Harsewinkel
Corona-Virus gefährdet Jazz-Festival

Marienfeld (rob) - In NRW sind schon einige Veranstaltungen aus Angst vor dem Corona-Virus abgesagt worden. Und: Die Auswirkungen reichen bis Marienfeld. Der Kartenverkauf für das Sazerac-Jazzfestival, das am 25. April in der Klosterpforte geplant ist, ist am Freitag mit Verweis auf die Corona-Krise gestoppt worden.

Freitag, 28.02.2020, 17:38 Uhr aktualisiert: 03.03.2020, 11:01 Uhr
Harsewinkel: Corona-Virus gefährdet Jazz-Festival

Auch ein für am Freitagmorgen angesetzter Pressetermin für das Jazz-Festival wurde kurzfristig abgesagt. Das haben die Organisatoren Max Oestersötebier, Ulrich Bongartz und Georg Kirschner am Vorabend während einer längeren Teamkonferenz beschlossen.

„Stand heute ist uns das zu heikel, dieses Fest anzukündigen“

Man könne unter den gegebenen Umständen nicht mit dem Kartenverkauf beginnen, sagte der Bandleader der Sazerac Swingers und Mitveranstalter Max Oestersötebier auf Nachfrage dieser Zeitung: „Stand heute ist uns das zu heikel, dieses Fest anzukündigen“, so Oestersötebier. Auch eine Absage des Festivals sei derzeit eine ernstzunehmende Option, sollte sich die Lage in Nordrhein-Westfalen so weiterentwickeln wie in den vergangenen zwei Tagen.

Eine der Bands aus Norditalien

Das Konzert habe eine europäische Ausrichtung, erklärte Oestersötebier weiter. Erwartet würden rund 1000 Besucher aus dem In- und Ausland. Weil eine der Bands aus Norditalien kommt, noch dazu aus einem Ort, in dem aufgrund von Corona bereits Schulen geschlossen wurden, habe die Bedrohung durchaus einen konkreten Bezug. „Am Montag habe ich das alles noch ganz entspannt gesehen“, sagte Oestersötebier.

Enger Austausch mit Gesundheitsamt

Geändert hatte sich die Stimmung des Musikers am Mittwoch, als der erste Fall in NRW bekannt wurde, Gesundheitsminister Spahn von einer neuen Dimension sprach und Innenminister Seehofer sich des Themas Großveranstaltungen angenommen hatte. Unter der Woche sei er bereits mit dem Gesundheitsamt des Kreises Gütersloh in engem Austausch gewesen, berichtet Max Oestersötebier. „Wir wollen jetzt die nächsten Tage abwarten und dann entscheiden“, sagt er. „Es geht um den Gesundheitsaspekt, das hat oberste Priorität“, erklärt Oestersötebier.

Ein Zwiespalt für einen Veranstalter, wie er schlimmer kaum sein könnte

Er stellte heraus, dass die Arbeit für die Veranstalter durch die aktuelle Lage stark erschwert werde. Über Kosten mag er da gar nicht nachdenken, wie der Mitorganisator gegenüber dieser Zeitung betonte. Das werde er zu einem späteren Zeitpunkt machen. Da ist schon einiges angefallen: Die Karten sind gedruckt, Anzeigen sind geschaltet, die Bands sind fest gebucht. Ein Zwiespalt für einen Veranstalter, wie er schlimmer kaum sein könnte. Oestersötebier: „Das Ding steht, und wir sind eigentlich heiß drauf.“

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