Mi., 20.02.2019

»Funken« rüsten sich für den Karneval – Piratenschiff ist nur noch schrottreif Micky Maus fehlt noch der Feinschliff

Markus Bellmann, Lukas Neumann, Reinhold Stadtmann, Andreas Hoppmann und Prinz Hans-Martin Dunkel (von links) müssen die Micky Maus noch an den Ohren festhalten. Bald soll sie beim Thema »Disneyland« mitmischen.

Markus Bellmann, Lukas Neumann, Reinhold Stadtmann, Andreas Hoppmann und Prinz Hans-Martin Dunkel (von links) müssen die Micky Maus noch an den Ohren festhalten. Bald soll sie beim Thema »Disneyland« mitmischen. Foto: Uwe Caspar

Von Uwe Caspar

Harsewinkel (WB). Ahoi und Alaaf! Bei früheren Karnevalsumzügen in Harsewinkel  ist das Piratenschiff der ausrichtenden Roten Funken stets ein echter Hingucker gewesen. »Leider mussten wir diesen Wagen verschrotten, weil er nicht mehr den TÜV-Vorschriften entsprach«, bedauert Andreas Hoppmann (52), der zweite Vorsitzende, das Ende des rollenden Seeräuber-Schiffs.

So werden die Funken, die seit 1974 für das karnevalistische Highlight in der Mähdrescherstadt verantwortlich zeichnen, auch bei der 45. Auflage am 3. März (traditionell ein Sonntag) mit nur zwei statt wie vorher drei Wagen am närrischen Treiben teilnehmen. Im nächsten Jahr indes sollen wieder drei, von Claas-Treckern gezogene Karnevals-Transporter an den Start gehen. Dann kommt auf die freiwilligen Wagenbauer der Roten Funken, die sich im Vorfeld der Jecken-Events jeden Samstag in einer von der Stadt Harsewinkel zur Verfügung gestellten Lagerhalle am »Richterhof« treffen, wieder mehr Arbeit zu.

Mit Karacho, ohne Tacho: Prinz Hans-Martin Dunkel besteigt schon mal zur Probe den Wagen. Foto: Uwe Caspar

»Für die aktuelle Session  mussten wir sowohl beim Prinzen- als auch beim Kinderwagen  nicht allzu viel verändern«, berichtet Andreas Hoppmann. Das diesjährige Motto unter dem Prinzenpaar Hans-Martin I und Brigitte I: »Mit Karacho ohne Tacho durch den Karneval.« Das Motto des Funken-Nachwuchses , regiert von Mattis I und Jette I: »Disneyland«. Da muss natürlich auch Micky Maus mitmischen, allerdings fehlt der lustigen Figur mit den großen Ohren noch der Feinschliff.

Einzige Panne in der Umzugsgeschichte

Gar nicht so lustig fanden die Verantwortlichen die bisher einzige Panne in der langen Umzugsgeschichte: Einmal platzte beim Kinderwagen der Reifen, das noch mit Süßigkeiten voll beladene Fahrzeug kam nicht mehr weiter. Hoppmann: »Die übrig gebliebenen Bonbons haben wir dann in den heimischen Kindergärten verteilt.« Wie  viele Kilos an Naschereien  jedes Jahr geordert werden, diese Frage können selbst die meisten Insider nicht beantworten. Selbst nicht Siegfried Stahlberg, dafür aber verrät der Klub-Schatzmeister die Höhe der alljährlichen Investition: »Sie bewegt sich zwischen 2500 und 3000 Euro.«

Aus dem Fundus: Andreas Hoppmann zeigt die Nixe. Foto: Uwe Caspar

In ähnlicher Größenordnung bewegt  sich die Summe bei den technischen Veränderungen. So  existiert von dem im Vorjahr umgerüsteten Prinzenwagen mit zwei montierten Metall-Pferdchen nur noch das Rahmengrundgestell. »Erstmals mussten wir auch Blinker montieren«, wundert sich Andreas Hoppmann über die immer strenger werdenden Vorschriften. Das eingangs erwähnte Piratenschiff ist nicht restlos untergetaucht: Der Vize-Präsident steht neben der Schatztruhe und präsentiert ein ehemaliges Schiffsmitglied – eine Nixe. Zum Karnevalfundus zählen noch zahlreiche andere, inzwischen ausrangierte Stücke.

Genügen ehrenamtliche Wagenbauer

Trotzdem möchte sich der Verein zwecks möglicher Wiederverwendung von ihnen nicht trennen. »Die Halle platzt fast aus allen Nähten. Man kann sie aber erweitern«, hofft Andreas Hoppmann auf die Ausbau-Genehmigung aus dem heimischen Rathaus. Auch wenn die Karnevalsabteilung der »Funken« laut Siegfried Stahlberg Nachwuchsprobleme hat, was jedoch nicht auf die rund 250 Mitglieder zählende   Tanzsportgarde zutrifft, so gibt es noch genügend ehrenamtlich tätige Wagenbauer.

»Jeder von uns bringt sich – je nach seinen Fähigkeiten – hier ein«, hebt der ebenfalls engagierte Markus Bellmann (40) den Zusammenhalt seiner Kollegen hervor. Am 3. März soll’s für sie alle die dicke Belohnung geben – wenn wieder zwischen 8000 und 10.000 Besucher dem Harsewinkeler Rosensonntagszug lautstark zujubeln. Helau!

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