Antrag der FDP zur Zukunft des Gasthofes sorgt für aufgeregte Diskussion im Rat
An Wilhalm scheiden sich die Geister

Harsewinkel (WB). Über manche Themen lässt sich trefflich streiten. Mit Blick auf den Stadtrat ist ein solches Thema offenbar der Gasthof Wilhalm. Vorwürfe, Unterstellungen, die Forderung nach einem Ordnungsruf – am Donnerstagabend ging es richtig rund.

Samstag, 11.01.2020, 08:45 Uhr aktualisiert: 12.01.2020, 16:18 Uhr
Weiter in der Diskussion: Die Zukunft des Gasthofes Wilhalm. Foto:
Weiter in der Diskussion: Die Zukunft des Gasthofes Wilhalm.

Auslöser der emotionalen Diskussion war ein Bürgerantrag der (noch) nicht im Stadtrat vertretenen FDP. Deren Vertreter hatten den Zickzackkurs der Bürgermeisterin mit Blick auf den Gasthof kritisiert und eine seriöse Projektentwicklungsrechnung samt einer Machbarkeitsstudie gefordert (das WESTFALEN-BLATT berichtete).

Es ist schade, dass der Antrag so abgetan wird.

CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Angelika Wensing

Diesen Vorwurf griff die CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Angelika Wensing auf: Selbst politisch Interessierte könnten den Kurs nicht nachvollziehen, die CDU habe schon häufiger kritisiert, dass beim Kauf ein „Das will ich haben“ an erster Stelle gestanden habe, dabei hätten im Vorfeld viele Dinge bedacht werden müssen. Außerdem kritisierte Wensing, dass die Antwort der Bürgermeisterin auf den Antrag der FDP mit Zitaten aus Protokollen und Sitzungen gespickt gewesen sei. Wensing: „Es ist schade, dass der Antrag so abgetan wird.“ Dies sei aus Zeitgründen passiert, um den Antrag noch in die Sitzung zu bekommen, antwortete die Bürgermeisterin. Immerhin sei der Antrag erst am 30. Dezember auf ihrem Tisch gelandet. Und der Kauf sei unter dem Leitsatz „Das wollen wir erhalten“ getätigt worden, nicht unter dem Motto „Das will ich haben.“

SPD-Fraktionssprecher Reinhard Hemkemeyer verärgert

SPD-Fraktionssprecher Reinhard Hemkemeyer stieß die Kritik von Dr. Angelika Wensing sauer auf: „Wir unterstützen die Stellungnahme und die Position der Bürgermeisterin als die richtige. Wären wir Ihrer politischen Auffassung gefolgt, würden wir heute in ein Bauloch gucken, in ein Nichts.“ Hemkemeyer sprach von einem „billigen Versuch“, der Bürgermeisterin ans Zeug zu flicken. „Dieses Spielchen gibt es in jeder Sitzung neu.“ Zudem kritisierte er, dass Dr. Wensing in einer Stellungnahme vorab das Gasthaus und die netten Gastleute belobigt hatte – in den politischen Sitzungen hätte sie das Gegenteil gesagt. Während Rainer Kuhlmann an dieser Stelle einen Ordnungsruf verlangte, wandte sich Dr. Wensing direkt an den früheren Eigentümer Achim Koriath, der anwesend war, und versicherte, dass dies nicht wahr sei.

Brunhilde Leßner (Grüne) kritisiert den Antrag der FDP

Heinz Bünnigmann (CDU) monierte, dass sich der Preis des Gasthofes „in Lichtgeschwindigkeit um 25 Prozent“ erhöht habe. „Kein privater Immobilieninteressent würde kaufen nach dem Motto, egal was es kostet und egal, was ich damit machen kann.“ Der Preis sei für ein solches Ensemble nicht exorbitant hoch gewesen, entgegnete die Bürgermeisterin. „Wir hatten kein Vorkaufsrecht und wir mussten mit dem Gegenüber verhandeln.“ Brunhilde Leßner (Grüne) erinnerte daran, dass alle dafür gewesen seien, am Thema Stadtgestaltung zu arbeiten. Sie kritisierte zudem den Antrag der FDP: Jemand, der in die Politik einsteigen wolle, sollte doch die Sachverhalte recherchieren, bevor er einen solchen Antrag stelle. Auch Dieter Berheide (CDU) war über den Antrag „erschrocken“, zeige er doch eine enorme Unkenntnis darüber, was in der Vergangenheit bereits passiert sei. Er bezeichnete Reinhard Hemkemeyers Kritik an Dr. Angelika Wensing als „unredlich“. Es sei nicht richtig, ihr eine persönliche Fehde zu unterstellen. Sie spreche im Namen der gesamten CDU-Fraktion.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7182746?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2730032%2F
Ein Stück aus dem Tollhaus
Symbolbild. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker