Sa., 10.11.2018

Kletterwand des Gymnasiums erhält neuen Fallschutz in speziellem Design – mit Video Gefahrlos geht’s hoch hinaus

24 Schüler aus dem Projektkurs »Digitales Design« haben mit Lehrer Dr. Lars Zumbansen (rechts) sowie Dirk Krupke von der Friedrichsdorfer Firma Teu2tec (vorne, Dritter von rechts) und Luigi De Bella (Melos GmbH, links) den Fallschutz an der Kletterwand gestaltet.

24 Schüler aus dem Projektkurs »Digitales Design« haben mit Lehrer Dr. Lars Zumbansen (rechts) sowie Dirk Krupke von der Friedrichsdorfer Firma Teu2tec (vorne, Dritter von rechts) und Luigi De Bella (Melos GmbH, links) den Fallschutz an der Kletterwand gestaltet. Foto: Winkelkötter

Von Stefanie Winkelkötter

Harsewinkel (WB). An der Kletterwand des Gymnasiums Harsewinkel können Sportbegeisterte wieder gefahrlos hoch hinaus. Ein neuer Fallschutz sichert auch die wagemutigsten Kletterer ab. Und dieser Fallschutz ist aus einer besonderen Zusammenarbeit heraus und in einem ganz speziellen Design entstanden.

Der Projektkurs »Digitales Design« aus dem elften Jahrgang und Lehrer Dr. Lars Zumbansen haben das Ziel, einen »Schulhof 4.0« als Lebens- und Lernraum zu gestalten. In Zusammenarbeit mit der Firma Melos aus Melle und deren Tochter Teu2tec aus Gütersloh-Friedrichsdorf ist nun das erste Projekt umgesetzt worden. Melos produziert farbiges Kunststoffgranulat für Sport- und Freizeitbeläge. Aus diesem wurde unter anderem auch die bekannte blaue Laufbahn im Berliner Olympiastadion gebaut. Das Start-up-Unternehmen Teu2tec wiederum gestaltet aus diesem Granulat mit Hilfe von 3-D-Druck oder 3-D-Design hochwertige Bildmotive für Bodenbeläge – so wie eben den Fallschutz.

Motive aus der Raumfahrt

Die etwa 30 Quadratmeter große dunkelblaue Fläche zieren bunte Motive aus dem Themenbereich Raumfahrt und Weltall – ein Astronaut, ein Ufo, eine Rakete, eine Spacekatze, ein Atom und Sterne. Die Thematik passte nach Einschätzung der Elftklässler gut zur Kletterwand. »Es geht in beiden Fällen darum, abzuheben und die Schwerelosigkeit zu überwinden«, erklärt Zumbansen. Im Unterricht entwarfen die Schüler Skizzen für die Bilder. Zuerst wurde auf Papier gezeichnet, diese Zeichnungen schließlich aufs i-Pad übertragen. »Das war eine ganz schöne Herausforderung«, berichtet Paula Zibert, die den großen Astronauten geschaffen hat.

Granulat gibt es in 48 Farben

Dirk Krupke und sein Teu2tec-Team schließlich sorgten dafür, dass die Entwürfe aus dem Granulat, das es übrigens in 48 Farben gibt, gedruckt und per Wasserstrahl geschnitten wurden. Gerade, als der Projektkurs zu einem Besuch im Teu2tec-Schülerlabor in Friedrichsdorf war, entstand ein Atom – so konnten die Schüler genau den Weg von der Skizze bis zum fertigen Produkt verfolgen.

Wenn es nach Lars Zumbansen und den Verantwortlichen von Melos und Teu2tec geht, war dies erst der Anfang einer längeren Kooperation. Erste Praktikumsplätze sind auch schon vermittelt. »Wir arbeiten bereits daran, weitere Dinge umzusetzen«, verrät Zumbansen. »Demnächst wird eine Drohne Bilder vom Schulhof anfertigen, und als nächstes sollen neue Sitzmöbel für den Schulhof entstehen.« Diese sollen ebenfalls aus dem Kunststoffgranulat gedruckt werden.

Brandstiftung vor Aufklärung

Vor zwei Wochen hat es am Gymnasium gebrannt. Ein Täter hatte eine Palette mit Baumaterial für den neuen Fallschutz der Kletterwand angezündet. Die Flammen waren an der Häuserwand emporgeschlagen und hatten die Wellblech-Fassade in Mitleidenschaft gezogen, außerdem wurden insgesamt 22 Fensterscheiben zerstört oder beschädigt. Ein Klassenraum ist nach wie vor gesperrt und wird voraussichtlich auch in diesem Jahr nicht mehr genutzt werden können. Der stellvertretende Schulleiter David Tepaße schätzt den Schaden auf 50.000 bis 60.000 Euro. Die Tat ist von der Videoüberwachung auf dem Schulhof aufgezeichnet worden. Insgesamt überwacht die Stadt ihre Schulen mit etwa 20 Kameras. Die Polizei gibt zwar noch keine Ermittlungsergebnisse heraus, aber offenbar ist der mutmaßliche Täter identifiziert worden. Die Polizei soll direkt nach dem Brand seine Personalien aufgenommen haben. Es handelt sich offenbar um einen Mann, der »weit vom Schulalter« entfernt ist. Es habe sich nicht um einen Anschlag aufs Gymnasium gehandelt, betont Andreas Harneke von der Stadtverwaltung.

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