Do., 27.09.2018

Jugendzentrum zieht nicht in Marienfelder Sporthalle ein Politiker kippen Umbaupläne

Fußballvater David Schakau zeigt vor dem Rathaus den Umbauplänen für die Marienfelder Sporthalle die Rote Karte. Mit ihm beobachteten erneut zahlreiche, vor allem auch junge Vertreter von SW Marienfeld die Sondersitzung des Rates.

Fußballvater David Schakau zeigt vor dem Rathaus den Umbauplänen für die Marienfelder Sporthalle die Rote Karte. Mit ihm beobachteten erneut zahlreiche, vor allem auch junge Vertreter von SW Marienfeld die Sondersitzung des Rates.

Von Ulrike von Brevern

Harsewinkel (WB). Aus dem anvisierten neuen Standort für das Jugendzentrum Trockendock in einer der Marienfelder Sporthallen wird nun doch nichts. Der Rat der Stadt Harsewinkel entschied während einer Sondersitzung am Dienstag in geheimer Abstimmung, 2019 mit einer Alternativplanung an den Start zu gehen.

Die Politiker verzichten damit auf eine mögliche Landesförderung in diesem Jahr – und der Sportverein Schwarz-Weiß Marienfeld hat sich zunächst mit seiner Initiative durchgesetzt, die Einfachturnhalle, die zu einem Drittel zum Jugendzentrum umgebaut werden sollte, vollständig für den Sport zu erhalten.

»Damit ist es entschieden: Ich werde morgen den Förderantrag bei der Bezirksregierung zurückziehen«, kommentierte Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide das Abstimmungsergebnis schmallippig. Sie hatte sich dafür eingesetzt, den Antrag, der bei Genehmigung eine Landesförderung von 90 Prozent versprach, beizubehalten. Die Bezirksregierung habe dem vorgelegten Umbaukonzept Aussicht auf Erfolg signalisiert.

Eher Vorwürfe als Sachargumente

Die Debatte war eher von Vorwürfen als von Sachargumenten geprägt. Der stellvertretende Fraktionssprecher Dieter Berheide warf der Verwaltung vor, sie habe im Vorfeld des Antrags »eine Entscheidung herbeigeführt, die so schnell nicht sein musste«. »Wenn das jetzt so förderwürdig ist, ist es das auch noch in den nächsten drei Jahren.« Er verwahrte sich ähnlich wie Vera Dorgerloh (UWG) gegen Vorwürfe aus Reihen von SPD und Grünen, »umgekippt« zu sein. »Wenn ich neue Informationen bekomme, muss ich auch umdenken können.« Bei dem ursprünglichen, kurzfristigen Ok für das Umbaukonzept sei seine Fraktion davon ausgegangen, dass nur ein Projekt im Bestand förderfähig sei. Das Programm gilt jedoch auch für An- und Neubauten.

Durch die Debatte über den Rückzug des Förderantrags »ist viel beschädigt worden – besonders die Zusammenarbeit von Politik und Verwaltung«, kritisierte SPD-Fraktionssprecher Reinhard Hemkemeyer. Der Umgang der Politik mit der Verwaltung zeige in dieser Frage ein »ganz schwaches Bild«: »Der Auftrag des Rates war eindeutig.«

Genug Hallenkapazitäten vorhanden

Brunhilde Leßner (Bündnis 90/Die Grünen) erinnerte: »Wir haben nicht gegen den Sport, sondern für offene Jugendarbeit entschieden.« Das Trockendock stehe bei einem Rückzug aus dem Projekt »bei Null mit der Aussicht auf nichts«, kritisierte Hemkemeyer.

Es gebe genügend Hallenkapazitäten in Marienfeld, hielt Johannes Sieweke, UWG-Vertreter aus dem Ortsteil fest. Die Umbaupläne bedeuteten »keinen Eingriff in die sportliche Substanz des SW, sondern ein Umorganisieren«. Er befürchte jedoch, Alternativplanungen hätten weniger Aussicht auf Förderung: »Es ist nicht zu vertreten, die Chance zu vertun.«

Seine Fraktionskollegin Vera Dorgerloh sah das anders und setzte sich für sorgfältige Planung ein. »Dafür brauchen wir Zeit, die sollten wir uns nehmen.« Mit 15 Stimmen für die Alternativplanung und einer Enthaltung fiel die Entscheidung der 29 anwesenden Ratsmitglieder knapp aus.

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