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Do., 18.06.2015

Verkohlte Nase überführt Sau als »Täterin« – Brände »Im Vechtel« lückenlos aufgeklärt Brandstifterin ermittelt

Nur zwei Tage nach dem Schweinestall-Brand steht diese Scheune in Flammen. Die Pferde werden alle gerettet.

Nur zwei Tage nach dem Schweinestall-Brand steht diese Scheune in Flammen. Die Pferde werden alle gerettet. Foto: Gabriele Grund

Von Elke Westerwalbesloh

Harsewinkel (WB). Es sind zwei Dramen, die sich innerhalb weniger Tage in derselben Straße nachts abspielen. In den frühen Morgenstunden brennt ein Schweinestall lichterloh, zwei Tage später – nur wenige Meter weiter – ein Pferdestall. Es riecht nach Brandstiftung, die Polizei ermittelt. Und findet die Täterin: »Wir haben sie anhand ihrer verkohlten Nase überführt«, bestätigt Corinna Koptik, Pressesprecherin der Polizei.

Die Bewohner der Straße »Im Vechtel« können also aufatmen. Es sind demnach keine weiteren Brände zu erwarten. Die Gerüchteküche hat ausgebrodelt. Schuld an dem Brand am 5. März im Schweinestall, in dem alle 90 Tiere verendeten, war die Muttersau in der mittleren Box. »Wir haben einen Sachverständigen neben unseren Experten zu Rate gezogen. Dieser hat die Stallungen auf dem Hof genau untersucht und schließlich die Täterin überführt«, sagt Koptik.

Ein unglücklicher Zufall

Auf dem Gemüsehof Vechtel haben die Sauen ihre Ferkel zum Säugen mit in ihrer Box. Damit sie sie nicht überrollen, sind die Muttersauen in Gitterboxen untergebracht. Die kleinen Ferkelchen sollen es schön muckelig warm haben – deshalb stehen  Gaslampen in den jeweiligen Stallabteilungen.

Eine der Mama-Sauen hat sich über die Gitterbox hinweg zu ihren Ferkeln begeben. »Scheinbar dachte sie, ihre Kleinen brauchen keine Wärmelampe. Die Mutterliebe reicht«, fasst Koptik den Sachverhalt mit einem Schmunzeln zusammen. Prompt hat die Sau die Gaslampe mit ihrer Schweineschnauze umgekippt und so das Feuer entfacht. Diese Mutterliebe hat sie mit einer verkohlten Nase und schließlich auch mit ihrem Schweineleben bezahlt.

Für die Landwirte, die durch eine Nachbarin auf den Brand aufmerksam gemacht worden sind, ein schlimmes Ereignis, das sie so schnell nicht vergessen werden. Gut also zu wissen, dass das Schwein gefasst ist, das den Brand verursacht hat.

Auch der zweite Fall ist geklärt

Der Scheunenbrand wenige Tage später auf dem Hof Prövestmann ist ebenfalls geklärt: »Eine stillgelegte Stromleitung in dem Pferdestall hat den Brand ausgelöst«, berichtet Corinna Koptik von den Ermittlungsergebnissen. Bei diesem Feuer ist der Stall komplett abgebrannt, die Feuerwehr konnte verhindern, dass die Flammen auch noch auf das Wohnhaus überschlugen. Die 20 Pferde, die in der Scheune untergebracht waren, konnten alle gerettet werden. Dennoch: Der Schaden ist immens, er bewegt sich im mittleren sechststelligen Bereich. Die Reste des Stalls wurden abgerissen.

»Wir sind nur froh und auch ganz sicher, dass diese beiden Brände aus reinem Zufall in der selben Straße in so kurzem Zeitraum entfacht sind«, betont Koptik abschließend.

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