Männer sollen Mädchen im November 2017 vergewaltigt oder zugesehen haben
Gruppenvergewaltigung: Neun Angeklagte vor Gericht

Harsewinkel (WB). Erst als Beate Schlingmann, die Vorsitzende Richterin der Jugendschutzkammer, einen unentschuldigt fehlenden Angeklagten (18) von der Polizei aus Wuppertal in den Gerichtssaal nach Bielefeld bringen ließ, konnte gestern die Anklage gegen die neun jungen Männer verlesen werden. Fünf von ihnen wird vorgeworfen, im November 2017 eine 14-jährige in Harsewinkel vergewaltigt zu haben.

Donnerstag, 26.09.2019, 05:00 Uhr
Verteidiger Alexander Strato mit einem Mandanten (16).

Somit kam mit sechsstündiger Verspätung der Strafprozess gegen die Beschuldigten im Alter zwischen 16 und 21 Jahren doch noch in Gang. Staatsanwältin Lena Farwick wirft fünf der Jugendlichen vor, im November 2017 ein zum Tatzeitpunkt 14-jähriges Mädchen in Harsewinkel vergewaltigt zu haben. Die übrigen vier Beschuldigten sind wegen unterlassener Hilfe angeklagt, weil sie bei der Vergewaltigung zuschauten und dem wohl volltrunkenen und deshalb wehrlosen Mädchen nicht halfen. Zum Prozessauftakt ließen acht der neun Angeklagten über ihre Verteidiger erklären, sich zu den Vorwürfen äußern zu wollen oder von ihren Anwälten Erklärungen vorlesen zu lassen.

Dass die Verhandlung schleppend begann, hat auch mit dem Migrationshintergrund der Angeklagten zu tun: Die jungen Männer haben alle syrische Wurzeln und sprechen nicht gut Deutsch. Deshalb sitzt neben jedem Angeklagten ein Dolmetscher.

Ein erster Beschuldigter, der jetzt 16-jährige A., äußerte sich zur Anklage. Der Junge, in dessen Elterhaus die Tat stattgefunden haben soll, belastete seine beteiligten Freunde. Die öffentliche Verhandlung wird am Donnerstag, 26. September um 11 Uhr im Saal 1 fortgesetzt.

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