Do., 07.03.2019

TWE-Reaktivierung: Von 78 Bahnübergängen werden 21 geschlossen Züge sollen an acht Stationen halten

Auf Gleis 1 im Gütersloher Hauptbahnhof sollen die Personenzüge einrollen. Pro Tag wird auf der reaktivierten TWE-Strecke mit 3500 Fahrgästen gerechnet.

Auf Gleis 1 im Gütersloher Hauptbahnhof sollen die Personenzüge einrollen. Pro Tag wird auf der reaktivierten TWE-Strecke mit 3500 Fahrgästen gerechnet.

Von Michael Delker

Gütersloh/Verl/Harsewinkel (WB). Der Nahverkehrsverband Westfalen-Lippe (NWL) hat dem am 18. März tagenden Regionalrat empfohlen, die TWE-Reaktivierung zur Aufnahme in den ÖPNV-Bedarfsplan des Landes anzumelden. Die Planungen für das 34,5-Millionen-Euro-Projekt sind mittlerweile konkretisiert worden.

Bahnstationen: Acht Bahnstationen sollen neu eingerichtet werden. In Harsewinkel, Marienfeld, Blankenhagen, an der Carl-Miele-Straße, der Welle, in Spexard, an der Eiserstraße und in Verl. Der Gütersloher Hauptbahnhof wird direkt bedient, die Züge sollen dort auf Gleis 1 halten. Noch zur Diskussion steht, ob an der Kahlertstraße und Auf der Haar weitere Haltepunkte entstehen und ob der Haltepunkt Spexard etwa ein Kilometer entfernt in Richtung Verl verlegt wird.

Bahnübergänge: Auf der 27,5 Kilometer langen Strecke existieren aktuell 78 Bahnübergänge, im Durchschnitt alle 350 Meter einer. 21 Bahnübergänge sollen geschlossen werden. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Privatwege und Feldzufahren. Gespräche mit den Beteiligten sollen nach der Aufnahme in den ÖPNV-Bedarfsplan erfolgen. Die verbleibenden 57 Bahnübergänge werden alle mit modernen Lichtzeichenanlagen und Halbschranken ausgestattet sein.

Fahrzeuge: Zum Einsatz kommen kleinere Züge, wie man sie zum Beispiel vom Haller Willem oder dem Warendorfer kennt (mehr als 150 Plätze). Der NWL will auf Dieselfahrzeuge verzichten und stattdessen Züge mit Akku- oder Wasserstoffantrieb einsetzen, die umweltfreundlicher unterwegs sind und weniger Lärm produzieren.

Fahrplankonzept: Die Züge sollen zwischen 6 und 22 Uhr zwischen Verl und Harsewinkel im 60-Minuten-Takt pendeln. Die Zielgeschwindigkeit beträgt überwiegend 80 km/h. Die Fahrzeit zwischen Harsewinkel und Gütersloh Hauptbahnhof wird voraussichtlich 16 Minuten betragen. Der heutige Schnellbus der Linie 71 benötigt 25 Minuten. Für die Strecke zwischen Verl und Gütersloh Hauptbahnhof ist eine Fahrzeit von 17 Minuten errechnet worden. Hier benötigt heute der Bus der Linie 73 etwa 28 Minuten.

Tarif: Tarifliche Änderungen wird es als Folge der Reaktivierung nicht geben. Da in Nordrhein-Westfalen im Nahverkehr Busse und Bahnen dieselben Tarife anwenden (Westfalen-Tarif und NRW-Tarif), bleibt preislich alles unverändert. Jedoch wird es keine Möglichkeit geben, Fernverkehrskarten direkt ab Harsewinkel oder Verl zu kaufen.  

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