Fr., 14.02.2020

Gasthof Wilhalm: 120 Kreative beteiligen sich an der Zukunftsgestaltung Ideen vom Tango bis zum Rudelsingen

Volle Stuhlreihen im Gasthof Wilhalm: 120 Teilnehmer haben aktiv bei der Ideenschmiede mitgemacht und gemeinsam überlegt, wie es mit dem altehrwürdigen Gebäude weitergehen könnte. Ende April wird gezeigt, was alles möglich ist.

Volle Stuhlreihen im Gasthof Wilhalm: 120 Teilnehmer haben aktiv bei der Ideenschmiede mitgemacht und gemeinsam überlegt, wie es mit dem altehrwürdigen Gebäude weitergehen könnte. Ende April wird gezeigt, was alles möglich ist. Foto: Gabriele Grund

Von Stefanie Winkelkötter

Harsewinkel (WB). Dass der Gasthof Wilhalm den Harsewinkelern am Herzen liegt, war klar. Wie sehr die Menschen an dem altehrwürdigen Gebäude hängen, wurde im Rahmen der Ideenschmiede „Wilhalm erhalten – mitgestalten“ deutlich. Etwa 120 Interessierte waren gekommen, um sich gemeinsam Gedanken über die Zukunft zu machen. Und Ideen gab es reichlich.

Kein Geld für die Scheune

Die Stadt Harsewinkel wird vorerst keine 80.000 Euro investieren, um die Partyscheune regelmäßig an örtliche Gastwirte und gewerblich tätige Eventorganisationen vermieten zu können. Dies hat der Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsprüfungsausschuss am Mittwochabend beschlossen. Diese Summe bräuchte es, um Brandschutz, Schallschutz, Statik, Barrierefreiheit und Haustechnik entsprechend anzupassen. Nach Beschluss im Fachausschuss soll aber zunächst ein zukunftsfähiges Konzept vorliegen, bevor in die Scheune – und den Gasthof – investiert wird. Bis dahin kann die Ordnungsbehörde die Vermietung der Scheune in Einzelfällen genehmigen. So geschehen auch mit Blick auf die Vermietung an den Karnevalstagen. Bekanntlich hat Edgar „Edge“ Heitmann den Zuschlag bekommen und darf Partys ausrichten. Wichtigste Auflage: Nur 199 Menschen dürfen gleichzeitig feiern.

„Ich bin total zufrieden mit dem Abend und positiv überrascht, was die Beteiligung angeht“, resümierte im Anschluss Silvia Lobert, Leiterin des Fachbereichs Bürgerdienste und Koordinatorin des „Projektes Wilhalm“ im Rathaus. „Es war eine sehr kreative Atmosphäre, an den Arbeitstischen ging es sofort zur Sache.“ An den fünf Stationen Programm, Gastronomie, Simulationswoche, Und sonst? (weitere Ideen und Hinweise) und Glaskugel („Zeitungs-Schlagzeilen am Tag nach der Eröffnung“) konnten die Teilnehmer ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Gastronomie soll weiter Schwerpunkt bilden

Manche Ideen lagen bereits vor, zum Beispiel die Einrichtung eines Erzählcafés, eines Repaircafés oder einer Demokratiewerkstatt. Neue Ideen kamen dazu. Diese reichten von Akrobatik bis Zumba, von Musikevents bis zu Handarbeitsgruppen, von Kindertheater bis zur Seniorenbegegnung, von Tango-Unterricht übers Rudelsingen bis hin zum Poetry-Slam. All diese Ideen wollen Michael Führs und seine Kollegen vom Projektbüro Projaegt mit in ihr Konzept einarbeiten.

Klar ist: Die Gastronomie soll weiterhin einen Schwerpunkt bilden. Bei der Informationsveranstaltung hatte Edgar „Edge“ Heitmann den Thekendienst übernommen – wie berichtet, wird er in der Wilhalm-Scheune auch Karnevalsfeiern veranstalten.

Anregungen bis zum 29. März einreichen

Zu Gast bei der Ideenschmiede waren Christina Busmann, gebürtige Harsewinkelerin und seit 1992 Geschäftsführerin des soziokulturellen Zentrums Schuhfabrik in Ahlen, und Michael Kortenbrede, Geschäftsführer der Trafo-Station in Münster, ebenfalls ein soziokulturelles Haus, das erst vor einem Jahr gegründet worden. Sie berichteten über ihre Arbeit und gaben Tipps, wie der Gasthof zu einem so genannten Dritten Ort, an dem möglichst viele Menschen gern und regelmäßig in zwangloser Atmosphäre verweilen, umgestaltet werden kann. „Anpacken. Selber machen“, riet Kortenbrede. Und man brauche Neugier, fügte Christina Busmann hinzu.

Dass es weder an Neugier noch an Tatendrang fehlt, ist spätestens seit der Ideenschmiede klar. Nächste Station auf dem Weg zum Dritten Ort ist die Simulationswoche vom 27. April bis zum 1. Mai. Dann wird gezeigt, was alles möglich ist, manche Steckbriefe wurden ausgefüllt, so dass sich Ansprechpartner schon gefunden haben. Wer noch Anregungen hat, kann sich bis zum 29. März unter Silvia.Lobert@harsewinkel.de melden oder den Steckbrief auf der städtischen Homepage ausfüllen.

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