Mo., 11.02.2019

Timm Beckmann und Markus Griess begeistern im Heimathaus Die Autobahn-Depression einfach wegmusiziert

Timm Beckmann (links) und Markus Griess präsentieren »Was soll die Terz …?« im Heimathaus vor rund 100 Gästen.

Timm Beckmann (links) und Markus Griess präsentieren »Was soll die Terz …?« im Heimathaus vor rund 100 Gästen. Foto: Gabriele Grund

Harsewinkel (WB/GG). Zu einer Doppelstunde in Sachen Musik haben am Samstagabend Timm Beckmann und Markus Griess ins Heimathaus eingeladen. Es ist ein Unterricht der ganz besonderen Art gewesen – mit Beethoven, Cranberries und einer Menge Terz.

Unter dem Motto »Was soll die Terz …?« bescherten die Gewinner der deutschen Kleinkunstpreise Timm Beckmann und Markus Griess den 112 Besuchern im ausverkauften Heimathaus eine vergnügliche wie lehrreichen Reise über die Zusammenhänge und Parallelen von Klängen und Kompositionen. Und dass, obwohl das Duo äußert schlechte Laune hatte, weil sie mehr als acht Stunden von Berlin nach Harsewinkel gebraucht haben.

»Autobahndepression« eröffnet Konzert

Und weil Timm Beckmann ein sehr schlechter Stausteher sei, hat er seinen Unmut über das Desaster auf der A2 gleich mit düsteren Vertonungen zum Ausdruck gebracht. »Je länger ich in einem Stau stehe, um so lauter wird die Filmmelodie als Inbegriff von Wut, Trauer, Depression und Resignation. Warum also nicht mal einen Kabarettabend mit schlechter Laune beginnen«, sagte er und schmunzelte. Beginnend mit einer düster-schleppenden »Autobahndepression« eröffnete das Duo seinen instrumentalen Ritt durch Genres und Zeiten mit Melodien aus »Der Pate« und »Pulp Fiction« von Quentin Tarantino, (»die gewaltlosen Liebesfilm-Hymne«, so Timm Beckmann), um dann im rockigen James Bond-Klassiker zu münden.

Rockrhythmen von Gitarrist Markus Griess

Ebenfalls im Medley vertreten waren auch die Schicksalsmelodie aus Love-Story, »Die fabelhafte Welt der Amélie« und die Titelmelodie von »King’s speech«, die »Symphony Nr. 7« von Ludwig von Beethoven. »Von der Melodie her hätte es auch Hans Zimmer sein können, doch man hat sich für Ludwig von Beethoven entschieden, weil er nix kostete«, ulkte Timm Beckmann, während er am Keyboard virtuos die lautstarke Rockrhythmen von Gitarrist Markus Griess begleitete.

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Wir bringen musikalisch alles auf die Bühne von dem wir denken, dass es auf eine Bühne gehört. Es kann natürlich auch sein, dass wir hier nach der Pause alleine sitzen.

Timm Beckmann

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»Wir bringen musikalisch alles auf die Bühne von dem wir denken, dass es auf eine Bühne gehört. Es kann natürlich auch sein, dass wir hier nach der Pause alleine sitzen«, erklärte Beckmann. Neben einem Kurzunterricht zur Erkennung von Nationalhymnen sorgte auch das Wissen, das bedeutende Komponisten, wie Schumann an Tinnitus, Beethoven an Taubheit, Bach an Blindheit und Mahler an Hämorrhoiden litten, für Unterhaltung. »Gustav Mahler konnte aufgrund seiner extremen Hämorrhoiden die zehnte Symphonie nicht fertig stellen, weil er nicht solange sitzen konnte«, erklärte Beckmann. Das Publikum bog sich vor Lachen. Ein wirklich gelungener Abend.

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