Fr., 12.10.2018

Andre Bracht (20) aus Harsewinkel gewinnt Deutsche Meisterschaft im Motorkunstflug Saubere Manöver am Himmel

Die Experten: Henning Wessels (Dorsten), Andre Bracht und Tristan Wischendorf (Elmshorn, von links) haben die Deutsche Meisterschaft im Motorkunstflug gewonnen. Unter den Augen von fünf Punktrichtern mussten sie ihre Figuren sauber fliegen.

Die Experten: Henning Wessels (Dorsten), Andre Bracht und Tristan Wischendorf (Elmshorn, von links) haben die Deutsche Meisterschaft im Motorkunstflug gewonnen. Unter den Augen von fünf Punktrichtern mussten sie ihre Figuren sauber fliegen. Foto: Bracht

Von Elke Westerwalbesloh

Harsewinkel(WB). Er hat eine Mission: Mit seinen verkleinerten Originalflugzeugen – maßstabsgetreu und ferngesteuert – will er möglichst viele Wettbewerbe gewinnen. »Einfach sauber abliefern«, sagt Andre Bracht. Der 20-Jährige hat es auch dieses Mal geschafft. Er ist Deutscher Meister im Motorkunstflug.

Seine Miniflugwelt entsteht ganz klar im Bastelkeller, doch »die meiste Zeit verbringe ich damit, das Flugzeug durch die Luft zu steuern«, sagt Bracht. Und meistens gelingt ihm das sehr gut. Bei der Deutschen Meisterschaft, die er nun schon zum zweiten Mal gewonnen hat, musste er sich in drei Wettbewerben behaupten.

In Miehlen (Rheinland-Pfalz), Vreden (Münsterland) und Emsbüren (Niedersachsen) hat er sich gegen 25 andere Piloten durchgesetzt. »Ich musste jeden Wettbewerb gewinnen, um mich schließlich Deutscher Meister nennen zu können«, sagt Andre Bracht.

Punktrichter lassen ihn lange schwitzen

Er schildert eindrucksvoll, wie ihn die fünf Punktrichter haben schwitzen lassen. »Das Flugprogramm ist festgelegt«, erklärt der 20-Jährige, dass die Figuren vorgegeben sind, er diese in der Expertenklasse der Senioren sauber, gleichmäßig und mit passender Einteilung vorfliegen muss. Mit dem Sieg in der Deutschen Meisterschaft ist für den Harsewinkeler die Modellflugsaison für dieses Jahr beendet.

»Zumindest fliege ich jetzt nicht mehr draußen, sondern wieder in der Sporthalle in Marienfeld«, verweist er auf sein Wintertraining. Bis zu drei Mal die Woche lässt er sein Modell in der Regel durch die Lüfte kreisen. Im Winter ist die Halle allerdings nur freitags ab 20 Uhr zu befliegen.

»Nächstes Jahr werde ich wieder an der Weltmeisterschaft teilnehmen«, berichtet Bracht. Der Weltcup findet 2019 in England statt. »Im Sommer«, ergänzt er und erinnert sich gerne an die letzte Weltmeisterschaft.

Zwölften Platz beim Weltcup errungen

In England erflog er den vierten Platz, in Holland hat er zum ersten mal im Weltcup den Sprung auf das Podest geschafft und wurde hinter dem Holländischen Meister Derk van der Vecht mit einem zweiten Platz belohnt. Im Jahr 2017 hat er an drei Weltcups teilgenommen, um so in die Gesamtjahreswertung des Weltcups zu kommen. An diesen Wettbewerben haben 200 Kunstflieger aus aller Welt teilgenommen, und der Harsewinkeler sicherte sich einen hervorragenden zwölften Platz.

Und da ist auch Oma mitgefahren, um ihrem Enkel beim Kunstflug zuzuschauen. Sie hat ihm scheinbar Glück gebracht. »Vielleicht kommt sie ja nächstes Jahr mal wieder mit«, hofft Andre Bracht. »Wenn die Wettbewerbe im Sommer stattfinden und nicht zu weit weg sind, dann reist meine Familie schon mal mit«, berichtet er im Gespräch mit dieser Zeitung.

Premiere im Segelkunstflug im Blick

Rückblickend gab es in dieser Saison 14 Weltcup-Veranstaltungen, die von Australien über Portugal bis hin zu Moskau ausgetragen wurden. Für den 20-Jährigen waren die meisten zu weit entfernt – daher hat er sich für England und Holland entschieden. Um in der Weltspitze mitfliegen zu können werden bis zu 650 Starts im Training benötigt. Dies ist für Bracht und seine beiden Trainer zeitlich nicht möglich. Wenn es gut läuft, kommt er in dieser abgelaufenen Saison auf 250 Trainingsflüge.

In der kommenden Saison möchte sich Andre Bracht zusammen mit seinem Vereinskollegen Luis Rohmann, dem Gewinner der Segler-Acro-DM (Deutsche Meisterschaft), zusätzlich im Segelkunstflug versuchen. »Das wird spannend«, sagt er. Und muss dafür wahrscheinlich erstmal in den Bastelkeller, um ein entsprechendes Modell zu fertigen.

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