Do., 21.03.2019

4000-Quadratmeter-Fläche bei United Paper in Marienfeld renaturiert Biotop soll als Vorbild dienen

Leonhard Sieweke (links) und Meinhard Sieweke (rechts) haben mit Udo Dölling auf dem Firmengelände von United Paper ein Biotop für Pflanzen und Insekten geschaffen.

Leonhard Sieweke (links) und Meinhard Sieweke (rechts) haben mit Udo Dölling auf dem Firmengelände von United Paper ein Biotop für Pflanzen und Insekten geschaffen. Foto: Gabriele Grund

Von Gabriele Grund

Marienfeld (WB). Insekten haben in Marienfeld eine neue Heimat. Auf dem Gelände der Firma United Paper an der Bielefelder Straße gibt es ein Firmenbiotop, das Leonhard Sieweke und Meinhard Sieweke vom Naturkreises Marienfeld erschaffen haben.

Außerdem wurden seit Herbst vergangenen Jahres zwei Wildblumenwiesen angelegt, zehn Obstbäume in Pflege genommen und ein Entwässerungsgraben reaktiviert. Am Ufer wächst jetzt seltenes Wiesenschaumkraut.

Mittendrin: das Insektenhotel – gebaut von Udo Dölling aus Avenwedde. Vogel- und Fledermauskästen sollen folgen. Insgesamt wurde eine Fläche von mehr als 4000 Quadratmetern renaturiert. Gemäht wird die Fläche nach der Blüte, nur einmal im Jahr. Zur Dokumentation wird eine Fotodrohne eingesetzt, die die Flächen in den Blütezeiten filmt. Voller Begeisterung erzählten die Brüder, dass sie, nach dem Aufstellen des Wildbienenhotels, auf dem Firmengelände einen Austernfischer gesichtet haben. Der Vogel mit markant rotem Schnabel sei eigentlich an der Küste und am Wattenmeer heimisch. Zudem habe sich auf einem benachbarten Kornfeld ein Kiebitz-Pärchen niedergelassen.

Um für ihr Naturschutzprojekt zu werben, laden die Verantwortlichen für Sonntag, 31. März, 10.30 Uhr, in das Bürgerhaus Marienfeld ein. In Gesprächen wollen Leonhard Sieweke und Meinhard Sieweke alle Flächenbesitzer und Naturfreunde aufklären, was bei dem Anlegen und Pflegen von Naturflächen oder Tier- und Pflanzenbiotopen zu beachten ist. »Unser Ziel ist es, dass die Bürger ein Bewusstsein für Blühwiesen, Naturflächen und Wildkräuter entwickeln und wertvolle Lebensräume für Tiere schaffen«, so Leonhard Sieweke. Das aktuelle Projekt könnte für viele städtische Flächen ein Vorbild sein. Vor allem der Kuhteich sei ein toller Punkt zur Entwicklung der Artenvielfalt von Flora und Fauna. »Doch Stadt und Politik haben unser Vorhaben komplett abgelehnt, weil sie private Vorhaben nicht unterstützen. Selbst im Umweltausschuss wollte man uns nicht mehr hören«, beklagt Meinhard Sieweke vom Naturkreises Marienfeld.

Im Bemühen um mehr Natur- und Insektenschutz hat Leonhard Sieweke 20 Eigentümer von Flächen auf seiner Seite, denen er beim Anlegen von kleinen Naturreservaten behilflich ist. »Wir hätten aber gerne die großen öffentlichen Flächen, doch die will man uns nicht geben. Dabei beklagt sich die Politik immer über fehlenden Umweltschutz«, sagt der Marienfelder.

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