Do., 16.05.2019

Kein neuer Vorstand in Sicht, Spenden werden wegen Verdi-Verordnung weniger Werbegemeinschaft vor dem Aus?

Sie wollen, dass die verkaufsoffenen Sonntage für die Modehäuser Kleine und Bessmann bleiben, damit ihr Verein eine Zukunft hat (von links): Maik Wolters, Tim Brüggemann, Ulrike Dietrich, Micheal Tegelkamp und Chiara Wöhle.

Sie wollen, dass die verkaufsoffenen Sonntage für die Modehäuser Kleine und Bessmann bleiben, damit ihr Verein eine Zukunft hat (von links): Maik Wolters, Tim Brüggemann, Ulrike Dietrich, Micheal Tegelkamp und Chiara Wöhle. Foto: Grund

Marienfeld (WB/GG). Weil die Gewerkschaft Verdi bundesweit gegen verkaufsoffene Sonntage vorgeht, steht die Marienfelder Werbegemeinschaft nach 31 Jahren bedrohlich nahe vor dem Aus. Doch die 45 Mitglieder starke Kaufmannschaft zeigt sich, trotz Unsicherheiten, kämpferisch.

Basierend darauf und weil es immer schwieriger wird, Mitglieder für ehrenamtliche aktiven Mitarbeit und Führungsaufgaben zu akquirieren, ließ sich bei der Generalversammlung der Werbegemeinschaft am Montag im »Alten Bauernhaus« in Marienfeld kein neuer Vorstand formieren.

Dabei würden sich Maik Wolters, nach zwei Jahren als erster Vorsitzender, Ulrike Dietrich als zweite Vorsitzende und Tim Brüggemann als Schriftführer gerne von ihren Posten verabschieden, denn berufliche Expansionen, Familie und Engagements in Innungen und anderen Vereinigungen lassen kaum noch freie Zeit. Doch aus diesem Wunsch wurde am Montag nichts, denn keiner der 22 Mitglieder war bereit, ein Amt zu übernehmen.

Weiterer Knackpunkt ist eine neue Verdi-Verordnung zur Regelung der verkaufsoffenen Sonntage. Die untersagt den Modehäusern Bessmann und Kleine in Marienfeld den Verkauf während des Kleesamenmarktes und Martinssonntags. Grund ist eine geforderte räumliche Nähe von maximal 300 Metern zu den jeweiligen Veranstaltungen. Dazu kommt, dass ein Fest veranstaltet werden muss, das nachweislich eine höhere Besucherresonanz vorweist, als der verkaufsoffene Sonntag in den jeweiligen Modehäusern entlang der B513. Auch wenn die Einzelhändler im Ort ihre Geschäfte zum Martinssonntag, Anfang November, öffnen dürfen, ist der Werbegemeinschaft damit nicht geholfen, denn in der Vergangenheit haben die Unternehmen Kleine, Bessmann und Sport Weckenbrock den Martinssonntag mit 4300 Euro gesponsert. Geld, das während des zeitgleich verkaufsoffenen Sonntages erwirtschaftet wurde.

Sollte Verdi am Verbot festhalten und auch alle Bemühungen vonseiten der Werbegemeinschaft für eine Aufhebung ins Leere laufen, entfällt zukünftig die finanzielle Förderung. »Ohne die kann aber der von der Werbegemeinschaft Marienfeld organisierte Martinssonntag nicht mehr durchgeführt werden«, wie Schatzmeister Michael Tegelkamp anhand seines Kassenberichtes deutlich machte. So verursachte der Martinssonntag 2018 ein Minus von 1400 Euro. Auch wenn dies durch Rücklagen ausgeglichen wird, sei man auf die Sponsoren angewiesen, so die zweite Vorsitzende Ulrike Dietrichs. Sollten diese großzügigen Gesten entfallen, ist es das Aus für die Traditionsveranstaltung. Wenn die Werbegemeinschaft diese Veranstaltung einstellen müssen, muss die Sinnhaftigkeit eines Fortbestandes der 45 Mitglieder starken Kaufmannschaft infrage gestellt und ein gemeinschaftliches Interesse neu definiert werden, so der Tenor der Versammlung.

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