Geographin stellt neuen Schulentwicklungsplan für Harsewinkel vor
Am Gymnasium wird es eng

Harsewinkel (WB). Die städtische Gesamtschule Harsewinkel wird künftig dauerhaft als siebenzügige Schule, also mit jeweils sieben Eingangsklassen, geführt. Und das Gymnasium benötigt mehr Platz. Das sind zwei Ergebnisse des Schulentwicklungsplanes, den Geographin Dr. Anja Reinermann-Matatko aus Bonn in einer Sondersitzung des Schul-, Kultur- und Sportausschusses vorgelegt hat. Architekt Guido Scharnhorst-Engel äußerte sich zur Raumsituation.

Freitag, 28.02.2020, 08:45 Uhr aktualisiert: 28.02.2020, 09:50 Uhr
Welche Schülerzahlen sind zu erwarten, was muss räumlich passieren? Um solche Fragen geht es im Schulentwicklungsplan. Foto: dpa
Welche Schülerzahlen sind zu erwarten, was muss räumlich passieren? Um solche Fragen geht es im Schulentwicklungsplan. Foto: dpa

Durch die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren (G 9) am Gymnasium würden die Zahlen der am Gymnasium angemeldeten Schüler weiter ansteigen, prognostizierte die Expertin. Schon seit dem Schuljahr 2018/2019 ist das Abitur nach acht Jahren in Harsewinkel nicht mehr möglich. Wenn zwei Jahrgänge gleichzeitig die Oberstufe erreichen, also 2026/2027, könnte es am Gymnasium eng werden. Architekt Scharnhorst-Engel sprach davon, dass dann 180 Quadratmeter Platz fehlen. Oder, in Räumen ausgedrückt: Es werden rechnerisch fünf Klassen- und Kursräume, zwei Gruppenräume und drei Fachräume zusätzlich benötigt. Durchschnittlich soll das Gymnasium als fünfzügige Schule geführt werden.

St.-Johannes-Schule bleibt „Sorgenkind“

Die Gesamtschule sehen die Experten räumlich gut ausgestattet. Hier hatte Schulleiter Andreas Stork aber darum gebeten, aus der auf dem Papier sechszügigen Schule eine siebenzügige zu machen. Seit Jahren muss jedes Jahr erneut ein Antrag an die Bezirksregierung gestellt werden, um eine zusätzliche Klasse genehmigt zu bekommen. „Die Bezirksregierung knurrt schon. Wenn die Behörde den Antrag irgendwann nicht mehr genehmigt, müssten wir Kinder ablehnen“, warb Stork darum, die Siebenzügigkeit zu genehmigen. Dem stimmten die Politiker dann auch zu – rechtzeitig vor den Anmeldungen für die weiterführenden Schulen in der kommenden Woche.

Mit Blick auf die Grundschulen ist nach wie vor die St.-Johannes-Schule in Greffen ein wenig das „Sorgenkind“. Für die Schuljahre 2022/2023 rechnet Reinermann-Matatko mit 32 I-Männchen, für 2025/2026 mit 30. Bei einer einzügigen Schule ist aber eigentlich bei 29 Kindern die Aufnahmegrenze erreicht – im Extremfall müssten Kinder abgewiesen werden und zur Verbundschule, also zur Astrid-Lindgren-Schule, oder zu einer anderen Harsewinkeler Grundschule gehen. Diese Aussicht hatte in der Vergangenheit schon für viele Sorgen bei möglicherweise betroffenen Eltern und auch in den Reihen der Politik geführt.

Marienschule im Jahr 2023 dreizügig

Laut Prognose der Geographin ist in Marienfeld im Schuljahr 2023/2024 mit 70 Erstklässlern zu rechnen. Dann würden wohl drei statt der bislang üblichen zwei Eingangsklassen gebildet. Auf Dauer sieht die Expertin aber zwei Eingangsklassen an der Marienschule – mit der Möglichkeit, im Fall der Fälle eine Zusatzklasse zu bilden.

Die Kardinal-von-Galen-Schule soll nach Vorschlag der Bonner Expertin künftig als dreizügige Schule geführt werden, die Astrid-Lindgren-Schule ebenso, die Löwenzahnschule zweizügig. Ausnahmen wären bei Bedarf aber möglich.

Den Prognosen zugrunde liegen übrigens die demografischen Daten aus Harsewinkel, Marienfeld und Greffen, zum Beispiel die Frage, wie viele Frauen im gebärfähigen Alter in der Mähdrescherstadt wohnen und ob durch neue Baugebiete mit Zuzügen von Familien zu rechnen ist.

Die Politiker wollen die Zahlen erst einmal sacken lassen, befanden aber, sie hätten nun eine gute Grundlage für künftige Entscheidungen. Und Fachbereichsleiterin Silvia Lobert kündigte an, weitere Gespräche mit den Schulen zu führen – auch und gerade mit Blick auf den Ganztag an den Grundschulen.

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