Mi., 04.04.2018

Teile des Abrooksbaches und Lutter in Harsewinkel sollen renaturiert werden Zwei Bäche, ein Konzept, keine Kosten

Der Abrooksbach: Bei Starkregen tritt er gerne mal über die Ufer und ist für angrenzende Gebäude eine Gefahr.

Der Abrooksbach: Bei Starkregen tritt er gerne mal über die Ufer und ist für angrenzende Gebäude eine Gefahr. Foto: Guido Linnemann

Von Elke Westerwalbesloh

Harsewinkel (WB). Ganz zaghaft hat Ludger Ströker im vergangenen Jahr seine Idee von einem plätschernden Bach in der Nähe der Innenstadt vorgestellt. Er träumt von Ruheinseln inmitten grüner Wiesen – aber stadtnah eben. Jetzt nimmt seine Idee bereits Formen an: Ein Teil des Abrooksbaches und ein Teil der Lutter sollen renaturiert werden.

Das zumindest wurde im Umweltausschuss beschlossen. Es dreht sich um ein Teilstück des Abrooksbaches im Stadtpark und einen Abschnitt der Lutter im Baugebiet Viehmeyers Esch. Für beide Bäche soll ein Gesamtkonzept erarbeitet werden, welches zunächst der Kreis Gütersloh angeht und später ein Fachbüro im Detail planen soll.

Mit diesem Vorhaben werden dann nicht nur Ludger Strökers Träume wahr, sondern es wird ganz konkret etwas für den Hochwasserschutz und die Tier- und Pflanzenvielfalt getan.

Der Kreis könnte die Kosten übernehmen

Guido Linnemann, Umweltberater der Stadt, sagte im Vorfeld des Ausschusses dazu: »Gemäß der europäischen Wasserrahmenrichtlinie sollen alle Gewässer in einen guten Zustand beziehungsweise in ein gutes ökologisches Potenzial gebracht werden«, erläutert der Experte.

So könnte der Kreis Gütersloh für die Gesamtkostenübernahme zuständig sein. Denn »im Rahmen dieser Richtlinie könnte der Kreis Gütersloh als Maßnahmenträger für die Umsetzung tätig werden«. So käme dann auch Harsewinkel ohne weitere Ausgaben zum Ziel.

So sollen zum Beispiel die ufernahen Flächen im Baugebiet Viehmeyers Esch renaturiert werden. Der Bolzplatz würde dabei erhalten bleiben, allerdings mit leicht verkürztem Spielfeld. »Dabei könnte dann auch die Wegsituation für Spaziergänger optimiert werden«, schließt Linnemann ab.

Als Lebensraum für Pflanzen und Tiere gestört

Ströker, der früher Leiter des Sozialamtes bei der Stadt war und nun seinen Ruhestand genießt, hat sich vor seinem Bürgerantrag intensiv mit dem Thema Abrooksbach und Stadtplanung beschäftigt. Er erinnert daran, dass der Abrooksbach 1967 aus Gründen des Hochwasserschutzes aus dem näheren Innenstadtbereich verlegt worden ist. Nun könnte der alte Zustand wieder annähernd hergestellt werden.

Denn der Abrooksbach und auch die Lutter sind in ihrer natürlichen Funktion als Lebensraum für Pflanzen und Tiere gestört. »Bei Niedrigwasser sieht man, dass er stark versandet ist«, beschreibt Ströker den Zustand des Abrooksbaches. Nun sollen beide Bäche wieder in einen besseren ökologischen Zustand versetzt werden. Und vielleicht irgendwann als grüne Oasen inmitten der Stadt dienen.

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