Sa., 12.01.2019

Trockendock-Pläne vorgestellt – Eltern in Sorge um Betreuung zu Ostern. Mit Video: Für die Ferien gibt’s einen Plan B

Mit Schildern, auf denen Parolen wie »Rettet das Trockendock«, »Unterstützt Jugendarbeit« oder »Spart nicht an uns Kindern« geschrieben standen, haben sich etwa 40 Kinder, Jugendliche und Eltern vor dem Rathaus postiert.

Mit Schildern, auf denen Parolen wie »Rettet das Trockendock«, »Unterstützt Jugendarbeit« oder »Spart nicht an uns Kindern« geschrieben standen, haben sich etwa 40 Kinder, Jugendliche und Eltern vor dem Rathaus postiert. Foto: Stefanie Winkelkötter

Von Stefanie Winkelkötter

Marienfeld (WB). »Dieser Weg wird damit enden, dass wir ein neues Trockendock haben. Am Ende des Jahres 2020 wird alles gut sein.« An diesen Worten, gesprochen am Donnerstag in der Ratssitzung, muss sich SPD-Sprecher Reinhard Hemkemeyer im Ernstfall messen lassen. Der Ernstfall tritt dann ein, wenn die erhofften Fördermittel nicht fließen.

Aber der Reihe nach: Vor etwa 40 Kindern, Jugendlichen und Eltern, die die Ratssitzung verfolgten, stellte Stadtplaner Reinhard Pawel die Pläne für den Anbau an die neue Turnhalle der Marienschule vor. Dieser soll künftig das Trockendock beherbergen . Geplant ist ein 154 Quadratmeter großer, ebenerdiger Bau, der über einen eigenen Eingang erreicht werden kann. Die Pläne sehen einen 75 Quadratmeter großen Hauptraum, kleine Küche, einen 25 Quadratmeter großen Gruppenraum, Büro für den Leiter, Technik-, Abstellraum und barrierefreies WC vor. Ob ein zur Sporthalle gehörender Lagerraum mitgenutzt werden kann, soll noch geprüft werden.

Eltern sorgen sich um Betreuung in den Osterferien

Erreichbar soll der 398.000 Euro teure und per Erdwärmepumpe beheizte Anbau über einen kleinen Weg von der Straße Im Kreuzteich sein, der angelegt wurde, als die Turnhalle für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden sollte. Den Förderantrag will Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide noch im Januar bei der Bezirksregierung einreichen. Sie hofft auf eine Entscheidung vor den Sommerferien, und wenn die 90 Prozent Fördermittel bewilligt sind, könnte der Bau im Herbst beginnen. Im Herbst 2020 könnten die Kinder dann einziehen. Mit welchem Leiter, ist noch unklar. Denn Sven Jacobsen hatte – wie berichtet – bekannt gegeben, dass er sich anderweitig umsieht. Stand jetzt, sagte dazu Pfarrer Martin Liebschwager am Rande der Ratssitzung, glaube er nicht, dass Jacobsen sich noch einmal umentscheiden und weitermachen werde. Jedoch: »Eine Kündigung liegt noch nicht vor.«

Eine Sorge, die die anwesenden Eltern umtrieb, war die Frage nach den Trockendock-Ferienspielen in den Osterferien. Diese sind immer stark frequentiert. Weil die katholische Kirchengemeinde aber bislang nur zugesichert hat, dass das Trockendock das Pfarrheim am Klosterhof bis Ende März nutzen darf, fürchten die Eltern, dass ihre Kinder in den Osterferien im April dort nicht betreut werden.

Ohne Fördermittel will Bürgermeisterin gegen den Bau stimmen

Die Bürgermeisterin versprach, in Kürze das Gespräch mit der katholischen Kirchengemeinde zu suchen, und hatte am Freitagmorgen schon einen Plan B im Kopf. »Falls das katholische Pfarrheim wirklich nicht zur Verfügung steht, könnten wir uns vorstellen, an der Doppelsporthalle am Ruggebusch Räumlichkeiten für die Ferienspiele zur Verfügung zu stellen«, sagte sie. Dies müsse allerdings noch abgestimmt werden. Sie hoffe aber weiterhin auf das katholische Pfarrheim, auch über die Osterferien hinaus: »Meiner Einschätzung nach wollte uns die katholische Kirchengemeinde mit ihrem Hinweis, dass die Nutzung des Pfarrheims nur bis Ende März verbindlich zugesagt wird, drängen, eine Entscheidung zu treffen und dies nicht als Dauerlösung anzusehen.« Sie hoffe aber, die Räume auch über den März hinaus nutzen zu können.

Im übrigen kündigte die Bürgermeisterin an, dass sie, falls keine Fördermittel fließen, gegen einen Trockendock-Neubau für knapp 400.000 Euro stimmen werde. Sie unterschreibe einen Förderantrag, in dem stehe, dass man sich den Bau nicht ohne Unterstützung leisten könne. »Dann kann ich hinterher nicht sagen, ich bin nun doch dafür, dass wir es selbst bezahlen. Damit würde ich mich unglaubwürdig machen.« Sie drücke aber fest die Daumen, dass die Fördermittel bewilligt werden.

 

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