Do., 31.01.2019

Stadt verzichtet auf Pflanzenschutzmittel – mehr Personal benötigt Ohne Gift wird’s teurer

Die Grünstreifen in Harsewinkel sollen blühen – ohne Pflanzenschutzmittel, dafür mit summenden Bienchen.

Die Grünstreifen in Harsewinkel sollen blühen – ohne Pflanzenschutzmittel, dafür mit summenden Bienchen. Foto: dpa

Von Elke Westerwalbesloh

Harsewinkel (WB). Der Umwelt zuliebe verzichtet die Stadt Harsewinkel seit 2017 auf die Verwendung von Glyphosat bei der Pflege der städtischen Grünflächen. Dabei soll es auch bleiben. Fraglich ist, wie die Pflege der Flächen künftig aussehen soll. Die Lösung: mehr Bauhof-Personal.

Darüber hat am Dienstagabend der Umweltausschuss beraten und entschieden. Die Idee, die Pflege-Intervalle der städtischen Flächen zu erhöhen, schickt Christoph Dammann, Leiter des Bereichs Tiefbau/Städtische Betriebe, ins Rennen. Mit dem Mehraufwand an Pflege müsste logischerweise mehr Personal beschäftigt werden, welches der Bauhof Harsewinkel derzeit allerdings nicht hat.

Zwei zusätzliche Stellen benötigt

Deshalb schlägt Dammann vor, doch zwei weitere Stellen zu schaffen, die sich mit dem Straßengrün und Gehölzflächen inklusive der Friedhöfe und Wanderwege beschäftigen können. Die Flächen, von denen Dammann spricht, haben eine Größe von 220.000 Quadratmetern. »Bisher wurden auf den entsprechenden Flächen jährlich drei Pflegegänge durchgeführt – ein Mal mit Pflanzenschutzmitteln und zwei Mal Grünpflege«, klärte Dammann in der Sitzung auf.

Wenn das beabsichtige Pflanzenschutzmittelverbot greift, müsste dafür zwei Mal mehr Grünpflege eingeplant werden, um das gleiche Erscheinungsbild zu erreichen. Ein externer Dienstleister, der dieses übernehmen könnte, wäre nach ersten Berechnungen mit 157.000 Euro jährlich zu teuer. Zwei weitere Bauhof-Kräfte würden mit 84.000 Euro, zuzüglich tariflicher Steigerungen, zu Buche schlagen. Der Umweltausschuss folgt dem Vorschlag Dammanns.

Allerdings: »Der Umweltausschuss kann die Erweiterung des Stellenplanes des Bauhofes nicht beschließen. Insofern kann lediglich eine Empfehlung an den Betriebsausschuss gegeben werden«, erklärt der Experte. Sollte sich der Betriebsausschuss dazu entschließen, dann würde die Verwaltung prüfen, ob für diese Stellen Langzeitarbeitslose in Frage kommen. »Im Rahmen des ›Teilhabechancengesetzes‹ werden die Kosten in den ersten beiden Jahren zu 100 Prozent erstattet«, erklärt Dammann.

Chance für Langzeitarbeitslose

Dieses geht aus einem neu verabschiedeten Gesetz des Bundestages hervor. In den fünf Folgejahren der Beschäftigung würde der Zuschuss um jährlich zehn Prozent reduziert. Dammann hat im Vorfeld bereits Kontakt zum Jobcenter des Kreises Gütersloh aufgenommen und diese Informationen von Thomas Wellhäuser erhalten. Ferner soll die Verwaltung nun noch prüfen, ob im Rahmen des Projektes »Artenreiche Lebensräume« in der VITAL-Regio GT8, die Harsewinkeler Grünflächen hinsichtlich pflegeleichterer Gestaltung und Pflege in Augenschein genommen werden sollen.

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