Mi., 15.01.2020

SPD möchte vier feste Tempotafeln für 20.000 Euro installieren lassen Gute Idee, aber leider zu teuer

So könnte eine Tempotafel in Greffen aussehen. Die SPD wünscht sich gleich vier davon.

So könnte eine Tempotafel in Greffen aussehen. Die SPD wünscht sich gleich vier davon. Foto: Matthias Kleemann

Von Stefanie Winkelkötter

Harsewinkel-Greffen (WB). Vier feste, solarbetriebe Tempotafeln will die SPD an den Ortseinfahrten von Greffen anbringen lassen. Eine gute Idee, befanden die Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses. Indes: Vermutlich werden die Tempotafeln trotzdem nicht kommen. Sie sind im Moment wohl schlicht und einfach zu teuer.

Die Stadt Harsewinkel muss bekanntlich sparen

Bekanntlich muss die Stadt Harsewinkel sparen – Kämmerer Heinz Niebur rechnet für dieses Jahr nur noch mit 18 statt der veranschlagten 27 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen. Heißt: In den Haushaltsplanberatungen wird der Rotstift angesetzt. „Die Tafeln sind eine gute Idee, aber diese Kosten werden in den Haushaltsplanberatungen sowieso durchfallen“, prophezeite Dieter Berheide (CDU). Die Verwaltung hat die Kosten auf 20.000 Euro beziffert.

Die Idee für die LED-Tempotafeln kam ursprünglich von Schüler Fynn Lauhoff (17), einem Greffener Jugendlichen, der zunächst Unterschriften gesammelt und sich dann an die SPD gewandt hatte. Diese wiederum hatte den Antrag für die Displays formuliert. „Wir haben die Idee gern aufgenommen“, sagte Michael Wagner. „Mit diesen Tempotafeln wird man sich erst der Geschwindigkeit, mit der man unterwegs ist, erst bewusst. So wird das Bewusstsein der Autofahrer geschärft.“

Der Kreis hatte sich für die Dialogdisplays ausgesprochen

Die Stadtverwaltung hatte vorgeschlagen, so genannte Dialogdisplays zu installieren, die nicht die Geschwindigkeit, sondern ein Wort wie „Langsam“ oder „Danke“ anzeigen und hatte angeregt, zwei weitere Displays für das Stadtgebiet anzuschaffen, also insgesamt sechs. Auch die Straßenverkehrsbehörde hatte sich diesen Displays gegenüber positiv geäußert. Dadurch würden die Verkehrsteilnehmer für die Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit sensibilisiert. Auch der Kreis hatte sich für die Dialogdisplays ausgesprochen – Tempotafeln, die die gefahrene Geschwindigkeit anzeigten, würden in manchen Fällen nämlich sogar dazu verleiten, den „Highscore“ zu erzielen, sprich: möglichst schnell am Display vorbeizufahren.

Dieter Berheide fragte, warum nur Greffen bedacht werden soll. „Fairerweise müsste man dann Harsewinkel und Marienfeld auch bedenken.“ Dazu erwiderte Christoph Dammann von der Stadtverwaltung, dass in Greffen weder ein Blitzer noch ein Kreisel die Autofahrer an der Ortseinfahrt bremsen würde, wie es in Harsewinkel der Fall sei. Dammann: „Und in Marienfeld führt die B513 am Ortskern vorbei.“

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Nach der derzeitigen Entwicklung der Gewerbesteuer müssen wir noch ganz andere Dinge streichen.

Dieter Berheide (CDU)

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Nach Ansicht der CDU sollte der Vorschlag direkt gestrichen werden. Dieter Berheide: „Nach der derzeitigen Entwicklung der Gewerbesteuer müssen wir noch ganz andere Dinge streichen. Wir müssen im Haushaltsjahr 2020 kräftig auf die Bremse treten und 2021 noch mehr.“ Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide schlug vor, die Dialogdisplays auf eine gesonderte Liste zu setzen und darüber zu entscheiden, wenn klar sei, was der kommende Haushalt erlaubt. So kam es am Ende auch: mit sieben Ja-Stimmen für die Displays, drei Nein-Stimmen und drei Enthaltungen.

Im Umweltausschuss, der zwei Tage vor dem Planungs- und Bauausschuss getagt hatte, waren auf CDU-Antrag übrigens 5000 Euro bewilligt worden, von denen neue Bäume gepflanzt werden sollen. Über diese Kosten wird ebenfalls erneut in den Haushaltsplanberatungen diskutiert. Dieter Berheide: „Ich gehe davon aus, dass wir diese 5000 Euro am Ende auch nicht durchbekommen.“

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