben habe. Nun aber sei man von vorherigen Festlegung abgewichen. Ziele würden bedingungslos aufgegeben. Lüker abschließend: „Der BUND stellt fest: Diese rücksichtslose Planung entspricht in keiner Weise dem verantwortungsvollen Umgang mit unserer Natur und Umwelt.“

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