Do., 12.09.2019

Polizei eskortiert Rentner Ingo Wolfes aus Rewe-Markt – Inhaber sieht sich im Recht Eklat um Kohlrabiblätter

Ingo Wolfes (68) liebt seine Enkelkinder und kümmert sich deshalb auch um die Kaninchen der beiden. Ganz oft bringt er den Mümmelmännern Kohlrabiblätter aus dem Rewe mit – aus dem Gemüseabfall des Ladens. Damit ist jetzt Schluss.

Ingo Wolfes (68) liebt seine Enkelkinder und kümmert sich deshalb auch um die Kaninchen der beiden. Ganz oft bringt er den Mümmelmännern Kohlrabiblätter aus dem Rewe mit – aus dem Gemüseabfall des Ladens. Damit ist jetzt Schluss. Foto: Elke Westerwalbesloh

Von Elke Westerwalbesloh

Harsewinkel (WB). Ingo Wolfes füttert die Kaninchen Stupsi und Pünktchen seiner Enkelkinder ab sofort nur noch mit Möhrchen. Seit dem »Kohlrabi-Vorfall« vergangenen Freitagnachmittag im Rewe gibt es anderes Gemüse für die Langohren – aus einem anderen Supermarkt.

Denn, was der Senior erlebt hat, muss er erst mal verdauen. Der 68-Jährige ist an der Alten Brockhäger Straße im Rewe-Markt dabei, seinen Einkaufswagen zu füllen. Wie immer nimmt er aus der Gemüseabteilung auch einige Kohlrabiblätter aus dem Resteeimer mit. »Das mache ich, seitdem wir die Kaninchen haben – so eineinhalb Jahre schätze ich«, sagt der Harsewinkeler, der sich hierzu mit dem Marktleiter abgesprochen habe.

Diesen Freitag lief es anders: Während Wolfes aus dem Resteeimer die Kohlrabiblätter fummelt, spricht ihn der Detektiv des Rewe-Marktes an. »Er hat mich gefragt, was ich da mache und ich sollte das lassen«, berichtet Wolfes. Das erst nüchterne, harmlose Gespräch zwischen dem Rentner und dem Detektiv schlägt schnell um. »Wir sind beide laut geworden«, gesteht Wolfes. Der Detektiv unterstellte Wolfes einen Diebstahl – auch wenn es Kohlrabiblätter aus dem Mülleimer sind.

»Ich bin alteingesessener Harsewinkeler, die Kunden im Rewe haben sich umgedreht und die Auseinandersetzung mitbekommen«, schildert Wolfes, dem das Ganze heute noch nahe geht. Dass Wolfes das Einverständnis des Marktleiters gehabt habe, das Grünzeug mitzunehmen, das habe den Detektiv nicht zum Umdenken bewogen. Auch ein Anruf beim Inhaber des Marktes, Stefan Alberts, während des Streits, änderte nichts. Schließlich ist Ingo Wolfes mit der Polizei aus dem Laden eskortiert worden. »Wie ein Verbrecher«, sagt er kopfschüttelnd.

Marktleiter findet, dass sein Ladendetektiv richtig gehandelt hat

Stefan Alberts, Inhaber der Rewe-Märkte an der Alten Brockhäger Straße und dem Prozessionsweg, findet, dass sein Ladendetektiv richtig gehandelt hat. »Ich war leider nicht dabei und habe die Geschichte nur am Rande mitbekommen«, sagt er. Doch sei alles in dem Laden sein Eigentum – »auch das, was in den Mülleimern ist«. Er habe den Detektiv schon einige Jahre bei sich beschäftigt und dieser sei noch nie negativ aufgefallen.

Dass er als Chef nichts von der Absprache zwischen Wolfes und dem Marktleiter (Kohlrabiblätter mitnehmen zu dürfen) wusste, das sei »definitiv ein Kommunikationsproblem und sehr unglücklich gewesen«, sagt er. Der Marktleiter hat nochmal Kontakt zu Ingo Wolfes aufgenommen, nachdem Wolfes selbst das Gespräch am Samstagvormittag gesucht hatte. Ohne Ergebnis.

Wolfes sagt: »Ich konnte mir nicht vorstellen, dass der Inhaber das so stehen lässt.«

»Ich fühlte mich wirklich bedroht«, ergänzt der 68-Jährige.

Rewe-Markt-Inhaber Stefan Alberts sagt, er sehe keinen Grund, sich öffentlich zu entschuldigen.

Die Konsequenz ist, dass Wolfes nicht mehr im Rewe einkaufen geht. Und dass die Mümmelmänner nun ihr Gemüse aus anderen Läden bekommen. Wolfes: »Leid tut es mir um die Verkäuferin an der Fleischtheke des Rewe. Die war immer so nett.«

Kommentare

Kohlrabiblätter

Es ist traurig das lieber entsorgt wird anstatt es wenigstens den Tieren zu gönnen.
Trauriges Deutschland Hurra
Der Chef kann stolz sein auf sich.
Und der Detektiv auf seine tolle Leistung.

Kohlrabiblätter

Das tut mir für Herrn Wildes richtig leid, mich hat das sehr aufgeregt, wie unverschämt und widerlich mit alten langjährigen Kunden umgegangen wird. Dort sollte überhaupt niemand mehr einkaufen.

Der Dedektiv hat nur ein Erfolkserlebnis gesucht und einen dem er ans Bein pinkeln kann.Der soll sich was schämen .Unter Schubblade wie ich finde.Den würde ich schon irgendwo treffen denke ich.Das der Kunde da nicht mehr einkaufen geht völlig inortnung , würde ich auch so sehen. Im Moment in den USA. Habe mich sehr darüber aufgeregt

Da würde ich auch nicht mehr einkaufen!

4 Kommentare

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