Sa., 16.03.2019

300 Kardinal-von-Galen-Schüler demonstrieren für mehr Klimaschutz Sie wollen die Welt retten

»Fahrt weniger Auto«, steht auf einem der selbst gemalten Plakate. Schulleiterin Monika Scharf (in Warnweste) hofft, dass sich diese Aufforderung auch die Eltern zu Herzen nehmen und der Eltern-Taxi-Verkehr an der Schule abnimmt.

»Fahrt weniger Auto«, steht auf einem der selbst gemalten Plakate. Schulleiterin Monika Scharf (in Warnweste) hofft, dass sich diese Aufforderung auch die Eltern zu Herzen nehmen und der Eltern-Taxi-Verkehr an der Schule abnimmt. Foto: Stefanie Winkelkötter

Von Stefanie Winkelkötter

Harsewinkel (WB). Mit Trillerpfeifen und selbst gestalteten Plakaten ausgestattet, sind am Freitag 300 Kardinal-von-Galen-Schüler mit ihren Lehrern auf die Straße gegangen, um für einen besseren Klimaschutz zu demonstrieren. Station machten die Kinder auch am Rathaus.

»Ich habe im Internet ein Foto von einer Schildkröte mit einem Strohhalm in der Nase gesehen«, erklärte Initiatorin Finni Diening, wie sie darauf gekommen ist, ihre Lehrer und Mitschüler dafür zu begeistern, sich an den weltweit und auch im Kreis Gütersloh laufenden »Fridays for Future«-Demonstrationen zu beteiligen. Andere heimischen Schulen konnten sich zu einer Teilnahme nicht durchringen, aber 300 von 320 Kardinal-von-Galen-Schülern waren dabei. Ihre 20 Mitschüler, die nicht bei der Demo mitmachten, wurden währenddessen in zwei Auffanggruppen beschult.

Über den Pfingstknapp und die Münsterstraße, zum Rathaus, Richtung Kirchplatz und Dechant-Budde-Weg zogen die Teilnehmer bei dieser laut Schulleiterin Monika Scharf »einmaligen Aktion«. Sie hatte die Demonstration ordnungsgemäß bei der Stadt und der Polizei angemeldet, so dass die Kinder von zwei Polizeiwagen begleitet wurden.

Klimaschutzkonzept liegt seit Jahren in der Schublade

»Wir wollen die Welt retten«, erklärte ein Schüler auf Nachfrage von Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide, wofür sie kämpfen. Die Arktis sei in Gefahr, Tiere sterben, zu viele Autos fahren auf den Straßen, das Klima solle geschützt, nicht so viele Bäume gefällt werden – die Kinder wussten genau, wo die Probleme liegen. »Ich finde es schön, dass ihr es besser machen wollt, als die Erwachsenen es bisher getan haben«, sagte die Bürgermeisterin. »Ich höre immer, wir brauchen mehr Parkplätze und Windräder bauen wir nicht, weil wir sie nicht schön finden. Wir haben seit Jahren ein Klimaschutzkonzept in der Schublade und setzen es nicht um«, bedauerte sie. »Eure Generation muss es besser machen. Wir haben viel falsch gemacht und es tut mir schrecklich leid, dass ihr es ausbaden müsst«, sagte sie. Und ermutigte die Schüler: »Ihr seid laut und ihr seid viele – macht weiter so.«

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