Fr., 25.01.2019

Gymnasium schließt Netzwerk-Vertrag mit zwei anderen Schulen Damit das Lernen besser klappt

Lerncoach Anke Heidemann spricht in einem – nachgestellten – Beratungsgespräch mit zwei Schülerinnen, fragt sie nach ihren Gefühlen und danach, wie sie ihre schulische Unzufriedenheit möglicherweise ausräumen können.

Lerncoach Anke Heidemann spricht in einem – nachgestellten – Beratungsgespräch mit zwei Schülerinnen, fragt sie nach ihren Gefühlen und danach, wie sie ihre schulische Unzufriedenheit möglicherweise ausräumen können. Foto: Stefanie Winkelkötter

Von Stefanie Winkelkötter

Harsewinkel (WB). Wenn es nicht so läuft in der Schule, kann das verschiedene Gründe haben, mangelnde Motivation oder Prüfungsangst zum Beispiel. Betroffenen Schülern soll individuell geholfen werden. Dazu gibt es am Gymnasium seit diesem Schuljahr so genannte Lerncoaches.

Um sich mit anderen Schulen zu diesem Thema auszutauschen, haben die Harsewinkeler gemeinsam mit dem Gymnasium Barn­trup und dem Maria-Sibylla-Merian-Gymnasium Telgte ein Netzwerk gegründet und am Donnerstag den entsprechenden Vertrag unterzeichnet. Es ist das erste Netzwerk dieser Art im Regierungsbezirk Detmold. Die Zusammenarbeit ist auf zwei Jahre angelegt.

Es geht nicht nur um Schwächen, sondern auch um Stärken

Es gehe darum, zu schauen, wie man dem einzelnen Schüler helfen kann, und zwar nicht nur beim Bekämpfen der Schwächen, sondern auch dabei, Stärken weiter herauszuarbeiten, sagte Rainer Menze, Dezernent bei der Bezirksregierung Detmold, am Rande der Vertragsunterzeichnung. Im Rahmen des Netzwerkes sollen Erfahrungen mit den Kollegen anderer Schulen ausgetauscht und das Lerncoaching optimiert werden, damit die Schüler maximal profitieren können.

Am Harsewinkeler Gymnasium sind zwölf Lerncoaches aktiv. Sie treffen sich außerhalb des Unterrichts mit Schülern, Coaches genannt, nicht primär um fachliche Defizite aufzuarbeiten, sondern um zu besprechen, warum sie mit Blick auf Schule und Unterricht unzufrieden sind. »Pro Woche haben wir im Moment etwa acht Coaching-Einheiten in Einzel- oder Gruppentreffen«, sagt Kristina Nettelnstroth, die die Netzwerkkoordination am heimischen Gymnasium übernommen hat.

Schulleiter Lambert Austermann rechnet mit steigenden Zahlen. Er legt Wert darauf, festzuhalten, dass es sich nicht um klassischen Förderunterricht handele, dessen Effektivität nachweislich begrenzt sei. Vielmehr soll sich der Coach in den Schüler einfühlen und ihn mit Fragen dazu bringen, darüber nachzudenken, was er verbessern kann.

Schüler und Lehrer begegnen sich auf Augenhöhe

Mancher kann sich nicht gut motivieren, mancher traut sich nicht, vor der Klasse zu reden, mancher kann nicht gut lernen, mancher beherrscht sein persönliches Chaos nicht. Oberstes Prinzip ist immer die freiwillige Teilnahme der Schüler an den Gesprächen. Meist treffen sie sich im 14-tägigen Rhythmus mit ihren Coaches, in der Regel sechs bis acht Mal. Die Lehrer, die ihnen dann gegenübersitzen, sind solche, von denen sie aktuell nicht unterrichtet werden. So kann man sich auf Augenhöhe begegnen.

Die Coaches sind für ihre Aufgaben intensiv fortgebildet worden und versuchen, den Schüler durch Fragen zur Selbstreflexion und damit auf den richtigen Weg zu bringen. »Es geht darum, Dinge abzustellen, die den Lernweg erschweren mit dem Ziel, dass die schulischen Leistungen sich verbessern«, bringt es Schulleiter Austermann auf den Punkt.

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