Fr., 24.05.2019

Ordnungsbehörde hat Lokal direkt neben der St.-Lucia-Kirche im Blick Wirbel um neues Bistro

In die Räume der früheren Pizzeria an der St.-Lucia-Kirche ist das »Bistro 47« eingezogen.

In die Räume der früheren Pizzeria an der St.-Lucia-Kirche ist das »Bistro 47« eingezogen. Foto: Stefanie Winkelkötter

Von Stefanie Winkelkötter

Harsewinkel (WB). Im Schatten der St.-Lucia-Kirche, in den Räumen der früheren Pizzeria, hat eine neue Gastronomie eröffnet: das »Bistro 47«. Wirbel gibt es um das Lokal, weil angeblich schon Betrieb stattgefunden hat, bevor die Genehmigung erteilt war. Und weil dieser Betrieb nicht unbedingt der war, der zu einem Bistro gehört.

Bereits in der vergangenen Woche und erneut am Mittwoch war die Ordnungsbehörde zu einer Kontrolle vor Ort. »Wir hatten Hinweise erhalten, dass dort schon Betrieb stattfand«, erklärt Michael Bergholz, Chef der Harsewinkeler Ordnungsverwaltung, auf WESTFALEN-BLATT-Anfrage. »Wir konnten das aber so nicht feststellen. Angeblich waren nur Menschen dort, die bei der Renovierung geholfen haben.«

Das Lokal ist inzwischen tatsächlich als Bistro angemeldet worden, sagt Bergholz. Zudem ist eine Genehmigung beantragt, die lange Öffnungszeiten erlaubt. Hier ist die Prüfung aber noch nicht abgeschlossen. Abgeklebte Scheiben und das Schild »Zutritt erst ab 18« lassen aber doch Zweifel aufkommen, dass es sich um ein herkömmliches Bistro handelt.

Ordnungsbehörde behält Lokal im Blick

Vielmehr lagen auch Bergholz Informationen vor, dass in dem Gebäude Glücksspiel betrieben werde. Ein Pokertisch soll dort aufgestellt gewesen sein – dieser war am Mittwoch aber nicht mehr vorhanden, sagt Bergholz. Drei Spielautomaten hingen an der Wand. Dies sei für ein Bistro aber in Ordnung, so der Experte aus dem Rathaus.

Laut Definition werden in einem Bistro Kalt- und Warmgetränke und ein geringes Speisenangebot vorgehalten. Wird Glücksspiel betrieben – über die drei erlaubten Automaten hinaus –, muss das Lokal als Vergnügungsstätte angemeldet werden. »Das ist aber baurechtlich weder genehmigt noch beantragt, und ich glaube auch nicht, dass es an dieser Stelle aufgrund der Nähe zu den Schulen genehmigungsfähig wäre«, sagt Michael Bergholz. Der Gesetzgeber hätte die Anforderungen an solche Stätten deutlich erhöht. Bergholz kündigt an: »Wir werden das Lokal im Auge behalten.«

Der Betreiber ließ eine Bitte des WESTFALEN-BLATTS um Rückmeldung unbeantwortet.

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