Do., 21.02.2019

Landgericht verurteilt Täter (30) und Ex-Geliebte (34) Harte Haftstrafen für Messerangriff

Symbolbild

Symbolbild Foto: Jörn Hannemann

Von Wolfgang Wotke

Harsewinkel (WB). Knallharte Urteile im Prozess um eine Messerattacke in Harsewinkel: Ein 30-jähriger Asylant aus Bangladesch, der im Juni 2018 auf einen Landsmann (24) eingestochen hat , muss für sechs Jahre ins Gefängnis. Auch die Mitangeklagte und Ex-Geliebte (34) aus Gütersloh hat eine dreijährige Haftstrafe erhalten. Zuvor hatten Staatsanwaltschaft und Verteidigung auf eine mildere Strafe plädiert.

Für den Vorsitzenden Richter, Dr. Georg Zimmermann, sei das ein ungewöhnlicher Fall gewesen. Letztendlich sei die Kammer zu der Überzeugung gekommen, dass es sich dabei um einen versuchten Mord in Tateinheit mit schwerer Körperverletzung handele. »Für die Kammer«, so der Richter, »war die Mitangeklagte nicht nur wegen Beihilfe, sondern wegen einer Mittäterschaft zu verurteilen.«

Asylantrag abgelehnt

Die Gütersloherin, eine Gymnasiallehrerin, die zusammen mit ihrem Ehemann und zwei gemeinsamen Töchtern in einem Einfamilienhaus in Harsewinkel wohnte, hatte seit längerer Zeit eine sexuelle Beziehung mit dem 30-jährigen Zuwanderer. Sein Asylantrag wurde abgelehnt. Er flüchtete nach Italien, kehrte allerdings auf Drängen der 34-Jährigen zurück. Ohne ihre Familie zu informieren, versteckte sie den jungen Mann auf dem Dachboden ihres Hauses.

Kurze Zeit später sind der Ehemann samt Kindern ausgezogen. Inzwischen kam heraus, dass die Mitangeklagte auch eine Beziehung mit einem 24-jährigen Mann, ebenfalls aus Bangladesch, hatte. Das gab sie während des Prozesses auch zu. Dann forderte der Angeklagte die Frau auf, seinen Kontrahenten in das Haus am Teutoburger Weg zu locken. Zunächst soll sich der mutmaßliche Täter mit drei Messern bewaffnet haben. Als der 24-jährige Landsmann im Haus war, soll er auf ihn eingestochen haben. Beim ersten Messerangriff brach eine Klinge ab, der zweite Stich fügte ihm eine tiefe Wunde am Hals zu die lebensgefährlich war. Das Opfer konnte sich schließlich blutüberströmt auf die Straße retten.

Messerstecher verblieb im Haus

Der Messerstecher verblieb im Haus und wurde von der Polizei festgenommen. Die Verhandlungstage brachten ein entscheidendes Detail ans Tageslicht: Die Kripo hatte auf den Handys der Männer mehr als 1000 pornografische Bilder gesichert, auf denen beide Angeklagten mit der 34-Jährigen zu sehen waren. Sie wurden in sozialen Netzwerken verbreitet.

Nach der Urteilsverkündung bemühten sich die beiden Angeklagten um Fassung. Für die Gymnasiallehrerin, die nicht nur ihren Job verloren hat, sondern auch vor den Trümmern ihrer Ehe steht, ist die Haftstrafe besonders schlimm. Hatte sie doch auf eine Bewährung gehofft.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6406611?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2730032%2F