Fr., 17.05.2019

Stadt will 625.000 Euro in neue Technik am Klärwerk installieren Klärschlamm-Entwässerung wird teuer

Foto: Stefanie Winkelkötter

Von Stefanie Winkelkötter

Harsewinkel (WB). Etwa 2000 Tonnen Klärschlamm fallen pro Jahr im Harsewinkeler Klärwerk an. Die zur Entwässerung benötigte Kammerfilterpresse muss demnächst ersetzt werden. Die Stadt plant eine größere Investition.

Für 625.000 Euro soll ein so genannter Dekanter eingebaut werden, der den Klärschlamm entwässert. Dies ist wichtig, weil die Entsorgung des Klärschlamms über ein Unternehmen geschieht und auf Basis des Gewichtes abgerechnet wird. Ein möglichst hoher Entwässerungsgrad reduziert also die Entsorgungskosten.

Fachausschuss tagt am Mittwoch

Derzeit übernimmt eine Kammerfilterpresse die Aufgabe, das Wasser aus dem Klärschlamm zu ziehen. Die vorhandene Presse arbeitet seit Juni 1993 durchgehend. Regelmäßig wurden wartungsintensive Verschleißteile immer wieder ausgetauscht. »Etliche weitere Komponenten der Anlage müssen nun erneuert beziehungsweise saniert werden«, erklärt Heinz Austermann von der Fachgruppe Tiefbau in der Vorlage zum nächsten Betriebsausschuss, der sich am Mittwoch, 22. Mai, mit dem Thema beschäftigt (Beginn: 17 Uhr im Großen Ratssaal). Ersatzteile für die alte Kammerfilterpresse gibt es nicht mehr, weil die Herstellerfirma nicht mehr existiert. Also muss die komplette Technik erneuert werden. Dies soll im Jahr 2020 geschehen.

Denkbar wäre, die vorhandene Kammerfilterpresse umfassend zu erneuern. Generell sei die Grundsubstanz sehr solide und weiterhin nutzbar, so Austermann, daher wäre diese Möglichkeit gegeben. Die Erneuerung würde etwa 430.000 Euro kosten. Die Stadtverwaltung spricht sich allerdings für den Einbau eines Dekanters aus. Ein einwöchiger Versuch im November des vergangenen Jahres hat gezeigt, dass diese Investition – immerhin 625.000 Euro – sinnvoll sei.

Amortisiert nach zehn Jahren

Neben praktischen Vorteilen ist der Dekanter aber günstiger im Betrieb: Die Kostenersparnis gegenüber der Kammerfilterpresse liegt bei gut 30.000 Euro im Jahr. Die höheren Investitionskosten würden sich innerhalb von zehn Jahren amortisieren.

Die Bedienung einer Kammerfilterpresse bedarf zudem eines höheren Personaleinsatzes als die eines Dekanters. Zur Entleerung der Kammerfilterpresse werde immer ein Mitarbeiter benötigt, der die Presse öffnet und bei Bedarf auch Reste des entwässerten Klärschlamms mit einem Schaber abkratzt, wenn sich diese nicht von selbst lösen. Dieser Vorgang wird im Schnitt zwei bis drei Mal pro Tag für alle 77 Kammern fällig. Bei einem Dekanter dagegen müssen nur Beschickung und Auswurf überwacht werden.

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