Stadtrat hat gestern über den Kauf des Gasthofes abgestimmt
Bewegung in Sachen Wilhalm

Harsewinkel (WB). In den Fall des Gasthofes Wilhalm kommt Bewegung. Nach WESTFALEN-BLATT-Informationen hat der Stadtrat am Donnerstag in nicht-öffentlicher Sitzung über den Kauf des historischen Gebäudes in der Innenstadt abgestimmt.

Freitag, 22.02.2019, 06:00 Uhr
Hedemarie und Achim Koriath haben den Gasthof Wilhalm an AfD-Politiker Udo Hemmelgarn verkauft. Archivfoto: Carsten Borgmeier

»Ich gehe davon aus, dass es sich bei diesem Tagesordnungspunkt um den Gasthof Wilhalm handelt«, bestätigte AfD-Politiker Udo Hemmelgarn auf Anfrage. Der Kaufmann hatte dem Ehepaar Hedemarie und Achim Koriath das älteste Gasthaus der Stadt bekanntlich im vergangenen Jahr abgekauft, um es abzureißen und Wohnungen zu bauen. Nachdem die Pläne bekannt geworden waren, wurden Stimmen laut, die den Erhalt des historischen Gebäudes im Herzen der Stadt, dessen Geschichte bis ins Jahr 1788 zurückreicht, forderten. Auch von Seiten der Stadt wurde man aktiv. Und Hemmelgarn signalisierte Gesprächsbereitschaft.

Tauschgeschäft kommt nicht zustande

Zunächst war die Rede von einem Tauschgeschäft – die Stadt wollte Hemmelgarn ein Grundstück anbieten, um seine Pläne zu verwirklichen. »Es hat drei Termine gegeben, aber die Stadt war nicht in der Lage, so kurzfristig eine vergleichbare Fläche anzubieten«, sagte Hemmelgarn dem WESTFALEN-BLATT. Man habe aber ordentlich mitein­ander geredet und sei überein gekommen, dass die Stadt das Gebäude von ihm kaufe – eben darüber sollte gestern im Stadtrat abgestimmt werden. Offenbar müssen die Harsewinkeler für den Erwerb aber tief in die Tasche greifen.

Er sei ausgesprochen heimatverbunden, begründete Hemmelgarn, warum er auf den Bau von Wohnungen an so exponierter Stelle doch noch verzichtet. »Es würde ein immenser Druck entstehen, würde ich das Gebäude abreißen«, sagte er. Gleichwohl gebe es viele Menschen, die an dieser Stelle gern wohnen würden.

Gespräche in den nächsten Tagen

Er selbst sei schon im Alter von 15 Jahren zum ersten Mal im Gasthof gewesen und habe dort Karneval gefeiert – mit dem Erhalt des Ensembles könne er also gut leben. Ein genauer Zeitplan sei übrigens noch nicht abgestimmt. »Die Stadt bekommt es sofort. Ich denke, wir werden in den nächsten Tagen Gespräche führen.« Er hoffe, dass er Harsewinkel einen guten Dienst erweise, indem er sich vom Gasthof Wilhalm wieder trenne.

Die Stadt darf das Gebäude übrigens nicht weiterverkaufen – da sei ein Riegel vorgeschoben. »Die Stadt soll was Schönes daraus machen, denn es handelt sich wirklich um ein Kleinod«, so Hemmelgarn abschließend.

Kommentare

B C D  schrieb: 22.02.2019 07:40
Immobilienzocken als Heimatliebe getarnt
Da kann einem schon mal schlecht werden. Ein Abgeordneter des Bundestages der dem Wohle des "deutschen Volke" dienen soll kauft ein "Kleinod" um günstig Bauland an anderer Stelle zu bekommen. Der "Projektentwickler" Hemmelgarn "schiebt einem Weiterverkauf" einen Riegel vor.... Lieber Herr Hemmelgarn.... Sie hätten bei dem Verkauf der Immobilie einfach nur beratend oder als Vermittler zur Seite stehen können. Mit vorgegaukelter patriotischer Heimatliebe eiskalte Immobilienzockerrei zu betreiben finde ich unanständig.
1 Kommentare
Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6408462?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2730032%2F
NRW deckt 2000 Mängel in Werkswohnungen auf
Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Foto: dpa
Nachrichten-Ticker