Fr., 21.09.2018

Hitzige Debatte zur Zukunft des Trockendocks – Entscheidung soll im Rat fallen Politikern die Rote Karte gezeigt

Mitglieder des Sportvereins Schwarz-Weiß Marienfeld (SWM) haben am Mittwochabend Kommunalpolitikern zweier Ausschüsse im Rathaus von Harsewinkel die Rote Karte gezeigt. Die Aktiven mit ihrem Vorsitzenden Jürgen Garnschröder (links) befürchten, dass eine ihrer vier Sporthallen verkleinert wird.

Mitglieder des Sportvereins Schwarz-Weiß Marienfeld (SWM) haben am Mittwochabend Kommunalpolitikern zweier Ausschüsse im Rathaus von Harsewinkel die Rote Karte gezeigt. Die Aktiven mit ihrem Vorsitzenden Jürgen Garnschröder (links) befürchten, dass eine ihrer vier Sporthallen verkleinert wird. Foto: Carsten Borgmeier

Von Carsten Borgmeier

Marienfeld (WB). Die Mitglieder zweier Ausschüsse haben sich am Mittwochabend nicht dazu durchringen können, dem Stadtrat einen klaren Weg zur Zukunft des Trockendocks zu empfehlen.

Stattdessen schaffte es eine Mehrheit aus CDU und UWG, den hitzig diskutierten Themenkomplex mehr oder weniger elegant auf zu verschieben: Am Dienstag, 25. September, muss nun der Rat in einer Sondersitzung (Beginn: 17 Uhr) darüber entscheiden, ob eine Einfachsporthalle an der Marienschule auf einem Drittel ihrer Fläche für das Jugendzentrum hergerichtet wirdl. Dies wäre zwar mit einem Gesamtvolumen von etwa 340.000 Euro die kostengünstigste von vier Varianten, die überdies zu 90 Prozent durch die Bezirksregierung gefördert werden könnte.

SPD und Grüne stützen Vorschlag der Verwaltung

Doch Mitglieder und Verantwortliche des Sportvereins Schwarz-Weiß Marienfeld (SWM) laufen dagegen Sturm, weil sie sich von der Stadtverwaltung, von Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide (59), vor vollendete Tatsachen gestellt sehen.

Tatsächlich hatte Amsbeck- Dop­heide im Juli kurzfristig einen Förderantrag in Detmold gestellt, um den 300.000 Euro hohen Zuschuss fristwahrend für das Projekt erhalten zu können. Dies sei in Absprache mit den Fraktionsspitzen sowie dem Rat geschehen, erklärte die 59-Jährige am Mittwoch. Der Rat aber habe empfohlen, erst vorzeigbare Konzepte zu entwickeln, um dann Verein und Schule in Kenntnis zu setzen.

Hintergrund ist der Auszug des Jugendzentrums aus städtischen Räumen, weil die Kommune dort ihrer gesetzlichen Pflicht nach weiteren Kindergartenplätzen rasch nachkommen konnte. Das Trockendock in evangelischer Trägerschaft fand »Asyl« im katholischen Pfarrheim. Auf der Suche nach einem dauerhaften Standort geriet die Sporthalle der Marienschule in den Fokus der Planer.

Antrag auf Fördergelder vorschnell abgeschickt?

Verfolgt wurden die Sitzungen des Sozial- sowie des Sport- und Kulturausschusses von etwa 60 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen des SW Marienfeld, die den Kommunalpolitikern wegen dem ihrer Ansicht nach vorschnellen Abschicken des Fördergeld-Antrags die Rote Karte zeigten, ihnen auf Plakaten vorwarfen, »Kinder gegen Kinder« ausspielen zu wollen. Während SPD und Grüne den ursprünglichen Beschlussvorschlag der Verwaltung favorisierten, die kostengünstigste Variante weiter zu verfolgen, setzten sich CDU und UWG durch, den Förderantrag in seiner jetzigen Gestalt zurückzunehmen, sofern eine nachträgliche Umplanung im laufenden Verfahren nicht möglich sein sollte.

Kreisjugendpfleger Michael Trödel (60), der jetzt einen neuen Standort des Jugendzentrums durch möglicherweise langwierige Planungen in weite Ferne rücken sieht, meinte nach der Sitzung: »Das ist der Todesstoß für das Jugendzentrum.«

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